Wartezeiten in der Psychotherapie - "Nur zwei von ungefähr 60 Therapeuten haben sich zurückgemeldet"

Mi 25.05.22 | 19:19 Uhr | Von Wanda Bleckmann und Haluka Maier-Borst
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Illustration mehrerer Personen, die alle telefonisch mit derselben Therapeutin verbunden sind, in der Hoffnung einen Therapieplatz zu bekommen. (Bild: rbb|24)
Video: rbb24 Abendschau | 25.05.2022 | H. Daehler/W. Bleckmann/H. Maier-Borst | Gespräch mit W. Bleckmann | Bild: rbb|24

Die Wartezeiten für einen Platz in der Psychotherapie liegen bei mehreren Monaten. Was macht die lange Suche und das Warten mit denjenigen, die dringend Hilfe suchen? Drei Betroffene erzählen. Von Wanda Bleckmann und Haluka Maier-Borst

Lea: Man denkt immer, man stirbt. Auch wenn ich weiß, ich werde jetzt nicht sterben, fühlen sich meine Panikattacken genau so an. Im Körper werden die gleichen Hormone wie in einer lebensbedrohlichen Situation ausgeschüttet.

Boris: Ich bin eigentlich kein Mensch, der von sich aus sagt, ich habe ein Problem. Irgendwann habe ich aber gemerkt, hier stimmt was nicht. Ich kann nicht mehr schlafen, ich bin tagsüber nicht richtig wach. Ich kann kaum noch arbeiten und mich konzentrieren. Ich bin dann zum Arzt, der eine Depression diagnostiziert hat, so dass ich mehrere Wochen bei der Arbeit ausgefallen bin.

Etwa eine von drei Personen in Deutschland leidet laut Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) an einer psychischen Störung. Nicht einmal die Hälfte der Betroffenen hat aber je professionelle Hilfe in Anspruch genommen [aerzteblatt.de]. Es ist schwer, Therapeuten zu finden, die überhaupt einen freien Platz haben - und zu einem passen.

Userinnen und User haben rbb|24 geschildert, was diese Suche mit ihnen gemacht hat. In den Gesprächen wurde ihnen Anonymität zugesichert, weswegen alle hier verwendeten Namen verfremdet sind. Hier sind ihre Geschichten.

Lea: Das erste Mal sind die Panikattacken ein Jahr vor meinem Abitur aufgetreten, das war 2013. Ich bin sofort in Therapie, weil es sehr akut und schlimm war. Ich konnte vier Monate lang nicht das Haus verlassen. Nach der Behandlung dachte ich, dass ich geheilt bin. Erst durch den Druck im Studium und durch die Pandemie habe ich gemerkt, dass ich das aber überhaupt nicht in den Griff bekommen hatte.

Danielle: Ich habe leider schon immer Panikattacken. Wenn das ein bis zwei Mal im Monat passiert, dann ist es okay. Aber wenn es jeden Tag mehrmals passiert, dann hält man das nicht mehr aus. Krasses Herzrasen, Luftnot, Kreislauf oder der Gedanke, ich falle gleich tot um. Da habe ich mir gesagt, dass ich was machen muss.

Lea: In der Zeit, in der ich wirklich nicht arbeiten konnte, also das komplette erste Jahr der Pandemie, hat mein Vater mich finanziell unterstützt. Das war mein großes Privileg.

Die Anzahl an Tagen, die Arbeitnehmer in Deutschland aufgrund einer psychischen Erkrankung von der Arbeit fernbleiben, steigt seit Jahren. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Krankenkasse DAK-Gesundheit 276 Fehltage pro 100 Versicherte, das ist ein neuer Höchststand. 2018 waren es noch 40 Tage weniger. 1997 waren es rund 77.

In Berlin und Brandenburg fielen Beschäftigte 2021 dabei öfter aus als im Bundesdurchschnitt. Der Durchschnitt für Berlin lag bei 303 Fehltagen und 314 in Brandenburg.

Danielle: Ich habe dann eine sogenannte Sprechstunde bei einer Therapeutin in Anspruch genommen. Mit der Dame habe ich mich super verstanden, aber sie hatte keinen Therapieplatz frei. Ich musste mir nach der Sprechstunde mit der Diagnose also jemand anderes suchen. Die Kassenärtzliche Vereinigung bietet eine Suchfunktion für Therapeuten auf ihrer Website an. Dort habe ich mir wirklich alle Therapeuten für meine Therapierichtung rausgesucht.

