Fieber, Ausschlag, Gliederschmerzen - Behörden bestätigen insgesamt acht Fälle von Affenpocken in Berlin

Fr 27.05.22 | 17:56 Uhr
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Symbolbild: Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Neukölln, beantwortet Fragen eines Anrufers. (Quelle: dpa/B. Pedersen)
Audio: Inforadio | 27.05.2022 | Heike Zeigler | Bild: dpa/B. Pedersen

In Berlin sind weitere Fälle der Affenpocken im Labor bestätigt worden. Die Krankheit breitet sich demnach weiter aus, allerdings mit milden Verläufen und regional begrenzt. In Brandenburg ist die Situation derzeit anders.

In Berlin sind bis Freitag insgesamt acht Fälle von Affenpocken bestätigt worden. Das bestätigte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung dem rbb. Bei Fieber, Ausschlag, Gliederschmerzen sowie geschwollenen Lymphknoten empfiehlt die Senatsverwaltung, umgehend einen Arzt zu kontaktieren.

Die meisten Infizierten erholen sich demnach innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit. Ein tödlicher Verlauf ist selten. Nach derzeitigem Wissen ist für eine Übertragung ein enger Körperkontakt erforderlich. Das Robert-Koch-Institut geht deshalb davon aus, dass die Ausbrüche begrenzt bleiben.

In Brandenburg ist bislang noch kein Fall von Affenpocken bestätigt worden. Das erklärte ein Sprecher des brandenburgischen Gesundheitsministeriums am Freitagmittag auf Nachfrage des rbb.

WHO kennt Fälle in mehr als 20 Ländern

Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile Fälle in mehr als 20 Ländern registriert worden. Man rechne auch weiter mit steigenden Fallzahlen, sagte die WHO-Expertin Sylvie Briand in einem Briefing an die Mitgliedsländer. "Wir wissen nicht, ob wir gerade nur die Spitze des Eisbergs sehen", so Briand.

Zwar dringt die WHO angesichts der ungewöhnlichen Verbreitung von Affenpocken auf verschiedene Maßnahmen, sieht aber keinen Grund für eine Alarmstimmung. "Das ist keine Krankheit, die die Öffentlichkeit besorgt machen sollte. Es handelt sich nicht um Covid", sagte Briand. Nichtsdestotrotz sollten die Staaten Erkrankte schnell erfassen und die Betroffenen isolieren.

Lauterbach und RKI empfehlen 21 Tage Isolation

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfahl bereits Anfang der Woche in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) Infizierten und Kontaktpersonen, sich mindestens 21 Tage zu isolieren. Das werde den dafür zuständigen Ländern für die Umsetzung empfohlen, erklärte Lauterbach am Dienstag.

Wichtige Schritte seien laut Lauterbach nun Information und Transparenz. Dafür müssten die bislang bekannten Risikogruppen gezielt angesprochen werden. "Die Hauptrisikogruppe zum jetzigen Zeitpunkt sind Männer, die Sex mit anderen Männern gehabt haben. Und das muss man ansprechen können, um diese Gruppe zu schützen", so Lauterbach weiter.

Das sei aber keine Stigmatisierung, betonte Lauterbach. Die Krankheit könne auch jeden anderen treffen. Auch das RKI betonte auf seiner Internetseite, dass ein Ansteckungsrisiko nicht auf homosexuelle Männer beschränkt sei. "Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren", hieß es.

Dass momentan vor allem Fälle bei schwulen Männern bekannt sind, könnte unter anderem mit mehreren internationalen Events zusammenhängen, bei denen es zu Ansteckungen kam, so das RKI weiter.

Sendung: Abendschau, 27.05.22, 19:30 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Die „besonders gefährdeten Personen“ hat Karl Lauterbach, Gesundheitminister, SPD, auch bereits ausgemacht: „Es geht um Männer, die Sex mit Männern haben.“ Dass er in dem Statement sich ziert, „homosexuell“ in den Mund zu nehmen, ändert nichts an der Tatsache, worum es geht. Empfehlungen für schwule Männer, die ohne Probleme in Verpflichtungen umgewandelt werden können.
    Die Stigmatisierung hat seinen Ursprung 1987. Vor 35 Jahren setzte sich Peter Gauweiler, CSU, für scharfe Anti-Aids-Regelungen in Bayern ein – mit Zwangstests für Prostituierte, Drogenabhängige und angehende Beamte. Was damals ein feuchter Traum geschockter Politiker war, wurde in der Corona-Pandemie zur Realität. Allerdings und fairerweise nicht nur für Homosexuelle, sondern für Schüler, Angehörige, die ihre Liebsten in Heimen und Krankenhäusern besuchen wollten, und der Alltagssituationen mehr.

  2. 16.

    Als ehemaliges DDR Kind sag ich: wir wurden alle gegen Pocken geimpft. Aber was die sog. Affenpocken betrifft. Es wird wieder nichts hinterfragt. Lasst euch ruhig weiter verarschen. Ihr habt ja bereits über zwei Jahren Übung damit, die Augen und den Verstand zu schließen. Bald kommt die Maske zurück. Ihr wollt es so.

