Nur 30 Kilometer weg vom Alex - Wolfsrudel nahe Berlin offenbar größer als gedacht

So 15.05.22 | 15:37 Uhr
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Symbolbild: Ein Wolf (Canis lupus) in einem Gehege im Wildpark Schorfheide. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Bild: dpa/P. Pleul

Das Wolfsrudel, das sich vergangenes Jahr in der Döberitzer Heide westlich von Berlin niedergelassen hat, ist offenbar größer als zunächst angenommen.

"Insgesamt gehen wir derzeit von acht Wölfen auf dem Gelände aus", sagte Nora Künkler, Sprecherin der Heinz Sielmannn Stiftung der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe über die Zahl aber keine absolute Gewissheit, da die Annahme auf Sichtungen per Wildkamera beruhe. Zunächst war Anfang Oktober 2021 von zwei Elterntieren und vier Welpen auf dem Areal die Rede.

Die größte Gefahr? - Der Verkehr!

Das Wolfsrudel ist nach Angaben Künklers in den vergangenen Monaten durch Verkehrsunfälle dezimiert worden. Zwei Jungwölfe seien auf Straßen überfahren worden. "Bei einem dritten Tier gehen wir vom gleichen Schicksal aus, aber in dem Fall ist es noch nicht nachgewiesen." Woher das Wolfsrudel ursprünglich stammt, ist nach wie vor unklar. Vorkommnisse wie Begegnungen zwischen Menschen und den Wölfen der Döberitzer Heide oder Konflikte seien bisher nicht bekannt geworden, sagte Künkler.

Streng geschützt und dokumentiert

Die Döberitzer Heide ist ein früherer Truppenübungsplatz, nicht weit von der Berliner Stadtgrenze und rund 30 Kilometer vom Alexanderplatz in Berlin-Mitte entfernt. Die Heinz Sielmann Stiftung hat das Gelände vor knapp 20 Jahren erworben und verfolgt das Ziel, Rückzugsräume für die Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.

Nach Stiftungsangaben leben in der Döberitzer Heide fast 1.000 geschützte Tierarten. Es gibt unter anderem Wisente und Przewalski-Pferde. Wölfe zählen laut der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) auf europäischer Ebene zu den streng geschützten Arten.

Sendung: rbb24 Inforadio, 15.05.2022, 09:00 Uhr

43 Kommentare

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  1. 43.

    "Für wirklich bedrohte Arten interessiert sich dort hingegen niemand."
    ... und wenn die Hommingberger Gepardenforelle ein Bauprojekt stoppt isses auch wieder verkehrt. Ja, wie denn nu?

  2. 42.

    Also es liest sich vll. entspannt. Aber die "Hündchen" sind schon Gold wert. Tierarztkosten für "Blessuren" fallen auch mal an. Wölfe sind hartnäckig und nicht gerade doof. Die testen Schwachstellen aus und geben oft erst kleinbei wenn sie sich "blutige Nasen" holen. Bisher liefen Schutz- und Vergrämungsmaßnahmen sauber "Hand in Hand". Ob das so bleibt, kann niemand voraussagen. Es sind aber nicht nur Wölfe, "Besuch" von freilaufenden Hunden, ohne Begleitung weit und breit, kamen häufiger vor.

  3. 41.

    Von ausrotten habe ich nichts geschrieben, nur von nachhaltiger Regulierung. Unterstellen Sie mir nichts!
    Im Übrigen sind Wölfe keinesfalls bedroht und überaus anpassungsfähig. Der derzeit gewährte Totalschutz ist folglich völlig unnötig, eine Überführung vom Naturschutz- ins Jagdrecht überfällig. Verhindert wird dies von unkundigen Personen, die in beständiger Lobbyarbeit ein sentimentales, verklärtes Bild vom Wolf entwirft, eben der Wolfslobby. Indes werden wirklich gefährdete, weil weit weniger anpassungsfähige Arten vernachlässigt. Die enormen Summen, die für Präventionsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Wolf ausgegeben werden, könnten besser für Artenschutzmaßnahmen zugunsten wirklich bedrohter Arten ausgegeben werden. Die Regulierung (nicht Ausrottung) der Wolfsbestände wäre der Jägerschaft zu überlassen.