Meine einzige Einschränkung: Ich habe mir rund um meinen Wohnort einen Radius gezogen, um zu schauen, wo ich es schaffen kann, regelmäßig hinzukommen. Alle innerhalb des Radius habe ich dann abtelefoniert - und am Ende haben sich, glaube ich, zwei von ungefähr 60 Therapeuten zurückgemeldet.

Lea: Ich hatte eigentlich keinen speziellen Suchradius, weil ich weiß, wie wenig Therapieplätze es gibt. Ich habe nicht außerhalb Berlins gesucht, aber verschiedene Bezirke in Berlin abgeklappert.

Es gibt eine begrenzte Anzahl an Kassenzulassungen für Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen. Wie viele Stellen das genau sind, variiert nach Planungsbereichen. Generell finden sich aber mehr Therapeutenstellen in städtischen als in ländlichen Gebieten. In Berlin kommen durchschnittlich 56 Vollzeitstellen auf 100.000 Einwohner, in Charlottenburg-Wilmersdorf sind es 109. In Brandenburg liegt der Höchststand in Potsdam mit 45 Therapeuten und Therapeutinnen auf 100.000 Bewohner. In Spree-Neiße sind es nur rund 17 .

Lea: Der Pandemiezustand hat meinen Zustand verschlimmert. Auch ich musste mich erst überwinden, mich auf die Suche zu machen. Denn mir war von vornherein total klar, dass ich nicht sofort jemanden finden werde. Ich habe es oft auch gar nicht geschafft, am Telefon zu den Therapeuten durchzukommen. Wenn man dann doch mal durchgekommen ist, dann hat man gemerkt, dass die super gestresst sind und gar keine Zeit haben.

Die Nachfrage nach einer psychotherapeutischen Behandlung ist durch die Corona-Pandemie offenbar gestiegen. In einer Online-Umfrage der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung gaben Mitglieder im Durchschnitt an, dass sie vor der Pandemie, im Januar 2020, wöchentlich 4,9 Anfragen erhielten. Ein Jahr später waren es 6,9 – eine Zunahme von 40,8 Prozent. Von diesen anfragenden Patienten und Patientinnen bekommt etwa ein Viertel einen Termin für ein Erstgespräch. Das heißt aber nicht, dass sie dort dann auch einen Therapieplatz bekommen.

Lea: Zu hören, wir haben keinen freien Platz oder wir können Sie nur auf die Warteliste setzen, ist auf jeden Fall frustrierend. Aber es war teilweise auch so, dass mein Behandlungsbedarf infrage gestellt wurde. Natürlich muss man jemanden mit einer akuten Psychose oder Depression zuerst behandeln. Aber trotzdem möchte ich nicht, dass meine Erkrankung weniger ernst genommen wird. Wenn ich zum Arzt gehe, weil ich mir den Knöchel verstaucht habe, sagt der mir ja auch nicht: ‘Der ist aber nicht gebrochen.’

Danielle: Hartnäckig sein und den Aufwand nicht scheuen. Das war bei mir wichtig. Aber wenn man dazu nicht in der Lage ist, dann fällt man ganz schnell hinten runter. Leute, die so richtig depressiv und antriebslos sind, die schaffen das nicht. Für die muss es eine andere Option geben. Für die ist es ja schon schwer, auf einen Anrufbeantworter zu sprechen, geschweige denn 60 bis 70 Anrufe am Tag zu machen.

Boris: Wenn man Praxen per E-Mail anschreibt, kommen ja nicht innerhalb von 15 Minuten Antworten. Jeden Tag die E-Mails zu checken und immer wieder enttäuscht zu werden, weil keine Antwort kommt oder es keinen Platz gibt... das muss ich nicht haben.

Lea: Der erste Therapeut, den ich gefunden habe, war ein psychiatrischer Arzt. Ein älterer Mann, und der hat seltsame Sachen gelobt an mir. Er hat mehrfach gesagt, wir sind in einer Pandemie, die gesunde Reaktion sei, eine Angststörung zu entwickeln und dass er da keinen Therapiebedarf sieht. Aber wenn ich möchte, könne er mir starken Beruhigungsmittel verschreiben. Das war so ein väterliches Auf-den-Kopf-Tätscheln, das passte gar nicht. Bei meiner jetzigen Therapeutin ist es komplett anders. Ich habe sofort gemerkt, das passt perfekt.

