Zahlreiche Sperrungen - Zehntausende Menschen nehmen an Fahrrad-Sternfahrt in Berlin teil

So 12.06.22 | 17:57 Uhr
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Teilnehmer der ADFC-Sternfahrt fahren über die für Autos gesperrte Autobahn-Teilstrecke Avus der A115. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: rbb|24 | 12.06.2022 | Material: rbb24 Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Fabian Sommer

Die Avus und die A100 gehörten am Sonntag zeitweise den Radlern. An der jährlichen Fahrrad-Sternfahrt nach Berlin haben sich Zehntausende beteiligt. In der Innenstadt kommt es bis zum Abend zu Verkehrseinschränkungen.

Zehntausende Radlerinnen und Radler haben am Sonntag bei der jährlichen Fahrrad-Sternfahrt in Berlin für bessere Bedingungen fürs Fahrradfahren demonstriert. Nach Angaben von Polizei und Veranstalter beteiligten sich rund 30.000 Menschen.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) hatte zu der Sternfahrt aufgerufen. Auf 18 Routen durch die Stadt fuhren die Radler zu einem zentralen Punkt an der Siegessäule. Die Sternfahrt führte auch über die Avus sowie die A100. Die Autobahnen wurden gegen Mittag abschnittsweise für etwa zwei Stunden für den Autoverkehr gesperrt. Die Polizei riet dazu, die Innenstadt bis zum Abend mit dem Auto zu meiden, weil es partiell zu Sperrungen kommen könne.

ADFC Berlin: "Stadt ist organisatorisch nicht gut aufgestellt"

Der Berliner Senat und die Bezirke sollten mit der Sternfahrt aufgefordert werden, "die Verkehrswende umzusetzen und endlich stadtweit das Radnetz auszurollen", hieß es in einer Mitteilung des ADFC.

Im Berliner Radverkehr hat sich in den vergangenen Jahren manches verändert. An einigen Orten sind beispielsweise Radwege entstanden, die mit Pollern vom Autoverkehr abgegrenzt sind. Ein weiteres Projekt: Bis 2030 sollen Radschnellverbindungen mit einer Gesamtlänge von rund 100 Kilometern entstehen. Der rot-grün-rote Senat hat sich zum Ziel gesetzt, die Radwege auszubauen.

Der Landesvorsitzende des ADFC Berlin, Frank Masurat, sieht allerdings noch viel zu tun in der Stadt. "Die gute Nachricht: Die Mindeststandards für den Ausbau des Radnetzes hat Berlin letztes Jahr im Radverkehrsplan festgeschrieben", schrieb er. "Die schlechte Nachricht: Derzeit ist die Stadt organisatorisch nicht dafür aufgestellt, diesen Plan und damit das Berliner Radnetz auch umzusetzen."

Umweltfestival auf der Straße des 17. Juni

Am Ziel der Fahrrad-Sternfahrt, der Straße des 17. Juni, findet bis 19:00 Uhr das Umweltfestival der Grünen Liga statt. Für den Aufbau und den anschließenden Abbau ist die Straße des 17. Juni zwischen Großer Stern und Brandenburger Tor, sowie die Ebertstraße zwischen Scheidemannstraße und Behrenstraße seit dem frühen Morgen noch bis 24:00 Uhr gesperrt.

Thematisch geht das Festival in diesem Jahr um das Thema Wasser und die Folgen des Klimawandels: Hitzewellen oder Starkregenereignisse gefolgt von Überschwemmungen, wie jüngst im Westen und Süden Deutschlands. Erwartet werden unter anderem Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne).

Teilnehmer der ADFC-Sternfahrt fahren über die für Autos gesperrte Autobahn-Teilstrecke Avus der A115. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)

Sendung: rbb24 Inforadio, 12.06.2022, 11:09

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112 Kommentare

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  1. 112.

    Natürlich merke ich was. Sie erfinden irgendwelche Sachen, die sie dann auch noch verallgemeinern. Ich hingegen verallgemeinere nicht wenn ich vorhin auf 500 Meter Radspur (nicht räumlich getrennt) 12 (!) Falschparker gezählt habe, wegen denen ich mich in den fließenden Verkehr einordnen mußte.

    Aber mit "Hipstereltern" und "Teppichterroristen" haben sie sich eh schon lächerlich und total unglaubwürdig gemacht.

  2. 111.

