Nutzung deutlich gestiegen - Neun-Euro-Ticket erreicht laut BVG auch "eingefleischte Autofahrer"

Di 21.06.22 | 18:13 Uhr
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Symbolbild: Zahlreiche Fahrgäste warten vor dem Bahnhof Zoologischer Garten auf einen einfahrenden BVG-Bus. (Quelle: dpa/M. Skolimowska)
Audio: rbb24 Inforadio | 22.06.2022 | Martin Adam | Bild: dpa/M. Skolimowska

Die Berliner Verkehrsbetriebe sind mit dem Verlauf der Neun-Euro-Ticket-Aktion nach eigenen Angaben "sehr zufrieden". 1,25 Millionen der Fahrscheine seien verkauft worden, etwa sieben Prozent an zuvor eingefleischte Autofahrer.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die Nutzung des seit 1. Juni erhältlichen Neun-Euro-Tickets ausgewertet. Bisher seien etwa 1,25 Millionen der Tickets, die je einen Monat gelten, verkauft worden, heißt es in einer Pressemitteilung der BVG vom Dienstag.

Etwa sieben Prozent, das zeigten erste Marktforschungsergebnisse der BVG, der Ticketkäufer und -käuferinnen sollen Autofahrer sein, die bislang die öffentlichen Verkehrsmittel nicht genutzt hätten.

Die Nutzung der Verkehrsmittel der BVG sei im Vergleich zum Mai um 16 Prozentpunkte gestiegen und liege nunmehr damit bei 96 Prozent der Nutzung vor der Pandemie. Im Mai hatte die Nachfrage noch bei rund 80 Prozent des vergleichbaren Vor-Corona-Zeitraums gelegen.

Auslastung nur selten über 70 Prozent

Da man sich bei dem Verkehrsunternehmen auf die Situation vorbereitet hätte und das Angebot für den Gültigkeitszeitraum des Neun-Euro-Tickets verstärkt habe, seien die Busse und Bahnen der BVG nur vereinzelt "jenseits der 70 Prozent" ausgelastet. Bei der BVG sei man "sehr zufrieden" mit dem bisherigen Verlauf der Aktion, hieß es weiter.

BVG-Chefin Eva Kreienkamp hatte dem rbb vor zehn Tagen bereits in einem Interview gesagt, das Neun-Euro-Ticket gehe "weg wie warme Semmeln und die Menschen fahren tatsächlich unterschiedliche Strecken, die sie vielleicht sonst nicht gefahren wären". Sie sprach sich zudem dafür aus, öfter "neue Produkte" in dieser Art zu liefern.

Für neun Euro durch ganz Deutschland

Im Juni, Juli und August können Inhaber des Neun-Euro-Tickets damit durch ganz Deutschland fahren. Prinzipiell gilt das Ticket bundesweit in allen Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Zügen des Nah- und Regionalverkehrs.

Gültig ist das Neun-Euro-Ticket außerdem auf den Linien der privaten Anbieter, die im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) unterwegs sind. In den Geltungsbereich fallen die Linien der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG), der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) und der Hanseatischen Eisenbahn.

Allerdings sind deutschlandweit sieben Regional-Express-Linien von der Nutzung des Neun-Euro-Tickets ausgeschlossen, bei denen es sich eigentlich um ICs handelt. In der Region Berlin-Brandenburg betrifft das die Regiostrecken Potsdam-Berlin-Cottbus (RE 56), Elsterwerda-Berlin (RE 17) und Berlin-Eberswalde-Prenzlau (RE 28). Wer bereits vorher mit einem Abonnement der VBB auf diesen Strecken fahren durfte - Stammkunden, Studierende, Dauerkartenbesitzer - kann dies nun auch weiterhin tun.

Intercity-Express (ICE), Eurocity-Express (ECE), Intercity (IC), Eurocity (EC), Railjet (RJ) sowie FlixTrain und FlixBus können mit dem Ticket generell nicht benutzt werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 22.06.2022, 7:30 Uhr

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74 Kommentare

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  1. 74.

    Was nichts kostet, ist nichts wert.

    Die Nutzung des ÖPNV ist schon ohne 9 Euro Ticket nicht teuer.

    Jeder kann sich eine Fahrkarte leisten, zumal es sogar ein Sozialticket gibt.

    Vielleicht sollte man die Geldstrafe für das Schwarzfahren sehr massiv erhöhen. Damit könnte sehr viel Geld eingenommen werden.

