Serverproblem - Internetwache der Berliner Polizei gestört

Mi 15.06.22 | 15:15 Uhr
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Ein Mann füllt eine Strafanzeige im Internet aus. (Quelle: dpa/F. Gambarini)
Audio: rbb 88,8 | 15.06.2022 | Nachrichten | Bild: dpa/ F.Gambarini

Fast 500 Strafanzeigen am Tag werden bei der Berliner Polizei über das Internet gestellt. Nun ist die Internetwache wegen eines Serverproblems auf unbestimmte Zeit ausgefallen. Anzeigen können vorerst nur bei den Dienststellen erstattet werden.

Die Internetseite der Berliner Polizei zur Aufnahme von Strafanzeigen ist seit Dienstag nicht erreichbar. "Die Ursache hierfür ist ein Serverproblem, welches weiterhin besteht und an dessen Behebung mit Hochdruck gearbeitet wird", teilte ein Sprecher der Polizei rbb|24 am Mittwoch mit. "Die Dauer kann momentan noch nicht bestimmt werden." Anzeigen könnten aber bei jeder Polizeiwache erstattet werden.

482 Anzeigen über Internetwache am Tag

In den vergangenen Jahren wurden immer mehr Strafanzeigen bei der Berliner Polizei über das Internet gestellt. Im Zeitraum vom 16. Juni 2021 bis zum 15. Juni 2022 seien insgesamt 233.710 Meldungen, davon 176.219 Strafanzeigen, über die Internetwache eingegangen, teilte die Polizei rbb|24 mit. Das waren im Schnitt 482 Anzeigen am Tag. In den Vorjahren lagen die Zahlen deutlich niedriger.

Die meisten Anzeigen betrafen Fahrraddiebstähle. Es folgten in der Statistik andere Diebstähle, Betrugstaten, Sachbeschädigungen und Beleidigungen. Angezeigt wurden aber auch Körperverletzungen, Bedrohungen, Erpressungen, Volksverhetzungen, sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen.

Am Dienstag habe die Polizei als Sofortmaßnahme zunächst auf eine vorbereitete Meldung zurückgegriffen, um Nutzende auf den Umstand der Nichterreichbarkeit sowie vor allem auf die Möglichkeit der Inanspruchnahme der örtlichen Polizeiwachen zur Erstattung einer Anzeige hinzuweisen, hieß es.

Sendung: rbb24 Inforadio, 15:25 Uhr, 15.06.2022

6 Kommentare

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  1. 6.

    Und ich glaube, dass man sich vor Vorurteilen hüten sollte, Senator McCarthy.
    Insgesamt finde ich aber, dass Deutschland momentan zu fragil ist:
    Zuvieles geht nicht, wenn mal EINE Sache nicht klappt.
    Stabilität setzt auch das Vorhandensein von Alternativen voraus.
    Man muss auch mal auf eine andere Spur ausweichen können, wenn ein Unfall ins Bild kommt.

  2. 5.

    Angesichts dessen, was derzeit bei anderen Behörden, Energieversorgern usw. los ist, und angesichts der überwältigenden IT-Kompetenz der Verwaltung - Vermutung: Man hat sich eine Ransomware eingefangen.

    Also aufgrund dummer, seit Jahren bestehender Sicherheitslücken einer Schadsoftware ermöglicht, alle Daten zu verschlüsseln, und jetzt werden die erst gegen eine Lösegeldzahlung wieder freigegeben. Oder auch nicht.

    Sahnehäubchen: Natürlich wurden alle Daten vorher ins "Darknet" kopiert. Und demnächst sind dann frei erhältlich die Listen, wer wann wen weshalb angezeigt hat

  3. 4.

    Ich glaube ja, dass das russische Hacker waren.
    Es kann doch nicht an einer unfähigen und überforderten Behörde fliegen, oder?
    Wie bei der Wahl in Berlin?

  4. 3.

    "Serverprobleme" klingt reichlich vage.
    Warum gibt es keinen Ersatzsserver, auf den in solchen Fällen ausgewichen werden kann?
    Sparmaßnahmen?
    Wer will, dass auf den Straßen möglichst wenig los ist und die Menschen so wenig körperliche Nähe zueinander haben, wie es geht, der sollte das Thema EDV-Infrastruktur im Auge behalten.

  5. 2.

    Wir brauchen mehr Digitalisierung !
    Immer diese bürokratischen Hürden.
    Viel zuviel Bürokratie !
    Die Einladungen zu den Server- Wartungs-
    Ausschreibungen nicht verschickt ?
    Die Gebühren für die Frankiermaschine
    nicht bezahlt ?
    Keine Briefumschläge bestellt ?
    Scheiß Bürokratie.
    Alles digitalisieren ist vergebens,
    wenn dem Personal nicht gesagt werden
    kann, wann Es zu arbeiten hat.

  6. 1.

    IT in Berlin! Es wird alles mega besser, nicht Frau Giffey?

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