Sanierung dauert vermutlich mehrere Tage - Feuerwehr räumt wegen Wasserschadens Hochhaus in Leipziger Straße

So 29.05.22 | 18:00 Uhr
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Bewohner verlassen das Gebäude.
Video: rbb|24 | 29.05.2022 | Material: NonStopNews | Bild: NonStopNews

Rund 200 Bewohner eines Hochhauses haben eine kurze Nacht hinter sich: Nachdem im 11. Stock ein Wasserventil geplatzt war, mussten alle Anwesenden ihr Zuhause verlassen. Das Gebäude steht nun leer. Die Behebung der Schäden wird wohl mehrere Tage dauern.

Ein Hochhaus in der Leipziger Straße in Berlin-Mitte ist nach einem Wasserschaden komplett geräumt worden. Das hat die Feuerwehr dem rbb am Sonntagmorgen bestätigt. Demnach wurden 205 Bewohner des 20-stöckigen Hauses in Sicherheit gebracht.

Am Samstagabend war laut Feuerwehr im 11. Stock des Hauses ein Ventil einer Steigleitung geplatzt. Dadurch seien erhebliche Mengen Wasser ausgetreten. Zeitweise habe man von außen beobachten können, wie Wasser die Fassade des Gebäudes heruntergelaufen sei, hieß es.

Gefahr durch Strom und fehlenden Brandschutz

Das zuständige Bezirksamt Mitte entschied laut Feuerwehr, das Gebäude aus Sicherheitsgründen zu räumen. Zum einen habe die nun defekte Steigleitung dem Brandschutz gedient, erklärte Sprecher Thomas Kirstein. Zum anderen sei durch den Wasserschaden die Stromversorgung des Hauses beeinträchtigt worden.

Polizei und Feuerwehr brachten den Angaben zufolge mit rund 70 Einsatzkräften bis zum frühen Sonntagmorgen die Bewohner in Sicherheit. Diese seien mit Unterstützung der Berliner Verkehrsbetriebe zum Flughafen Tegel gebracht worden, wo sie unter anderem in Hotels und Sammelunterkünften untergekommen seien, hieß es weiter.

Die zuständige kommunale Wohnungsgesellschaft WBM stehe mit den Mieterinnen und Mietern in Kontakt, so ein Sprecher. "Wir unterstützen, wo wir können. Wir befinden uns in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt Berlin-Mitte." Als nächstes werde der Gesamtschaden des Wohnhauses begutachtet. "Daraus leiten sich dann die nächsten Schritte ab."

Bezirk: Instandsetzung des Hauses wird mehrere Tage dauern

Die Behebung der Havarie werde vermutlich rund eine Woche dauern. Dies sagte der Bezirksstadtrat in Berlin-Mitte, Ephraim Gothe (SPD) dem rbb. "Ich will den Teufel auch nicht an die Wand malen, dass das viel länger als eine Woche dauert, aber eine Woche wird es bestimmt sein", so Gothe.

Das Wasser sei von der elften Etage bis in den Keller gelaufen, hieß es weiter. Man müsse daher befürchten, dass im Zusammenhang mit dem Stromnetz Schäden zu beheben seien. Dem "Berliner Kurier" sagte Gothe, dass bei dem Einsatz wegen der Gefahr von Kurzschlüssen der Strom abgeschaltet worden sei. Wie es zu dem Schaden kam, ist noch unklar.

Sendung: rbb24 Abendschau, 29.05.22, 19:30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Hoffentlich wird das Haus rund um die Uhr gut bewacht. Die Wohnungen sollen mindestens zwei Wochen lang unbewohnbar bleiben. Erst danach dürfen die Mieter zurück. So ein großes Hochhaus, völlig ohne Bewohner, das wird sonst ganz schnell Vandalen und Plünderer anlocken, die da einsteigen werden. Da muss ein Sicherheitsdienst vor Ort aufpassen. Ist Sache des Vermieters.

  2. 8.

    Nun da wäre die Fuge zwischen Schwelle und Boden. Wie gesagt Wasser findet seinen Weg. Das Problem ist die ausreichende Belüftung in der Trocknungsphase, da es sonst Schimmel gibt.

  3. 7.

    "Balkontüren?"
    Es ist auszuschließen, das die Rahmen OK FB abschließen.

    Das sich Wasser seinen Weg sucht schließe ich nicht aus. Wenn es von innen an der Außenwand austritt ist wohl einiges im Argen.

  4. 6.

    Diese Balkontüren sind nicht bodentief; haben eine ziemlich hohe Schwelle. ( Teil der gesamten Platte ). Wir hatten hier mal durch Unfug ein Problem: Jemand drehte an einer Entleerung und ein Kellergang und der unterste Podest ( alles geschliffene Platten) war so 2 cm mit Wasser bedeckt. Nach Absaugung dauerte die Fugentrocknung bestimmt 2 Monate.

  5. 5.

    Au weia, was für'n Schreck in der Abendstunde! Das hätte ja auch viel schlimmer ausgehen können - nicht auszudenken. Allen Betroffenen wünsche ich einen guten Ausgang!

  6. 4.

    Balkontüren? Oder wie soll man auf die Balkone kommen? Zudem Wasser sucht sich seinen Weg, das weiß jeder, der schon einmal einen Wasserschaden aus einer Wohnung über sich in seiner Wohnung hatte. Die Trocknung wird länger als eine Woche dauern und die anschließenden Renovierungsarbeiten in den betroffenen Wohnungen noch viel länger.

  7. 3.

    "Zeitweise habe man von außen beobachten können, wie Wasser die Fassade des Gebäudes heruntergelaufen sei, hieß es." Mal kurz überlegt... Bodentiefe Türen und Fenster gibt es nicht.
    Somit wird wohl über dem Fußboden die Fuge der Außenwand offen sein.
    Das saniert man nicht in einer Woche...

  8. 2.

    "Eckventil einer Nasssteigleitung geplatzt"
    ...
    ...
    "Wie es zu dem Schaden kam, ist noch unklar."

  9. 1.

    Das Bezirksamt ist in der Lage, am Wochenende schnell etwas zu entscheiden? Denkt man gar nicht von einer trägen Behörde.

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