Super Recognizer - Polizei sucht Mitarbeiter mit Talent für Gesichtserkennung

Mo 23.05.22 | 12:01 Uhr
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Eine Mitarbeiterin der Polizei sitzt in der Einsatzzentrale (Bild: dpa/Britta Pedersen)
Bild: dpa/Britta Pedersen

Die Berliner Polizei sucht in den eigenen Reihen nach sogenannten Super Recognizern – Menschen, die sich Gesichter besonders gut merken können. Dafür habe man gezielt Tests durchgeführt, die nun abgeschlossen seien und ausgewertet werden, wie eine Polizeisprecherin am Montag mitteilte. Etwa 1.400 Beamte hätten sich an dem Verfahren beteiligt.

Bislang wenig Erfahrung mit Super Recognizern

Bereits im vergangenen Sommer hatte die Polizeibehörde alle rund 18.500 Polizistinnen und Polizisten zur Teilnahme eingeladen. Nun kümmert sich laut den Angaben der Polizei das Landeskriminalamt (LKA) um die Fragen, wer sich als Super Recognizer eignen könnte und wie entsprechende Einsätze aussehen könnten.

Super Recognizer sind Menschen, die eine besondere Begabung dafür haben, Gesichter wiederzuerkennen und dadurch Personen zu identifizieren. Bislang gebe es nur wenig Erfahrung mit Super Recognizern in der Polizeiarbeit, so die Polizeisprecherin. In den Tests der Berliner Polizei sollten die Teilnehmer demnach Gesichter am Computer in verschiedenen Situationen und Schwierigkeitsgraden wiedererkennen.

Sendung: rbb24 Abendschau, 23.05.2022, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Falsche beleidigende und vor allem ausgrenzende falsche Sprachformen in Verbindung mit dem ständigen und wiederholtem Einreden, dass Benachteiligte per se benachteiligt sein müssen, schadet ihnen. Insbesondere dann, wenn es so lange wiederholt wird, bis eine Lüge oder zu mindest falsche Wahrnehmung als „wahr“ wahrgenommen wird. Verstärkt wird das Ganze noch, wenn man völlig falsch andere (meist rechts) einordnet, wenn man auch zu recht fordernde Gedanken geäußert werden und dem Selbstwertgefühl der Betroffenen dann eigentlich viel mehr entspricht, statt Quotenforderungen für „jede Marotte“, wenn diese wollen.

  2. 4.

    Dabei geht es nicht um Anerkennung, sondern um rein eigennützige Funktionalisierung von Menschen. Mit Menschenwürde und Respekt hat das nichts zu tun.

    Ferner sind "Super Recognizer" kriminalistisch komplett irrelevant. Denn bzgl. Personenidentifikation sind die Erinnerungen oder Wahrnehmungen von Beamt*innen nicht das Gleiche wie harte Fakten - messbare, validier- bzw. falsifizierbare Informationen von erkennungsdienstlich erfassten Menschen. Personen nach dem vermeintlichen Gedächtnis zu erkennen, blendet auch aus, wie manipulierbar letzteres ist, selbst wenn sich die Betroffenen darüber bewusst sind. Dazu gibt es ganze Reihen an psychologischen Untersuchungen. Sonderrechte für Beamt*innen bei gleichzeitig unzureichender Aufnahme von Zeug*innenaussagen z.B. im Zshg. mit rassistischer Polizeigewalt sind ein Hohn.

    Polizei braucht kein Personal mit gefühlten Superfähigkeiten, sondern mit superber Ausbildung sowie Fortbildung, nebst der Kontrolle von Polizeiarbeit.

  3. 3.

    Prima, besondere Fähigkeiten, die sonst eher Benachteiligte haben, zu erkennen und zu nutzen. Wie kommt man an die ran?

    P.S. Ihren Text kann man mal "natürlicher Umgang/Gleichberechtigung" nennen - völlig entspannt. Weiter so.

  4. 2.

    in México City und anderen großen Städten hat man vor Jahren damit angefangen . Autisten mit fotografischen Gedächtnis, können auch gut Gesichter erkennen oder in Mexiko hat man Menschen mit Behinderungen (Taub Stumme) als Lippenleser vor die Monitore der Überwachungskammeras gesetzte und erzielten gute Ergebnisse . Kriminelle wurden bei Realisierung ihrer geplanten Straftat gleich festgenommen . Willkommen Berlin im Jahre 2022 bitte Aufwachen !!!

  5. 1.

    Also Gesichter kann ich mir wirklich gut "wegmerken". So eine Schwarz/Weiss-Einteilung klappt auch noch. Aber bei der direkten Zuordnung halte ich es eher wie Nena ... "Irgendwie, irgendwo, irgendwann". Na, und bei Namen erst - meist heissen die dann Hey Du, Hallo Sie oder Ach Daher. Ok, es gibt natürlich auch Ausnahmen.

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