    Die Sternfahrt war sehr schön. Bin mit Freunden von Erkner aus gestartet. Kann ich jedem empfehlen, besonders sportlich muss man nicht sein, weil es gemächlich voran geht.

  3. 110.

    Ihre Aussage zu Bremsen ist schlicht falsch!
    Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:
    § 65 (1) StVO: Fahrräder müssen zwei voneinander unabhängige Bremsen haben.
    §69a (4) StVO: Ordnungswidrig im Sinne des § 24 Absatz 1 des StVG handelt ferner, wer(...)Fahrzeuge unter Verstoß gegen eine der folgenden Vorschriften in Betrieb nimmt :
    6. des § 65 Absatz 1 über Bremsen oder des § 65 Absatz 3 über Bremshilfsmittel

    § 24 StVG (3):Die Ordnungswidrigkeit kann in den Fällen
    5. des Absatzes 1 mit einer Geldbuße bis zu zweitausend Euro geahndet werden

  4. 109.

    Wenn ihr Radfahrer quasi den Autofahrern gleichgestellt werden möchtet, dann sollte ein Führerschein und die TÜV-bestätigte Verkehrssicherheit des Rades obligatorisch werden.

  5. 108.

    Meinste die ganz mutigen lebensmüden Radfahrer, die trotz sicherem Radweg provozierend die Straße nutzen?

  6. 107.

    "Wenn wir Autofahrer nicht ständig auf euch unverschämte Radfahrer achten würden, gäbe es noch viel mehr Tote. Verkehrserziehung und Kennzeichnungspflicht für Radfahrer sofort!"

    Oh, wie sachlich. Daran erkennt man den Autofanatiker, der ohne Rücksicht weiter rasen will. Fakt ist hingegen dass motoriserte Verkehrsteilnehmer jeden Tag schwere bis schwerste Verkehrsvergehen begehen und das trotz Kennzeichen. Da wäre doch mal Verkehrserziehung und stärkere Kontrollen angesagt, gerne mit der Fahrradstaffel der Polizei, die sich dann auch um Radfahrer kümmern, die sich nicht an die StVO halten. Nur, wer begeht die gefährlicheren und zahreicheren Verkehrsverstöße?

    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/06/berlin-mitte-unfall-radfahrerin-verletzt-flucht.html

    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2022/06/mord-anklage-unfall-tote-frauen-bundesstrasse-schildow.html

  7. 106.

    Ich stimme ihnen zu. Bin selbst mehrmals in solch eine Situation geraten.....Regen, Dunkelheit und Radler ohne Licht. Wenn ich nicht so gut reagiert hätte, wäre dieser Radler vermutlich nicht mehr am Leben.

  8. 105.

    Komisch. Komisch?
    Ich grüble gerade darüber, weshalb sowohl auf Kronprinzessinnenweg wie auch Mauerweg - beide beradle ich häufig und regelmäßig - das Miteinander (und nicht Gegeneinander) ziemlich gut funktioniert. Weder erlebe ich da lautstarke Pöbeleien (bisher nicht mal einen Streit mitbekommen) noch Unfälle (da würde mich mal eine Statistik interessieren).
    Und das, obwohl da (alles m/w/d) Radfahrer, Skater, Jogger von sehr jung bis sehr alt sich da durcheinander bewegen in unterschiedlichen Tempi.
    Was fehlt: Motorisierte und Spaziergänger. Ok, was auch fehlt größtenteils, sind Ampeln. Aufm Mauerweg gibt's ein paar.
    Ich jedenfalls bin da keineswegs nur Freitzeit-mäßig unterwegs und gewiss viele andere auch nicht.

    Und nun Sie: woran liegt's, dass es da offenbar super klappt?

  9. 104.

    Sie sind ein Radfanatiker und nicht besser als die, die Sie seitens der Autofahrenden anklagen.

  10. 103.

    Wann bezahlen Fahrradfahrer auch endlich mal Steuern? Sie benutzen die Straßen, die von Autosteuern gebaut wurden , unentgeltlich. Neue Fahrradwege werden gefordert. Wer finanziert sie?

  11. 102.

    Japp eben erst wieder erlebt: fahre mit dem Moppet 30 auf einer 50'er Strecke. Noch weit vor mit eine Mama mit Lastenrad und dazugehörende Kind. Sie fährt die ganze Zeit normal und kurz bevor ich ran bin kommt ein Handgelenk nach links und ohne einzuordnen oder wenigstens Schulterblick, zack, ab nach links abbiegen.Auf meinen Hinweis, sie solle sich besser vorher einordnen kommt nur ne dumme Bemerkung.
    Merken Sie was?