    Über zu hohe Preise im ÖPNV können wir uns Deutsche wahrlich nicht beschweren.

  2. 73.

    Das 9€-Ticket ist großartig. Ich habe für Juni vor lauter Begeisterung gleich zehn Stück gekauft.

  3. 72.

    Würde in den Öffentlichen konsequent die Masknpflicht durchgesetzt, würden noch mehr Personinnen umsteigen. Leider nimmt die Zahl der asozialen Maskenverweigerer täglich zu. Bei jedem Schneefall sind Anwohner im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht verpflichtet schon früh morgens den Schnee zu räumen, damit nicht mal einer ausrutscht und auf die Schnautze fällt. Eine solche Schutzpflich haben meines Erachtens auch die BVg, DB u.a.Hier ist die Gefahr sich eine gesundheitliche Beeinträchtigung abzuholen zig tausendmal größer als dass einer bei Glatteis auf dem Hintern landet. Aber das interresiert die berliner Verantwortlichen offensichtlich nicht.

  4. 71.

    „Welcher Autofahrer hat schon Lust, sich in überfüllte Züge zu quatschen …“

    Die einen quatschen sich in (angeblich) überfüllte Züge, die andern hier das Forum zu – dem Anschein nach, ohne den Artikel überhaupt gelesen zu haben …

  5. 70.

    Schon ewig meine Meinung. Öffis für lau.
    Das würde viele Probleme lösen.
    Finanzierung dürfte kein Thema sein.
    Wird ja genug Geld rausgeschmissen, da findet sich bei überbezahlten Beamten und Verwaltungsangestellten bestimmt noch Einsparpotential. Soviel, dass sogar für Sicherheit bei Bus und Bahnfahrt gesorgt werden kann.

  6. 69.

    "Welcher Autofahrer hat schon Lust, sich in überfüllte Züge zu quatschen ohne Garantie, dass man überhaupt mitgenommen wird?"

    Die beliebteste Ausrede der Autofahrer, die überhaupt nicht vorhaben auf den ÖPNV umzusteigen.

    "Aus meiner Sicht müsste zuerst die Kapazität des ÖPNV bedeutend erhöht werden, bevor man eine Verkehrswende ausruft." Wie soll das gehen? Der ÖPNV, also Busse und Straßenbahnen, stehen schon jetzt im Stau, Kapazitäten erhöhen ist so unmöglich. Also muß erst der MIV verringert werden damit Busse und Straßenbahnen wieder durchkommen.

    Wir brauchen endlich eine gerechte Aufteilung des Verkehrsraums, statt der einseitigen Bevorzugung des MIV.

  7. 68.

    "Welcher Autofahrer hat schon Lust, sich in überfüllte Züge zu quatschen ohne Garantie, dass man überhaupt mitgenommen wird?"

    Die beliebeste Ausrede der Autofahrer, die überhaupt nicht vorhaben auf den ÖPNV umzusteigen.

    "Aus meiner Sicht müsste zuerst die Kapazität des ÖPNV bedeutend erhöht werden, bevor man eine Verkehrswende ausruft." Wie soll das gehen? Der ÖPNV, also Busse und Straßenbahnen stehen schon jetzt im Stau, Kapazitäten erhöhren ist so unmöglich. Also muß erst der MIV verringert werden damit Busse und Straßenbahnen wieder durchkommen.

    Wir brauchen endlich eine gerechte Aufteilung des Verkehrsraums, statt der einseitigen Bevorzugung des MIV.

  8. 67.

    Bahn und BVG waren schon am Limit, bevor diese Marketingaktion ins Leben gerufen wurde.
    Aus meiner Sicht müsste zuerst die Kapazität des ÖPNV bedeutend erhöht werden, bevor man eine Verkehrswende ausruft.
    Welcher Autofahrer hat schon Lust, sich in überfüllte Züge zu quatschen ohne Garantie, dass man überhaupt mitgenommen wird?

  9. 66.

    Angesichts des Grauens was sich jeden Tag in den Öffis abspielt,bin ich auf eine ganz tolle Idee gekommen.Lauf mal wieder.Nicht immer geht das und auch nicht für Jeden umzusetzen,irgendwie ist es aber oft entspannend und erholsam.Da kann man dann darüber nachdenken was für ein Unsinn sich unsere Politiker ausdenken und uns dann im Chaos alleine lassen.Die Herrschaften werden ja in dicken Autos durch die Gegend chauffiert.

  10. 65.

