Angriff im Jahr 2021 - Hacker entwendeten bei der TU Zeugnisse und vertrauliche Protokolle

Mi 18.05.22 | 15:12 Uhr
Symbolbild: Eckgebaeude der Technische Universitaet, am Ernst-Reuter-Platz. Hardenbergstrasse, Berlin Charlottenburg. (Quelle: dpa/Joko)
Bild: dpa/Joko

Ein Jahr nach dem Hackerangriff auf das zentrales IT-System der TU Berlin gibt es Informationen zum Ausmaß des Datenklaus: Hunderte teils vertrauliche Dokumente wurden entwendet. Die Wiederherstellung kostete Hundertausende Euro.

Bei dem Hacker-Angriff auf die Computersysteme der Technischen Universität Berlin (TU) vor einem Jahr sind 5.566 Dateien gestohlen oder beschädigt worden. Darunter waren auch hunderte Dokumente mit Bewerbungsunterlagen, Gutachten, vertraulichen Protokollen, Zeugnissen, Passwörtern und Fotos. Das teilten der Senat und die Universität auf eine Anfrage der Linken mit. Die betroffenen Menschen seien entsprechend den Datenschutzrichtlinien informiert worden.

Verschiedene Bereiche der Windows-Computersysteme der TU waren Ende April 2021 massiven Hacker-Angriffen ausgesetzt. Aus Sicherheitsgründen wurden damals verschiedene IT-Dienste abgeschaltet.

Unter den gestohlenen Daten vertrauliche Protokolle

Die Reparatur der Schäden habe zum Teil lange gedauert, hieß es jetzt in der Antwort. Die Dienste für den Lehr- und Studienbetrieb seien schon nach zwei Tagen wieder nutzbar gewesen - das temporäre Not-Mail-System ab Mitte Mai 2021, der Exchange-Service allerdings erst nach etwa drei Monaten. Die Finanzbuchhaltung sei bis Juli 2021 gestört gewesen. Erst zum Wintersemester im Oktober standen den Angaben zufolge die meisten der Dienste wieder zur Verfügung. Inzwischen sei der Wiederaufbau der überarbeiteten IT-Infrastruktur weitgehend abgeschlossen.

Wie hoch der Schaden war, ist unklar. Allein die Wiederherstellung der aktualisierten Sicherheitsstandards in den zentralen Systemen kostete demnach rund 445.000 Euro unter anderem für externe IT-Beratungen und Dienstleistungen. Zu der Frage nach möglichen Tätern habe das Landeskriminalamt bisher nichts mitgeteilt, hieß es. Die Gruppe, die den Angriff ausführte, soll auch mit weiteren Angriffen auf andere Einrichtungen in Verbindung gebracht werden.

Unter den gestohlenen Daten waren unter anderem 190 Dokumente aus Berufungsverfahren mit Bewerbungsunterlagen, Gutachten und Sitzungsprotokollen, 98 Protokolle mit vertraulichen Teilen, 82 Dokumente zu Promotionsverfahren, 70 Fotos mit Personen, 47 Dokumente mit persönlichen Daten, 26 Dokumente, die Passwörter enthielten, 12 Dokumente zu Lehraufträgen mit Namen und Bezahlung und 6 Mitschnitte aus Videokonferenzen.

Sendung: Radioeins, 18.05.2022, 15:25 Uhr

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