Einsatz in Berlin im April - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten nach Tod eines Obdachlosen

Di 21.06.22 | 15:05 Uhr
Symbolbild: Ein Berliner Polizist steht in voller Montur vor einem Gebäude. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Audio: rbb24 Inforadio | 21.06.2022 | Natascha Gutschmidt | Bild: dpa/P. Zinken

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge gegen Einsatzkräfte der Polizei eingeleitet. Das teilten die Staatsanwaltschaft und Polizei am Dienstag gemeinsam mit.

Bei einem Einsatz im April hatten die Polizisten Reizgas gegen einen obdachlosen Mann in einem Berliner Treppenhaus eingesetzt, nachdem dieser sie angegriffen hatte. Eine Woche später verstarb der Mann im Krankenhaus. Zunächst wurde ermittelt, ob die polizeilichen Maßnahmen ursächlich für den Tod gewesen sein könnten. Nach der Obduktion wurde nun das Verfahren eingeleitet. Die Ermittlungen werden durch eine Mordkommission des Landeskriminalamtes im Auftrag der Staatsanwaltschaft geführt.

39-Jähriger warf mit Glasflasche

Am Abend des 20. April waren die Beamten wegen Hausfriedensbruchs in die Brückenstraße im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick gerufen worden. In dem Treppenhaus eines Wohnhauses hielten sich den Angaben zufolge drei obdachlose Männer auf. Während zwei der Männer nach Aufforderung das Treppenhaus verließen, habe der 39-Jährige mit einer Glasflasche nach den Einsatzkräften geworfen und nach ihnen getreten und geschlagen. Er sei betrunken gewesen.

Daraufhin setzten die Polizisten Reizgas ein und fixierten den Mann, wie es hieß. Anschließend habe der Mann unter Atemnot gelitten und das Bewusstsein verloren. Die Beamten hätten daraufhin Reanimationsmaßnahmen eingeleitet und einen Rettungswagen alarmiert, so die Polizei. Eine Woche später, am 27. April, sei der Mann im Krankenhaus gestorben.

Sendung: rbb24 Abendschau, 21.06.2022, 19:30 Uhr

Nächster Artikel