    Ja,danke für den Beitrag.Ich weiß ja nicht wer das toll findet sich jeden Tag in die U Bahn zu quetschen( spreche von der U 5 )und da bald erstickt und Todesängste bekommt wenn da kurze Züge in den Bahnhof einfahren.Hoffentlich hat das Grauen bald ein Ende.

  11. 63.

    Entschuldigung, aber der Besitz eines Smartphones hängt ganz sicher schon lange nicht mehr mit dem Geldbeutel zusammen. Es ist maximal noch Gewohnheit, gerade bei älteren Menschen, noch einfache Mobiltelefone zu nutzen. Bei Tchibo oder den Discountern kosten die einfachsten Smartphones nur ein paar EUR und da ist das Startguthaben noch dabei. Man bekommt die fast geschenkt und für einfache Aufgaben reichen die Teile locker aus. Deutschland hinkt bei der Digitalisierung nur mal wieder meilenweit hinterher. Ein elektronisches Ticket wäre durchaus umsetzbar.
    Davon ab ist das Ticket für 9,00 EUR ohnehin ziemlich sinnbefreit, weil es mehr Kosten verursacht, als es Nutzen bringt. Warum bietet man dann den ÖPNV nicht gleich kostenfrei an? Die geringe Differenz wäre nun wahrlich kein Hindernis mehr gewesen und diverse Streitpunkte wären gar nicht erst aufgekommen.

  12. 62.

    Also ich hätte das Ticket auch gern genutzt und wenigstens gelegentlich, wenn es zeitlich nicht so drauf ankommt, aufs Auto verzichtet. Gerade in den Ferien. Da die S-Bahn-Linie, die ich bräuchte, aber leider für zwei der drei Monate 9€-Ticket wegen Bauarbeiten unterbrochen und durch Schienenersatzverkehr ersetzt wird - leider als Alternative gestrichen.

  13. 61.

    Da die zahlen wieder massiv steigen, muss die Maskenpflicht ausgebaut werden.

    Sind nicht schon genug Menschen an und mit COVID gestorben?

  14. 60.

    Gott sei Dank stirbt das Ticket Ende August

    Solange es keine massiven Beschränkungen für die Mitnahme von Fahrrädern gibt, ist das Ticket ein Reinfall.

    Züge total überfüllt, Sicherheit der Fahrgäste gefährdet. Dazu kommt die Unvernunft der Reisenden.

    Behinderte Reisende werden geschubst..

    Ticket ja, aber mit Beschränkungen. Funktioniert im Metronom zwischen Hamburg und Bremen ganz toll!

  15. 59.

    Ich denke, dass kaum jemand damit in den Urlaub fährt. Daher dürfte dieser Effekt gering sein.

    Ich erlebe es immer öfter, dass viele Urlauber einen Billigurlaub machen. Die kochen selbst und gehen nicht essen. Somit bleibt nichts in der Wirtschaft hängen.

  16. 58.

    In einer Großstadt wie Berlin ist das Problem mit dem 9€ Ticket nicht sonderlich groß. Hier gibt es ein ausreichend großes Angebot auch mit alternativen wenn ein Verkehrsmittel mal versagt. Die Probleme entstehen wenn Bewohner einer Großstadt sich aufmachen ins Umland. Hier stößt das Vorhandene Angebot an seine Grenzen und die Ferien haben noch nicht einmal begonnen. Der Anreiz dieses Tickets ist völlig fehlgeleitet und genau dies macht die größten Probleme. Baustellen, Personal und Materialmangel sorgen für weiteres Chaos. Da auch der Ersatzverkehr nicht für diese Auslastung geplant wurde. Die Politik hat ohne die Verkehrsunternehmen zu Fragen einfach etwas beschlossen. Das Personal kann diese Entscheidung jetzt ausbaden. Vielen Dank! Es wird immer über das Angebot Diskutiert, über die Arbeitsbedingungen nicht. Es muss immer jemand früher Aufstehen der andere zur Arbeit fährt! Da braucht man sich über Personalmangel und hohe Krankenstände nicht wundern.

  17. 57.

    Bin Vegetarier, bin ich jetzt eingesojater Autofahrer?
    Glaube auch nicht an ein nachhaltiges Interesse am 9€ Gedöns.
    Wenn der Event-Charakter verpufft ist, is vorbei.
    Tschüss und weg is wie nie da gewesen.

  18. 56.

    Hallo Roxelane,
    angesichts der wieder steigenden Inzidenzen sollte die MASKENPFLICHT auf jeden Fall erhalten bleiben.

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