Ordnungsbehördliche Beerdigungen - Berliner Behörden bestatten mehr als 2.700 einsam Verstorbene

Mi 18.05.22 | 08:16 Uhr
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Symbolbild: Eine Kerze steht an einer Grabstätte für anonyme Urnengräber auf einem Friedhof. (Quelle: dpa/H. Dittrich)
Audio: rbb 88.8 | 18.05.2022 | Michael Ernst | Bild: dpa/H. Dittrich

Mehr als 2.700 Menschen sind im vergangenen Jahr in Berlin von den zuständigen Behörden bestattet worden, weil zumindest zunächst keine Angehörigen festgestellt werden konnten. Die Bezirke listeten für 2021 genau 2.733 sogenannte ordnungsbehördliche Bestattungen auf, wie die Senatsgesundheitsverwaltung auf eine Anfrage der Linken mitteilte.

Die meisten Fälle in Spandau, die wenigsten in Marzahn-Hellersdorf

Eine ordnungsbehördliche Bestattung gibt es laut Gesetz, wenn keine Angehörigen vorhanden oder zu ermitteln sind und kein anderer für die Bestattung sorgt.

Insgesamt gaben die zwölf Bezirke zunächst rund fünf Millionen Euro für diese Beerdigungen aus, im Durchschnitt rund 1.800 Euro. In vielen Fällen konnten allerdings nachträglich noch Verwandte gefunden werden.

Große Unterschiede ergaben sich zwischen den Bezirken. Spandau nannte 357 und Neukölln 300 ordnungsbehördliche Bestattungen. In Marzahn-Hellersdorf waren es nur 142 und in Lichtenberg 145.

Deutlich weniger "Sozialbestattungen"

Außerdem gab es in Berlin 1.240 sogenannte Sozialbestattungen, deutlich weniger als im Vorjahr (1.550). Dabei bezahlt das zuständige Sozialamt die Kosten für eine einfache Beerdigung mit Sarg oder eine Feuerbestattung mit Sarg, Einäscherung und Urne. Enthalten sind auch "stiller Abschied in der Kapelle, Blumenschmuck, Gewand, Decke und Kissen". Das kostete insgesamt etwa 2,3 Millionen Euro.

2021 starben in Berlin 37.700 Menschen.

Sendung: Fritz, 18. Mai 2022, 9 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Also von Würde und Pietät kann bei Sozialbestattungen nicht gerade gesprochen werden.

    Das ist mehr verscharren als würdig beisetzen.

  2. 1.

    Es ist doch ein Skandal, wenn schon über die Armen und Einsam Verstorbenen, die Beerdigungs Kosten zum Thema gemacht werden. Das ist Pietätlos.

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