Kremmen (Oberhavel) - 91 Rinder wegen "nicht artgerechter Haltung" von Hof abtransportiert

Mi 08.06.22 | 16:52 Uhr
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Rinder stehen in einem Stall (Symbolbild) (Quelle: imago images/Westend61)
Audio: radioeins | 08.06.2022 | Alexandra Nestmann | Bild: imago images/Westend61

Das Veterinäramt hat in Kremmen (Oberhavel) einen Betrieb für Rinderhaltung geschlossen. Rund 90 Milchrinder wurden im Laufe des Mittwoch abtransportiert. Die Behörde kontrollierte den Hof bereits am Donnerstag vor einer Woche nach einer anonymen Tierschutzanzeige, wie der Landkreis Oberhavel am Mittwoch mitteilte.

Demnach waren die Tiere in einem "überwiegend schlechten Zustand" und wurden "überhaupt nicht artgerecht" gehalten.

Keine Futter- und Trinkmöglichkeiten

Den Angaben zufolge konnten einige Tiere nicht aus eigener Kraft aufstehen, hatten Verletzungen oder waren augenscheinlich krank. Viele Tiere seien nicht altersgerecht entwickelt gewesen. Futter und Trinken seien nicht vorhanden, der Stall stark verdreckt gewesen. Deshalb habe das Amt die 91 Rinder abtransportieren lassen. Die Tiere seien jetzt so untergebracht, wie es das Tierwohl erfordere.

Nach Angaben des Landkreises müsse der Halter für Transportkosten und Unterbringung aufkommen. Das Veterinäramt prüfe zugleich, wie die Tiere auch langfristig vor Schaden bewahrt werden können. Das Deutsche Tierschutzbüro forderte, den Halter zur Rechenschaft zu ziehen. "Wer so Tiere hält, muss bestraft werden", erklärte der Vorstandsvorsitzende Jan Pfeifer in einer Mitteilung. Die Tierschützer betonten, dass dies kein Einzelfall sei. Das Büro erstatte eigenen Angaben zufolge ebenfalls Anzeige.

Betrieber drohen Freiheitsstrafen

Sollte das Veterinäramt die Staatsanwaltschaft einschalten, könnte der Fall laut Deutschem Tierschutzbüro vor Gericht landen. Das Tierschutzgesetz sehe in solchen Fällen wie in Kremmen sogar Freiheitsstrafen für die Betreiber vor, sagte der Vorstandsvorsitzende Peiffer Antenne Brandenburg vom rbb. Nach seinen Worten könnte aber auch der Betreiber darauf klagen, dass er seine Tiere wiederbekommt.

Sendung: radioeins, 08.06.2022, 12:00 Uhr

6 Kommentare

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  1. 5.

    Ein Einzelfall, dass etwas unternommen wurde. Für mich sehr überrachend, dass eine Behörde so schnell und effektiv aktiv wird. Und das in Kremmen, wo es bei Wahlen Plakate wie lieber Maria als Scharia gibt.

  2. 4.

    Den Halter dieser Tiere sollte man unter den gleichen Bedingungen leiden lassen.

  3. 3.

    Freiheitsstrafe wird es nie geben, eher geht man in Deutschland wegen Schwarzfahren ins Gefängnis

  4. 2.

    Keine Einzel Fall. Passiert immer wieder. Wir sollten endlich mit diesen Tierquälerei aufhören.

    Wenn man mit einen Hund so umgeht wird alle aus flippen.

  5. 1.

    Dem Betreiber sollte man auch kein Futter und keine Getränke zur Verfügung stellen. Der sollte sich 'nen anderen Job suchen, es müsste verboten werden, dass der überhaupt noch Tiere hält.

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