Durch Lockdown mehr Leute im Grünen? - Mehr Borreliosen im ersten Corona-Jahr – Brandenburg einer der Hotspots

So 26.06.22 | 13:46 Uhr
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Zecke, Gemeiner Holzbock Ixodes ricinus, Vergleich von drei Saugstadien (Quelle: imago images/F. Hecker)
Bild: imago images/F. Hecker

Die Zahl von Borreliosefälle durch Zeckenstiche ist in Deutschland 2020 um etwa acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Dies könne möglicherweise daran liegen, dass die Menschen wegen der Corona-Einschränkungen vermehrt im Grünen waren, sagte der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi), Dominik von Stillfried.

Das Institut hatte für die Deutsche Presse-Agentur (dpa) die Fälle sogenannter Lyme-Borreliosen ausgewertet, die von Kassenärzten diagnostiziert wurden.

Viele Fälle vor allem in Sachsen, Thüringen und Brandenburg

Statistisch gesehen steckten sich 2020 bundesweit 465 Menschen je 100.000 Versicherten mit dem Erreger an - im Vorjahr waren es nur 429.

Brandenburg gehört mit einem Wert von 707 zu den am stärksten betroffenen Bundesländern. Nur Sachsen (927) und Thüringen (780) weisen noch mehr Fälle auf.

Berlin verzeichnete hingegen mit 258 Fällen pro 100.000 Versicherten vergleichsweise wenige Infektionen. Nur in Hamburg (210) wurden noch weniger registriert.

Die meisten Bisse verlaufen harmlos - schwere Erkrankungen sind aber möglich

Bei der Lyme-Borreliose verlaufen nach Angaben eines Wissenschaftlers des Robert Koch-Instituts (RKI) viele Infektionen unbemerkt. In den anderen Fällen bildet sich meist nach einigen Tagen bis wenigen Wochen eine ringförmige Rötung um die Einstichstelle.

Einige wenige Prozent der Infizierten entwickeln Nerven- und Gelenkserkrankungen oder Herzrhythmusstörungen. Alle Formen ließen sich gut mit Antibiotika behandeln, so der Wissenschaftler.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.06.22, 14:00 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Ich habe mich Impfen lassen gegen FSME-Viren. Gegen die Borreliose schützt sie nicht da helfen nur Antibiotika.
    Lange Hosen und langärmlige Hemden nutze ich auch wenn ich mich in den Wald begebe.
    Auch trage ich immer eines dieser sehr gut wirkenden Sprays gegen Zecken auf meinen Körper vor einem Spaziergang auf, welches ich auch nutze wenn ich im Garten bin.
    Eine Kopfbedeckung brauche ich nur dann wenn es regnet und wenn es regnet bin ich auch selten bis gar nicht im Wald.
    Ach ja, bei dieser Hitze und der Waldbrandgefahr lasse ich eh den Wald links liegen und gehe lieber in den Garten, immer darauf achtend das Gras so kurz als möglich zu halten.

  2. 3.

    Jetzt mal ehrlich - schaut euch diese Tierchen an - laufen die kilometerweit? Krabbeln die auf Bäume? Können die Hüpfen? Ok, damit wäre geklärt, der Lebensradius ist begrenzt. Trinken, aber nicht nur Blut, es sind keine Vampire, sie brauchen Feuchtigkeit. Also aufm Alexanderplatz hocken die nicht. Da, wo Tau vorhanden ist und wat zum Festhalten. Hälmchen, niedriges Struppiges, Garten- oder Waldrand. Oder schwitzige Beine, gerne mit Haaren zum Klammern (warum rasieren sich Flitzer?? Warum sind Hunde betroffen?), da läuft es sich prima. Bis - hoppla, was soll das - jemand kommt und sie vorm Festbeißen abstreift, abseift, abschrubbelt. Oder bah... sich gar vorher mit ekeligem Zeug balsamiert, Blut mit Autan oder so schmeckt dann so wenig gut, wie es riecht. Also wer sich einnebelt, Kleidung anpasst und sofort nach dem Ausflug/Gartenarbeit duscht und die Kleidung trocken in den Trockner packt, der hat eher nix zu befürchten.

  3. 2.

    Weibliche Zecken brauchen für ihr Fortpflanzung eine Blutmahlzeit, der hiesiege Holzbock von Säugetieren.
    Also hält sich die Zecke dort auf, von die Wahrscheinlichkeit am größten ist, Mäusen, RAtten, HAsen,. Rehen, Füchseb etc. zu begegen.
    Das ist das erstmal die Grasregion udn die Buschregion darüber.
    In Baumhöhe auf 3-5 m wäre die Zecke wohl eher erfolglos.
    Und, richtig beschrieben, je besser der Körperabgedeckt ist, desto besser.
    Zecken können aber auch gut krabbeln. Selbst vom man mit langen Hosen unterwegs war, krabbeln die Zecken von den Füßen aufwärts. Gern mögen sie die Regionen, wo wir mehr Schweißdrüsen haben.

  4. 1.

    Vielleicht wäre es gut, wenn RBB24 hier auch mögliche präventive Maßnahmen beschreibt, z.B. lange Hosen, langärmelig Hemden, das Tragen von Kopfbedeckungen etc. Dann wo Zecken lauern können, da noch immer die Fama sich hält Zecken wären nur im Gras zu finden!

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