Wie viele Betroffene am Ende mit der Suche ganz aufhören, weil sie niemanden finden, das weiß man nicht genau. Man weiß eben nur, dass wohl über die Hälfte aller Menschen mit Bedarf nie professionelle Hilfe bekommt. Sei es, weil sie nie danach gesucht haben. Oder weil sie während der Suche entmutigt wurden. Um jemanden zu finden, braucht es oft Glück. Und mitunter auch viel Bereitschaft für Kompromisse.

Lea: Anderthalb Jahre habe ich gesucht, und ich kenne Leute, die noch viel, viel länger gesucht haben. Ich würde nicht sagen, dass ich Pech gehabt habe. Ich bin eher die, die Glück gehabt hat. Ich habe jetzt eine Therapeutin, die zu mir passt. Aber ja, ich muss für jede Sitzung jetzt doch von Pankow nach Bernau rausfahren.

Boris: Ich habe bis jetzt keinen Therapeuten gefunden. Ich wollte die Suche demnächst wieder anfangen. Aber gerade war es mit der Arbeit ein bisschen stressig und ja, mir geht es auch wieder besser. Jetzt kommt die Sonne wieder raus und im Endeffekt sucht man sich irgendwie so seine Wege. Ich versuche, mich selbst ein bisschen zu behandeln, soziale Sachen zu machen, die mir Freude machen, die nicht so auf die Psyche gehen und mich nicht irgendwie runterziehen.

Danielle: Ich sage es mal ganz lapidar, meine Therapeutin ist so eher der Typ ältere Mutti. Es ist okay, ich habe sie seit einem Jahr. Aber ich habe schon das Gefühl, es würde andere Therapeuten geben, wo es besser passt. Aber wenn ich jetzt diesen Platz sausen lasse, wie lange soll ich denn dann warten? Gerade in dieser ersten Situation, wo es mir wirklich schlecht ging, habe ich gedacht, ich muss das einfach angehen. Ich kann da nicht noch vier Monate ins Land ziehen lassen.

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen? Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Bei der Telefonseelsorge finden Sie rund um die Uhr Ansprechpartner, auch anonym.
Telefonnummern der Telefonseelsorge: 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 www.telefonseelsorge.de

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Beitrag von Wanda Bleckmann und Haluka Maier-Borst

26 Kommentare

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  1. 26.

    Leider ein Antwort ohne Substanz. Ich wünsche meinen größten Feind von mir, NICHT mein Leid und Elebtes. Ich wünsche auch für Sie nicht mein Erlebtes durch zu machen. Es ist im Leben nicht alles rosig oder hellgrau sondern es gibt auch Momente die schwarze Flecken in der Seele eines Menschens dauerhaft hinterlassen. Jedoch ich danke für ihre Antwort. Und wenn die Hoffnung stirbt ist auch die Suche nach stationär oder nicht vergeblich. Dann lieber ein gutes Gespräch mit ein Freund. Mit Liebe.

  2. 25.

    Der Psychotherapie kann man durchaus skeptisch gegenüberstehen. Die Langzeitwirkung ist ja nicht wirklich berauschend.

    Leider sehen viele Patienten die Psychotherapie als Allheilmittel.

    Wir müssen uns daran gewöhnen, dass das System der GKV gründlich überarbeitet werden muss. Wir können uns unser Gesundheitssystem schon lange nicht mehr leisten.

    Lange Wartezeiten gibt's übrigens nicht nur bei der Psychotherapie. Auch bei Chemo ect müssen Patienten oft lange warten

  3. 24.

    Ich bin Gutachter und Inhaber einer Praxis für forensische Psychiatrie. In der Praxis sind auch 2 Psychotherapeuten mit Kassenzulassung tätig. Da es in den letzten Jahren zu immer mehr Problemen mit Kassenpatienten gekommen ist, arbeiten wir nur noch auf Basis Kostenerstattung oder Selbstzahler.

    Die Zahlungsmoral vieler Kassen und das Verhalten vieler Patienten ließ uns keine andere Wahl.

