Vorfall auf B96a bei Schildow - Mordanklage gegen 23-Jährigen nach tödlichem Unfall erhoben

Mi 08.06.22 | 18:46 Uhr
Nach einem Unfall auf der B96a steht ein zerstörter PkW auf einem Radweg (Bild: dpa/BLP/Christian Sappeck)
Bild: dpa/BLP/Sappeck

Zwei junge Frauen, eine von ihnen schwanger, starben im Juli 2021 auf der B96 bei einem Unfall - weil ein betrunkener Mann offenbar viel zu schnell in seinem Auto gerast war. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Anklage wegen Mordes erhoben.

Gut zehn Monate nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 96a in der Gemeinde Mühlenbecker Land (Oberhavel) hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin Anklage gegen einen 23-Jährigen erhoben.

Er soll unter Alkohol am Steuer gesessen haben und zu schnell gefahren sein. Ihm werden unter anderem zweifacher Mord, versuchter Mord in vier Fällen und gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen, wie es in einer Mitteilung am Mittwoch hieß. Zuvor hatte die "B.Z." über die Anklage berichtet.

Blutproben ergeben Fahruntauglichkeit

Den Ermittlungen zufolge hat der 23-Jährige am 10. Juli 2021 mit einem 510 PS starken Auto zunächst ein entgegenkommendes Fahrzeug leicht touchiert. Die beiden Insassen blieben unverletzt. Dann sei der Wagen des Unfallfahrers in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten - und in das Auto mit den beiden Frauen geprallt. Zwei weitere Insassen dieses Wagens im Alter von 31 und 33 Jahren überlebten schwer verletzt.

Den Angaben der Staatsanwaltschaft Neuruppin zufolge haben zwei Blutproben eine "alkoholbedingte absolute Fahruntauglichkeit" zum Tatzeitpunkt ergeben. Ein Sachverständigen-Gutachten zufolge bestehe zudem der Verdacht, dass der junge Mann mit dem Wagen eine höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen wollte und die Kurve "im Grenzbereich der Fahrphysik" durchfuhr. Er habe mit der Fahrweise schwere und auch tödliche Verletzungen anderer Verkehrsteilnehmer zumindest billigend in Kauf genommen, hieß es weiter.

Zwei Frauen und ein ungeborenes Kind starben

Bei dem Frontalzusammenstoß waren in einem entgegenkommenden Auto die Fahrerin im Alter von 32 Jahren und ihre 28 Jahre alte und im sechsten Monat schwangere Beifahrerin tödlich verletzt worden. Das ungeborene Baby konnte nicht gerettet werden. Zwei weitere Insassen des Autos im Alter von 31 und 33 Jahren überlebten schwer verletzt.

Nach dem Frontalzusammenstoß zwischen Schildow und Schönfliess in der Gemeinde Mühlenbecker Land hatten der 23-Jährige und sein damals 31 Jahre alter Beifahrer versucht, zu flüchten. Sie waren aber nach etwa 800 Metern von der Polizei gefasst worden.

Angeklagt ist der Fahrer auch wegen Straßenverkehrsgefährdung, verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort. Er sitzt den Angaben zufolge seit 13. April in Untersuchungshaft.

Sendung: rbb24 Inforadio, 08.06.2022., 12:18 Uhr

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