Busse, Bahnen, Bahnhöfe - BVG gibt sich einen neuen Klang

Mi 18.05.22 | 20:24 Uhr
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Symbolbild: Eine U-Bahn der Berliner BVG an einer Haltestelle. Ab 1. Juni 2022 kommt das Ticket fuer 9 Euro im Monat. (Quelle: imago images/J. Eckel)
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Video: rbb|24 | 18.05.2022 | Bild: imago images/J. Eckel

Ding Dong! Oder doch Dong Ding? Bislang waren die Hinweistöne in Bussen und Bahnen der BVG nicht immer einheitlich. Das soll sich nun ändern - mit neuen Signaltönen, welche auch die Barrierefreiheit verbessern sollen.

Gongs, Stationsansagen und Hinweis-Töne werden bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) künftig in einem einheitlichen Klangdesign ertönen. Das hat die BVG am Mittwoch mitgeteilt.

In der Vergangenheit hatte die BVG in ihren Fahrzeugen und an Bahnhöfen verschiedene Stimmen und Signaltöne eingesetzt. Dieser "klangliche Flickenteppich ohne großen Wiedererkennungswert" solle nun durch ein modernes und stimmiges Klangkonzept ersetzt werden, hieß es.

Die Intensität der Klänge werde sich künftig an der Art der Hinweise orientieren. Verkehrsstörungen würden künftig etwa markanter und mit einem eigens dafür konzipierten Gong eingeläutet. Stationsansagen hingegen würden nun durch einen "harmonischen Standard-Gong" angekündigt. Wer täglich dieselben Strecken fahre, könne die Ansagen künftig einfacher ausblenden, so die BVG am Mittwoch.

So klingen die neuen BVG-Sounds

Personen gehen auf der U-Bahn Station am Hauptbahnhof. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
dpa/Annette Riedl

Klang-Salat wird vereinheitlicht

Die unterschiedlichen Sounds hätten sich in den letzten 40 Jahren so angesammelt, erklärte Timo Kerßenfischer, zuständigt bei der BVG für die Fahrgastinformation. "Eigentlich weiß heute niemand mehr genau, warum eigentlich ein Gong in der U-Bahn anders klingt als im Bus. Und uns war halt wichtig, dass wir eine Einheitlichkeit haben. Genauso wie alle Fahrzeuge gelb sind, so soll die BVG auch überall gleich klingen."

Neues Klangkonzept soll Barrierefreiheit verbessern

Das neue akustische Konzept solle zudem eine Erleichterung im Alltag für Menschen mit vermindertem Hör- und Sehvermögen darstellen. Für die Entwicklung habe die BVG deswegen auch auf Expert:innen für Barrierefreiheit gesetzt. Anschließend seien die Klänge im Alltag getestet worden.

Für die Entstehung der Signale habe die BVG "unzählige Stimmen und Geräusche" in Berlin aufgenommen, digital bearbeitet mit einer Bassklarinette zusammen zu einem einheitlichen Sound weiterentwickelt. Die Ansagen selbst sollen hingegen weiterhin von einer für die Fahrgäste bekannten Stimme kommen: Schauspielerin und Synchronsprecherin Philippa Jarke. Sie ist als Sprecherin bereits seit Dezember 2020 bei der BVG zu hören.

Philippa Jarke, Synchronregisseurin, Sprecherin und Schauspielerin. Jarke ist die neue Stimme den Berliner Verkehrsbetrieben. (Quelle: dpa/BVG | Oliver Lang)Schauspielerin und Synchronsprecherin Philippa Jarke

Umstellung bei U-Bahnen dauert einige Wochen

In Bussen, Trams und U-Bahnhöfen werden die neuen Töne ab sofort zu hören sein. Bei der U-Bahn dauert es laut BVG noch einige Wochen. Hier seien aber bereits die ersten Züge umgerüstet, hieß es. In der Zwischenzeit, so die BVG, könnten sich Neugierige aber online schon einmal einhören und sogar einen Klingelton im neuen Sounddesign herunterladen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 19.05.2022, 10 Uhr

46 Kommentare

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  1. 46.

    Ja. Der Stimmen- Wechsel war schon nicht der Knaller. Wirre Intonation, willkürliche Kunstpausen und klingt irgendwie, als ob jemand mit nem rostigen Nagel an ner Konservendose rumfummelt. Kopfhörer auf und versuchen so wenig wie möglich für Berlin zu schämen.

  2. 45.

    Markus, Du hast Recht....Vin Diesel währe auch genial:-)Ja ich habe gehört, das Arnie seine Stimme schwer krank ist.....

  3. 42.

    bis jetzt hat immer nur die fürchterliche neue Ansage genervt,nun auch noch der Gong....es macht keinen Spass mehr,die Öffis zu nutzen..ändert doch bitte um Himmelswillen diese aufdringliche Ansage

  4. 41.

    was nützt der neue Gong,wenn man vor jeder Haltestelle mit dieser fürchterlichen lauten und aufdringlichen Männerstimme
    belästigt wird.....schlimm,da sollte sich die BVG mal Gedanken machen

  5. 40.