  4. 23.

    Dann gibt's noch stationäre und teilstationäre Möglichkeiten. Ebenso kann vieles auch medikamentös behandelt werden.

  5. 22.

    Klar.
    Die gehen gleich in die Fliedner-Klinik, wo nur Privatpatienten behandelt werden bzw. nach dem Erstgespräch weiter vermittelt werden.

  6. 21.

    Dann stationäre oder teilstationäre Möglichkeiten nutzen.

    Oder Privatpraxis aufsuchen und selbst zahlen

  7. 20.

    Für Privatpatienten wird bis zu 3,0 fach mehr berechnet als für gesetzlich Versicherte. Der Schreibkram ist auch nicht mehr

  8. 19.

    Die von Ihnen benannten Fälle kommen vor. Das Hauptproblem ist aber wie gesagt eine Psychotherapie, die auf viel zu lange Behandlungsdauern setzt. Als Klient ist man auf eine gewisse fürsorgliche Führung angewiesen. Und wenn dann, wie einst bei mir, die ALLERERSTE Frage ist, ob ich die nächsten Jahre (!) zwei oder drei Mal pro Woche kommen will, dann ist m.E. gleich klar, wo ein Hauptproblem liegt. - Und ja: Natürlich sucht man als Klient* ein* Therapeut*n, der zu einem passt! Man vertraut diesem Menschen oft intimere Dinge an als seinem Lebenspartner. Da nimmt man natürlich nicht einfach den ersten, der gerade Zeit hat. Das ist doch wesentlich für den Behandlungserfolg! Es sind unpassende oder sogar inkompetente Psycholog*n, die hauptsächlich zu endlosen Sitzungsreihen beitragen. Ich kenne Fälle, wo die Therapie nicht nur sinnlos, sondern sogar klar negativ für d Klienten UND seine Familie war. Trotzdem ging sie weiter - als die Kasse nach 280 h nicht mehr zahlte, zahlte der Klient.

  9. 18.

    Hallo,
    ich kenne es so, dass man als Patient in einer Praxis zunächst eine Art Therapievertrag unterzeichnet, in dem die wichtigsten Regeln für Patient und Therapeut/in drin stehen. So. z. B. auch, wie weit im Voraus man einen Termin absagen muss und dass man dann eben den Betrag für die ausgefallene Stunde selbst bezahlen muss, sollte man nicht z. B. binnen 48 Std. vorher absagen. Vielleicht wäre es zumindest für dieses Problem eine Lösung?

  10. 17.

    Ich befürchte, dass die wirklich kranken Menschen oft keinen Platz bekommen, weil sie gar nicht die Kraft haben, sich darum zu kümmern. Die landen in der Klinik oder schlimmeres.
    Aber da heute viele Menschen egoistisch sind und eine enorme Anspruchshaltung haben, bekommen oft die falschen den Platz.
    Die anderen leiden still und sind irgendwann weg von der Bildfläche.

    Und natürlich sollte die erste Frage sein, warum haben so viele Menschen psychische Probleme? Was stimmt in uns. Gesell. nicht?

  11. 16.

    An sich kann man viele psychische Erkrankungen auch medikamentös hauptsächlich oder unterstützend behandeln, aber eine Psychotherapie ist auf lange Sicht nachhaltiger und erfolgsversprechender, da nicht nur chemisch in ungünstige Prozesse im Gehirn eingegriffen wird, sondern wirklich über Lernen, Anregung neue Erfahrungen zu sammeln, Veränderung der Kognition. Ich kenne beides und weiß, dass je nach Lebensabschnitt mal das eine, mal das andere oder beides in Kombination notwendig sein kann.

  12. 15.

    1.Privatpatienten werden weniger bezahlt als gesetzlich Versicherte, der Schreibaufwand ist enorm. Es ist vorgeschrieben, mindestens 25 Therapiestunden für Kassenpatienten pro Woche durchzuführen. Ein Privatpatient wird deshalb öfters abgewiesen als ein gesetzlich Versicherjter.
    2. Trotz Telefonsprechstunden zur Terminierung, wird oft außerhalb dieser Zeiten auf den AB gesprochen,abends und zum Wochenende. Diese Zeiten sind vorgeschrieben und dürfen genutzt werden.
    3.Hausärzte sind rarer.

