Erster bestätigter Fall in Brandenburg - Mann aus Potsdam positiv auf Affenpocken getestet

Sa 28.05.22 | 13:02 Uhr
Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren, koloriert. (Quelle: dpa/Andrea Männel)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 28.05.2021 | Theresa Majerowitsch | Bild: dpa/Andrea Männel

Die Affenpocken haben nun auch das Land Brandenburg erreicht. Das Robert-Koch-Institut hat das Virus bei einem 40-jährigen Potsdamer nachgewiesen. Er und seine ermittelten Kontakte befinden sich in Isolation.

Ein erster Affenpocken-Fall ist jetzt auch im Land Brandenburg nachgewiesen worden. Bei einem Mann aus Potsdam ist eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen worden. Das hat das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) am Samstag bekannt gegeben.

Das Ergebnis wurde demnach im Konsiliarlabor für Pockenviren des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestätigt. Bei dem Betroffenen handelt es sich um einen 40-Jährigen. Er befindet sich in häuslicher Isolation.

Nonnemacher und Schubert nicht überrascht

Gesundheitsministerin Ursula Nonnenmacher (Grüne) zeigte sich in der Mitteilung nicht überrascht. Es sei zu erwarten gewesen, dass auch in Brandenburg Fälle von Affenpocken auftreten würden, sagte sie. Die Gesundheitsbehörden hätten eng abgestimmt gehandelt.

Die Kontaktpersonen des Infizierten hat das Gesundheitsamt in Potsdam laut Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) ermittelt. Auch sie befänden sich laut Schubert derzeit in häuslicher Isolation.

"Nach den ersten Fällen in Deutschland war es nicht auszuschließen, dass dies auch in Potsdam passieren kann", wurde er zitiert. Das Gesundheitsamt arbeite demnach "sehr eng" mit dem Gesundheitsministerium, den Ärzten und Laboren zusammen, "sodass alles für eine schnelle Eindämmung getan" werde, so Schubert. Dem Betroffenen wünschte Schubert eine gute Besserung.

WHO kennt Fälle in über 20 Ländern - acht Infizierte in Berlin registriert

Affenpocken sind eine seltene, von Tieren – vermutlich vor allem Nagetieren – auf Menschen übertragbare Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind selten, aber vor allem bei sehr engem Kontakt möglich. Seit Anfang Mai 2022 verbreitet sich das Virus erstmals in Europa von Mensch zu Mensch ohne eine epidemiologische Verbindung nach West- oder Zentralafrika.

Weltweit hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Virus in bisher in mehr als 20 Ländern ermittelt und rechnet laut einer Mitteilung an die Mitgliedsländer weiter mit steigenden Fallzahlen. Dennoch sieht die Organsiation keinen Grund für eine Alarmstimmung. "Das ist keine Krankheit, die die Öffentlichkeit besorgt machen sollte. Es handelt sich nicht um Covid", sagte die WHO-Expertin Sylvie Briand.

In Berlin sind bislang acht bestätigte Fälle einer Infektion mit dem Virus gemeldet worden.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 28.05.2022, 19:30 Uhr

Nächster Artikel