  4. 40.

    Na, gerade das wehrhaften Schwarzwild geht der Wolf nicht so gerne an, nur wenn es nicht anders geht.

  5. 39.

    Es gibt keine Wolfslobby, höchstens Menschen die bemerkt haben das dieses Heimische Tier schützenswert ist
    Aber zu diesen Menschen gehören sie und Frau Heimhöfer wohl nicht
    Lediglich muss man die Wolfspopulation regulieren, vor allem Wölfe die immerwieder Weidevieh angreifen( Problemwölfe), zum Abschuss freigeben
    Aber ausrotten, NEIN

  6. 37.

    Das ist absoluter Blödsinn
    In vielen anderen Ländern wurde der Wolf nie ausgerottet, da hat auch niemand Interesse dran
    Auch der Wolf hat in der Natur seine Aufgabe, den Wildbestand zu regulieren, Wildschweine usw.
    Leider kann er halt weitergehen von Wildtieren nicht unterscheiden, wodurch es so zu Konflikten zwischen Wolf und Mensch kommt
    Der Mensch hat aber Möglichkeiten das Weidevieh zu schützen
    Elektrozeune, Herdenschutzhunde ( " Heidekind " hat da was geschrieben) ,
    Für den Mensch ist der Wolf in der Regel ungefährlich, was man in anderen Ländern, wo der Wolf schon immer Bestandteil der Natur ist , bemerkt.Es gibt allenfalls extrem selten Zwischenfälle zwischen Mensch und Wolf

  7. 36.

    Lieber ein Rudel Wölfe im Ring als noch eher Party Touristen und Zugezogene Studenten und Startup Mitarbeiter welche die Gentrifizierung massiv voran treiben. Der Wolf löst ggfs das Gentrifizierungsproblem.

  8. 35.

    Nee, ich bleibe nicht in der Stadt, ich wohne auf dem Land
    Bei Ihrer furchtbaren Angst und Panik vor diesem Tier würde ich Ihnen aber raten nicht in die Natur zu gehen
    Es könnte ja der Böse ,böse Wolf aus Grimms Märchen kommen
    Hatten Sie schon gewusst das es von Wildschweinen eher zu Angriffe auf Menschen gibt als vom Wolf
    Wollen Sie das Wildschwein dann auch ausrotten ?
    Ich denke das Ausrotten von Tieren jeglicher Art sollte eigentlich der Vergangenheit angehören

  9. 34.

    So ist es. Die Wolfslobby setzt sich überwiegend aus Personen mit Wohnsitz in Großstädten zusammen. Die Landbevölkerung weiss, dass der Wolf
    A) nicht wirklich bedroht ist sondern sich massiv vermehrt und ausbreitet und
    B) aus genau diesen Gründen nachhaltig reguliert werden müsste.
    Leider haben die Wölfe in Brüssel sehr einflußreiche Freunde, die diese Art über jede Vernunft hinaus idealisieren.
    Für wirklich bedrohte Arten interessiert sich dort hingegen niemand.

  10. 33.

    "Weidetierhalter werden niedergebrüllt." Man könnte als Weidetierhalter aber auch mal neugierig sein und gucken, wie das andernorts gehandhabt wird. U.a. in Frankreich, Ungarn, Italien und der Türkei werden schon seit Jahrhunderten Schutzhunde gegen Wölfe, Bären und andere Raubtiere eingesetzt.

  11. 32.

    Als offenbar potenziell selbst Betroffene(r?) finde ich Ihre entspannte und aufgeschlossene Einstellung dem Wolf gegenüber wirklich lobenswert. Und es freut mich sehr zu hören, dass das mit Ihren Herdenschutzhunden so gut zu funktionieren scheint!

  12. 31.