  13. 14.

    Gilt sicher für viele:

    Wer wirklich Hilfe braucht, hat keine Kraft für hunderte Telefonate und monatelanges Warten.

  14. 13.

    Der Gesetzgeber hatte die Psychotherapeuten zum ca einstündigen Eingangsgespräch verpflichtet.
    Nun stellen Fachleute fest, das der Therapiebedarf groß größer am größten ist.
    Mehr Dauerterminw gibt es dadurch auch nicht. Und für die Psycho-Kollegen ist es auch frustrierend, immer längere WArtelisten zu erstellen, ohne Chance diese je abzuarbeiten.
    Wenn der Bedarf an Therapien so massiv ansteigt, ist es auch ein Fingerzeig das in unserer Gesellschaft immer mehr auslösenende Faktoren bestehen.

  15. 12.

    Es ist absolut verrückt und schrecklich, dass die zuständigen Kassen, Verbände und Politik nicht in der Lage sind, das Gesundheitssystem modern aufzustellen.
    Sie hinken immer dem Zeitgeist und der Entwicklung hinterher.
    Entwicklungstraumata und Schocktraumata sind DAS THEMA unserer Zeit. Das ist ENDEMISCH verbreitet.
    Das Wissen zum Umgang damit gehört in jede Arztpraxis und Beratungstelle. Wir alle werden im Laufe unseres Lebens mit einer hohen Wahrscheinlichkeit damit konfrontiert und fast immer, sind wir nicht darauf vorbereitet. Wir drücken uns den Hintern in der Schule platt, um Wissen zu lernen, dass uns nicht befähigt UNS ZU VERSTEHEN UND ZU HELFEN!
    Analphabeten im Bereich Trauma.
    Es müsste sowohl in der Grundschule und in der Oberschule altersgemäß vermittelt werden. Im Rahmen von Gewaltprävention.

  16. 11.

    Dazu kommt, dass man viele psychische Erkrankungen auch medikamentös behandeln kann. Die Erfolgsaussichten einer Psychotherapie sind oft schlechter als die einer medikamentösen Therapie.

    Letztlich muss man vom Patienten aber auch eine gewisse Flexibilität erwarten. Wenn man keinen ambulante Versorgung findet, kann man immer noch eine stationäre oder teilstationäre Behandlung in Anspruch nehmen

  17. 10.

    Dafür zahlen Privatpatienten ja auch mehr. Kein niedergelassener Arzt und kein Krankenhaus kann ohne Privatpatienten überleben.

    Immer dieser Neid. Jeder Kassenpatient kann durch eine Zusatzversicherung zum Privatpatienten werden.

  18. 9.

    Eine blutende Seele/Psyche ist nicht so offensichtlich wie ein verwundeter Arm. Trotzdem zahlt die Gesellschaft letzlich den Preis für die therapeutische Unterversorgung, denn was lange auf der Seele liegt wird dann somatisch ... Rücken, Unfälle, Drogen-/Medikamentenmißbrauch, Gewalt... Doch am meisten leiden die Betroffenen.

  19. 7.

    Hallo, ich bin Psychotherpeutin in eigener Praxis. Ich möchte auch mal darüber informieren wie mit unseren Terminen umgegangen wird.
    1). Termine werden abgesagt und nicht wahrgenommen
    2). Termine werden nicht abgesagt, stehen damit nicht anderen Patienten zur Verfügung, Verdienstausfall
    3). Termine über die Terminservicestelle sind überhaupt nicht dringend (Angst seit 5 J.)
    4.) Termine über TSS gebucht, vom Patient bestätigt, Patient erscheint trotzdem nicht (werden an die KV zurück gemeldet und Patient wird gesperrt)
    5.) Patienten schauen sich 5 Therapeutem parallel an, machen überall die probatorischen Sitzungen und sagen dann ab
    6.) Patienten kommen mit Themen die nicht behandlungsbedürftig sind und nicht auf Krankenkassenkosten behandelt werden dürfen (zB Eheberatung und Erziehungsberatung)
    7.) Patienten mit 10 J. Dauertherapie, hüpfen von Kollegen zu Kollegen

    Dieses ganze Land will Psychotherapie, evtl. liegt es an den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen??

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