12,5 Liter Regen pro Quadratmeter - Nirgends ist es derzeit so trocken wie in Wiesenburg

Fr 06.05.22 | 18:36 Uhr
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Archivbild: Ansicht von Schloss Wiesenburg in Brandenburg am 22.04.2019. (Quelle: imago images/Steffen Schellhorn)
Bild: imago images/Steffen Schellhorn

Wiesenburg in Potsdam-Mittelmark wirbt mit seinem Renaissanceschloss als "Perle des Flämings". Derzeit ist es auch die regenärmste Region Deutschlands. Ein trockener Sommer soll es laut Experten in ganz Brandenburg werden.

Wiesenburg ist derzeit der trockenste Ort Deutschlands. Das sagte ARD-Wetterexperte Torsten Walter rbb|24 am Freitagvormittag auf Nachfrage. Demnach sind in der Gemeinde in Potsdam-Mittelmark seit dem meteorologischen Frühlingsbeginn am 1. März nur 12,5 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Weniger Niederschlag wurde deutschlandweit an keiner anderen Messstation registriert. "Normal wären grob geschätzt 50 Liter und mehr für diesen Zeitraum", ergänzte der Meteorologe.

Aus Russland kommendes Hochdruckgebiet

Die derzeit eingefahrene Wetterlage sorge für die anhaltende Trockenheit. Diese entsteht laut Walter durch ein von Russland aus kommendes "gar nicht so wirklich starkes Hochdruckgebiet, das sich bis zum Atlantik erstreckt". Dieses blockiere beharrlich jede Westströmung, die sonst häufig im Frühjahr einsetze und Tiefdruckgebiete samt Regen nach Deutschland bringen könnte.

"Sowas kommt alle paar Jahre mal vor", so Walter weiter. Das Wetter wird sich in den kommenden Tagen auch nicht ändern, Regen ist vorerst nicht vorhergesagt.

Trockener Sommer für ganz Brandenburg erwartet

Nach Angaben des Klimaforschers Fred Hattermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung steht in ganz Brandenburg ein besonders trockener Sommer bevor.

Es gebe weniger Niederschläge, zugleich sei in den vergangenen Jahren die Verdunstung stark angestiegen, sagte der Wissenschaftler am Freitag rbb24 Brandenburg aktuell. Der Klimawandel sorge zudem für höhere Temperaturen.

Auch der zurückliegende Winter habe leider keine Entlastung gebracht, es habe zu wenig geregnet. Im Grundwasser sowie in Flüssen und Seen habe sich daher nicht so viel Wasser angesammelt wie gewünscht. Mit diesem Defizit gehe man nun in den Sommer: "Es müsste schon sehr viel regnen, um das auszugleichen", sagte Hattermann. Das sei allerdings nicht abzusehen. Genaue Prognosen für den Sommer könne er noch nicht geben.

Kleingärtner und Landwirte betroffen

Die Trockenheit spüren nach seinen Worten auch Hausbesitzer und Kleingärtner. Ihnen rät Hattermann, schattenspendende Bäume zu pflanzen sowie Rasen, der hitzeresistent ist. Ratsam sei es auch, das Regenwasser aufzufangen und für die Bewässerung zu nutzen.

Die zunehmende Trockenheit beeinträchtigt Experten zufolge mittlerweile auch das Wachstum wichtiger landwirtschaftlicher Pflanzen. Am stärksten betroffen sei der Nordosten, wo es mittlerweile von Mitte März bis Mai an etwa 40 Tagen nicht mehr regne, sagte Tobias Fuchs vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bei der Vorstellung des DWD-Klima-Statusberichts am Dienstag.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.05.2022, 14 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    "Schattenspendende Bäume pflanzen"....ehe die groß genug sind um Schatten zu spenden sind sie längst vertrocknet wenn man nicht ständig gießt. Gärtnern in Brandenburg ist einfach nur noch frustrierend, weil jedes Frühjahr der Regen fehlt. Bäume und Büsche erfrieren nicht mehr - weil die Winter meist mild sind - aber vertrocknen schneller als man denken kann. Kakteen und andere Wüstenpflanzen wären mal eine Idee....

  2. 6.

    Was hat das jetzt mit Wiesenburg zu tun?
    Aus dem Osten kommt die Trockenheit und aus dem Westen der Regen.

  3. 3.

    Ihre Ideen sind an diesem Freitag wieder der Hammer und wie immer bedenken Sie die Folgen nicht. Wer wird Sie ohne Kraftstoff im Supermarkt bedienen? Wer im Backshop oder in der Apotheke arbeiten? Wer fährt den nächsten Bus? All diese Menschen reisen auf Grund schwacher oder gar fehlender Infrastruktur mit dem Auto zur Arbeit an! Einfach mal überdenken....

  4. 1.

    Dreht der Raffinerie in Schwedt den Ölhahn zu. Sofort wird im Nordosten viel Wasser gespart.

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