    Rein zufällig wohne ich auf dem Land, und ich arbeite im Wald, in einem Gebiet wo es nachweislich Wölfe gibt
    Leider hatte ich bisherr nicht das GROSSE GLÜCK gehabt einen zu sehen, würd mich sehr darüber freuen
    Ansonsten ist ihr Kommentar der grösste Blödsinn den es hier zu lesen gibt
    Wildunfälle kann es überall geben, auch dort wo es keine Wölfe gibt

  13. 30.

    Hi Lothar, eine Wildschweinrotte hatte ich schon im Garten, Fuchs und Waschbär wohnen nebenan und ich sehe sie auch regelmäßig. Letztes Jahr war ja auch ein Wolf ganz in der Nähe; hab ich leider erst danach beim rbb gelesen. Und keine Sorge, in die Innenstadt wird kein Wolf kommen. Normalerweise meidest er ja den Menschen; es sei denn, er wird angefüttert (wurde auf Truppenübungsplätzen ja gerne gemacht).

  14. 29.

    Bevor das Gruseln hier überhandnimmt: In Mitteleuropa bestehen Wolfsrudel typischerweise nicht aus mehreren erwachsenen Tieren, sondern aus einem Elternpaar - das sind die sogenannten Alpha-Tiere - und den Jungtieren. Darunter sind neben den Welpen des letzten Wurfs auch noch Jungtiere des vorangegangenen Jahres.

  15. 28.

    Die Wölfe sind genauso wie die anderen Tiere schon wegen der notwendigen Artenvielfalt wichtig. Aber insbesondere regulieren die Wölfe den natürlichen Wildbestand. Es sind wir Menschen die den Tieren sukkzessive den für sie wichtigen Lebensraum entziehen oder zu unserem Vergnügen in Arten eingreifen. Ohne wenigstens für den notwendigen Ausgleich zu sorgen.
    Das die Population der Wölfe wächst bedeutet nur, dass sie genug Nahrung finden, beispielsweise das zum "Jagen" hochgepeppelte Wild.

  16. 27.

    Der Wolf besetzt nur nach und nach wieder seine angestammte natürliche Umgebung. Auch dort, wo Wölfe ungestört leben können, überschreitet der Bestand eine bestimmte Dichte nicht, daher ist das auch in Deutschland nicht zu erwarten. Das Problem auf den Truppenübungsplätzen, welches Sie ansprachen, entsteht durch unbedachte Soldaten, welche die neugierigen Jungwölfe in ihrer Prägungsphase manchmal an den Menschen gewöhnen. Diese Tiere verbinden dann den Menschen mit leicht zu holendem Fressen und haben später massive Probleme und verbreiten selbige auch als "Problemwolf". Bleibt die Prägungsphase auf den Menschen aus, behält der Wolf seine natürliche Scheu vor dem Menschen, da dieser potentiell für ihn gefährlich ist und nicht ins Beuteschema passt. Das Queren von Wegen trotz Panzerverkehr ist unkritisch, der Wolf hat nur gelernt, dass davon keine Gefahr für ihn ausgeht. Das ist quasi auch natürliches Verhalten.

  17. 26.

    Was ist denn dieser Titel für eine Panikmache, nur 30 km weg vom Alex. Das grenzt ja schon an Bild-Niveau. Berlin ist von Brandenburg und damit von Wolfsrudeln umgeben. Und es sind die Brandenburger, die mit den Tieren leben. Da braucht es keine Panik, weil sich das nur 30 km vom Alex abspielt. Meine Güte

  18. 25.

    Wann nochmal galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet?
    Wie war da die Bevölkerungszahl und die Infrastruktur für Verkehr zu jener Zeit nochmal?
    Muss aber ähnlich gewesen sein wie Heute, oder?
    Freue mich schon darauf wenn auch der (berliner) Bär es mal wieder schaffen wird.

  19. 24.

    Buuuhhh haaaa Wölfe nur 30km vom Alex entfernt, diese Art Rhetorik geht mir ziemlich auf den Wecker. Einziges Ziel ist es, Angst zu schüren, damit lässt sich der deutsche Mob lenken, leiten und manipulieren. Funktioniert immer.
    Hört auf damit!!!
    Lasst die Wölfe in Ruhe und setzt die Märchensparte auf den Index!!!

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