  12. 101.

    Deine Zustimmung ist irrelevant. Autobahnen sind per se nicht für Radfahrer. Und nu?

  13. 100.

    Richtig. SUVs sollten aus der Stadt verbannt werden, oder eine City-Maut bezahlen - wie in London.

  14. 99.

    Weiss ich nicht. Ich hab aber auch niemals zugestimmt, dass Autos dort fahren sollen. Was machen wir jetzt?

  15. 98.

    Wenn wir Autofahrer nicht ständig auf euch unverschämte Radfahrer achten würden, gäbe es noch viel mehr Tote. Verkehrserziehung und Kennzeichnungspflicht für Radfahrer sofort!

  16. 97.

    "Das ist aber leider die Realität in Berlin. Trotz Radwegebenutzungspflicht (Angezeigt durch eines der Verkehrszeichen) wird munter auf der Straße geradelt und alle werden behindert. Hier würden nur Kennzeichen helfen um den Raudis einhalte zu gebieten. Genau wie die Gehwegradler. Daher absolut Pro Kennzeichnungspflicht für Fahrräder."

    Genau, nur trifft ihre völlig übertriebene Wahrnehmung auf die Realität brechen ihre Vorurteile wie ein Kartenhaus zusammen. Und was Kennzeichen bringen sieht man bei KFZ und Tausenden von Verkehrsverstößen an nur einem (!) Tag.

    Immer wieder gerne von Autofanatikern vorgebracht um sich die unliebsame Konkurrenz vom Hals zu schaffen, zumal der Sinn längst widerlegt ist und der Aufwand enorm.

  17. 96.

    "Wir Autofahrer bezahlen Steuern, sollen aber das Auto stehen lassen." Sie bezahlen Steuern, die nicht einmal für den geringsten Teil der Kosten reicht, die sie damit verursachen. Das zahlt die Allgemeinheit, auch die, die nicht Autofahren.

    "Die Fahrradfahrer benutzen die Straßen obwohl Radwege vorhanden sind, die fahren bei Rot über die Ampel gefährden die Fußgänger, der Rot grün rote Senat soll verschwinden, am besten aufs Land"

    Ach, da merkt man doch gleich welch Geistes Kind der Verfasser solcher Kommentare ist. Radwege müssen nur benutzt werden, wenn sie gekennzeichnet sind und benutzbar. Die Novelle gibt es ja auch nur erst seit 1997! Und dann gibt es da noch eine Polizeistatistik die besagt welche Verkehrsteilnehmer absolut Spitze sind was Rotlichtverstöße angeht.

  18. 95.

    Hat wie erwartet Spaß gemacht. Mal wieder interessant zu erleben wie gut ausgebaut doch die Innenstadt für Autos ist und wie gefährlich es wird, wenn man nicht mehr privilegiert die Straße nutzen kann, sondern sich den Weg wieder zwischen Autos und Fußgängern suchen muss. Also hier muss noch viel passieren, damit das Fahrrad zum allgemeinen Verkehrsmittel, nicht nur für die ganz Mutigen, wird. Die Sternfahrt sollte am besten monatlich stattfinden ;)

  19. 94.

    Beispiel:
    Unterwegs gegen 16:30 Uhr stadtauswärts auf der Frankfurter Allee B1/B5…. Berufsverkehr, hat man früher gesagt.
    2 ziemlich schmale Fahrstreifen, links ein ca 20cm hoher Bordstein, die ehemalige ganz rechte, dritte Fahrspur mit einem Popup-Radweg ausgestattet, auch mit massiven Stahlpollern vor Kraftfahrzeug-Verkehr „geschützt“. Von hinten kommt ein Rettungswagen mit Sonderrechten, Martinshorn und Blaulicht, unterwegs zu einem dringendem Einsatz.
    Wohin soll ich??

  20. 93.

    "Mit zunehmendem Alter ist man nicht unbedingt noch fit genug, immer mit dem Fahrrad zu fahren."
    Sie haben völlig recht.
    Vielleicht sollte sich die Anhänger der Fahrradlobby mal öfter mit Oma/Opa unterhalten warum sie ein Auto benötigen.

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