  3. 15.

    Hier ein hilfreicher Link zum Thema Impfpistole:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Impfpistole

  4. 14.

    Wurde nicht immer "geritzt"?
    Ab wann gab es eine "herkömmliche" Spritze?
    Schon mal Danke ... kann im Netz nichts finden.

  5. 13.

    Ich wurde auch gegen Pocken geimpft und habe keine Narbe. Lag wohl eher daran, wie geimpft wurde. Ich bekam keine Spritze sondern die Impfung mit einer Impfpistole.
    Und wie es bereits gepostet wurde, ist anzunehmen, dass einige Partymenschen in Sachen Beratung resistent sein könnten, nur das meinte ich.

  6. 12.

    Vermute auch, dass Aufklärung unter PartyPeople nicht so das Thema ist. Am gestrigen Freitag standen jedenfalls wieder viele Leichtbekleidete vor besagtem Club in Mitte nach dem Affenpockenvirus an.

  7. 11.

    Das mit der Narbe stimmt, aber in einem anderen Kommentar steht ja, dass es ais gesundheitlichen Gründen Ausnahmen von der Impfpflicht gab. Aber dennoch dürften die meisten in diesen Jahrgängen und älter gegen Pocken geimpft und damit gegen Affenpocken geschützt sein.

  8. 10.

    Impfplicht galt nur für Gesunde und nicht gefährdete Menschen. Bspw. wurde mein Mann, Jg'60 auch nicht geimpft, da seine Schwester hochgradig gefährdet war....

  9. 9.

    Ja da bin ich mir vollkommen sicher. Ich bekam als Kind in der Schule nur diese Schluckimpfung wegen Polio. Also Kinderlähmung. Ich weiß das bei einer Pockenimpfung lebenslang eine kreisrunde Narbe am Oberarm verbleibt. Habe ich nicht.

  10. 7.

    Merkwürdig. Ich bin Jahrgang 51 und wurde nicht gegen Pocken geimpft. Und ja, wieso nicht dort anfangen aufzuklären wo’s am dringendsten benötigt ist. Swingerclubs und Clubs mit Darkrooms sollten ganz besonders unter die Lupe genommen werden. Damit meine ich keine vorübergehende Schließung oder dergleichen. Sondern Infos die für alle sichtbar angebracht werden sollten.

  11. 6.

    Aufklärung betreiben u. A. im KitKat oder Berghain? Dass ich nicht lache.

  12. 5.

    Aus mehreren Gründen ist die Situation anders als bei Corona:
    - Wir haben es mit einer bereits bekannten Erkrankung zu tun.
    - Der Übertragungsweg ist ein anderer: enger Kontakt, Übertragung bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Infizierten anstatt Übertragung durch Aerosole in der Luft.
    - Es gibt bereits einen Impfstoff, und zwar den gegen Pocken.
    - Bis 1975 bestand eine Impfpflicht gegen Pocken in der BRD, in der DDR sogar bis 1983. Daher ist eine große Gruppe von Menschen halbwegs geschützt auch gegen Affenpocken. Man geht von ungefähr 85% Schutz aus.
    Aufklärung ist trotzdem gut, da haben Sie recht. Wenn Krankheiten vermeidbar sind, sollte man sie auch vermeiden.

  13. 4.

    Der nächste Grund, um zu Hamstern. Klopapier, Nudeln, Mehl & Öl sind schon weg, was ist das nächste „Gold“ dran?

  14. 3.

    Zuerst wäre einmal die Frage, wo ist die Quelle hier in Berlin bzw. in Deutschland?
    Auch wenn man hier auf ein bestimmte Risikogruppe konkret zeigen muss, so ist das in meinen Augen keine Stigmatisierung, sondern man weist diese Gruppe ganz konkret darauf, dass ihre Gefährdung sehr hoch ist, wenn bestimmte Verhaltensweisen beibehalten. Nur so kann man die Ausbreitung unterbinden.

  15. 2.

    Ich sehe es nicht so. Seit auftauchen der Krankheit in Europa sind seit dem doch relativ schnell weitere Personen infiziert worden. Und wenn hier genauso geschlemmt wird, wie bei Corona, haben wir das nächste Ding am Backen. Eine Panikbeschwichtigung ist zwar angebracht, genauso ist aber wichtig, eine fundamentale Aufklärung offen zu betreiben. Wenn wir erst wieder abwarten bis wir tausende infizierte haben, ist das wichtigste wieder mal
    verschlafen.

  16. 1.

    Nun gut, wenn man sich die Eigenschaften des Virus ansieht und den überaus geringen Anstieg an Fällen, dann scheint sich das hier ja relativ gut auszugehen. Kein Vergleich mit Sars-Cov-2 und dem extremen Anstieg an Fällen zu Beginn der Corona-Pandemie.

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