    Man sollte sich besser mal mit den Maskenmuffeln beschäftigen, anstatt mit Ding-Dong Geld zu verbrennen.

  6. 39.

    Einmal mehr ist es interessant, dass bestimmte Kommentare einfach nicht freigeschaltet werden. Mein Hinweis bezüglich der Verwunderung einiger Forenteilnehmer über die raue Stimme der aktuellen Ansagen wurde wohl nicht veröffentlicht. Man wird ja wohl als Erklärung drauf hinweisen dürfen, dass es sich früher um einen Mann gehandelt hat. Oder ist das jetzt auch schon politisch nicht korrekt?

  7. 38.

    Ich wäre auch dafür. :) Manfred "Bruce" Lehmann wohnt ja in Berlin; sehe ihn manchmal in der Nähe meiner Arbeit. Die Synchronstimme von Arnie ist m.E. schwer krank oder schon gestorben. Man hat aber einen guten Ersatz gefunden. DIe Stimme von Vin Diesel wäre auch nicht schlecht...

  8. 37.

    Bei aller (berechtigter) Kritik an so mancher Ansage: „An FFP2-Mask" ist genau richtig. Es geht hier nämlich nicht nach dem Buchstaben, sondern nach der melodischeren Aussprache, weshalb es ja überhaupt das „an" gibt.

  9. 36.

    Beweist einmal mehr, dass es im öffentlichen Dienst in Berlin zuviele Leuite gibt, die nix zu tun haben und irgendwie die Zeit totschlagen müssen.

    Komplett überflüssig, Null Nutzen.



  10. 35.

    Schön ist anders. Die Tonfolge wird vielleicht zu wenig beachtet, weil man sie mit einem Handy-Klingelton verwechseln kann. Besonders Touristen könnte das passieren. Ich fände den Gong besser.

  11. 34.

    "Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich an die neue Ansagerstimme immer noch nicht gewöhnen kann."

    Geht mir genauso. Hört sich eher immer an wie Kommandos bei der Armee. Der neue "Gong" (habe ihn bisher nur in der Straßenbahn gehört) ist an Belanglosigkeit auch kaum zu unterbieten.

    Das frühere Klangbild, insbesondere in der U-Bahn, fand ich extrem harmonisch. Mir kommt es vor, als wenn in letzter Zeit eher alles kaputtgebastelt wird.

  12. 33.

    Wie schön. Nachdem alle anderen Probleme gelöst sind, Züge und Busse sauber und nahezu pünktlich, kann die BVG das letzte dringliche Problem angehen: Unser Fahrgeld einer Marketingagentur geben, Pardon, einen Corporate Sound entwickeln lassen. Nicht das man denkt, man sei in Stuttgart, wenn man einmal nicht aufpasst. Um die Ansagestimme wird uns auch niemand beneiden aber hey, das ist ein politisches Statement, Kernaufgabe des ÖPNV.

  13. 32.

    Rainer:
    "Antwort auf [Christine ] vom 18.05.2022 um 18:45
    Das stimmt.Kann ich nur zustimmen,auch die U Bahnen die für die Linien 1,2 und 3 gedacht sind,sollten nicht auf der U 5 fahren,viel zu eng,ganz schrecklich."

    Ja, aber ohne diese Kleinprofilwagen würden Züge fehlen, denn die Kleinprofilwagen fahren nur deshalb dort, weil es nicht genügend Großprofilwagen gibt.

  14. 31.

    Heike:
    "Bruce Willis seine Stimme oder die von Arnie.....das wäre auch ein Highlight:-)"

    Ein abschreckendes, negatives Highlight!

  15. 30.

    Christine:
    "Ich finde das total nervig. Für sowas hat man noch Geld übrig?? Es sollten lieber schnell die alten U Bahnen aus dem Verkehr gezogen werden. Linie U5 im Berufsverkehr eine Katastrophe."

    Aber dann fahren ja noch weniger Züge im Berufsverkehr!

  16. 29.

    Wie schön war das in den 70ern und 80ern, wenn man als Ansage der nächsten Haltestelle nur ein brüskes "Scheschchwöschtrsse" hingenuschelt kriegte, das einzige Warnsignal ein markiges "ZURRÜCKBLEIBEN!!" war und die einzig nervigen Geräusche von kreischenden Rädern in Kurven wie am Mehringdamm kamen.

  17. 28.

    " Bruce Willis seine Stimme oder die von Arnie.....das wäre auch ein Highlight:-) "

    Das währe wirklich mal ein Highlight aber dann bitte das volle Programm also ...

    " Yippie - Ya - Yay Schweinebacke zurück bleiben bitte !! "

  18. 27.

    Aber wenn wir schon mal bei den englischsprachigen Ansagen sind - ich schäme mich immer fremd bei „The 3G rule applies ...“ Vielleicht könnte man da bei der Gelegenheit ja auch nachbessern.

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