Razzia gegen Drogenhandel - Berliner Polizei beschlagnahmt kiloweise Drogen und mehrere Waffen

Mi 08.06.22 | 19:09 Uhr
Razzia
M. Pudwell
Video: rbb24 | 08.06.2022 | Marten Baer | Bild: M. Pudwell

Bei einer großangelegten Razzia in mehreren Berliner Ortsteilen konnte die Polizei mehrere Kilo Heroin, Kokain und Haschisch beschlagnahmen. Auf die Spur kamen die Ermittler dem Drogenhandel über das verschlüsselte Chatprogramm Enchrochat.

Mit einer größeren Razzia ist die Berliner Polizei am Mittwoch gegen den organisierten Drogenhandel vorgegangen.

Dabei wurden rund 27 Kilogramm Heroin, über ein Kilogramm Kokain, mehr als 13 Kilogramm Marihuana, knapp sechs Kilogramm Haschisch und Bargeld im unteren sechsstelligen Bereich, drei scharfe Schusswaffen samt Munition und zwei hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Seit dem Morgen durchsuchten die Einsatzkräfte in mehreren Ortsteilen, darunter Neukölln und Schöneberg, Wohnungen von Verdächtigen, wie die Polizei mitteilte.

Ein 50-Jähriger sowie ein 42 Jahre alter Mann wurden verhaftet. Ein 38 Jähriger wurde vorläufig festgenommen und soll noch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei weiter mitteilte. Den drei Männern wird laut Ermittlern vorgeworfen, Betäubungsmittel aus den Niederlanden nach Berlin geschmuggelt zu haben. Rund 200 uniformierte Polizisten sowie zivile Drogenfahnder und Staatsanwälte waren im Einsatz.

Laut Polizei wurden die Drogen in verschiedenen Wohnungen, sowie in Kiosken und Cafés gefunden.

Drogenschmuggel via Encrochat

Auf die Spur der Drogenschmuggler kam das Landeskriminalamt (LKA) bei einer Auswertung von Nachrichten aus dem verschlüsselten Chatprogramm Encrochat, das vor Jahren besonders bei Kriminellen sehr beliebt war. Der Einsatz dauerte am Vormittag noch an, sagte ein Sprecher.

Gegen 6.00 Uhr begannen die Durchsuchungen. In der Bülowstraße in Schöneberg soll nach dpa-Informationen eine Luxus-Sportlimousine beschlagnahmt und von der Polizei abgeschleppt worden sein.

Messenger-Dienst galt als nicht entschlüsselbar

Der Krypto-Messenger Encrochat galt zunächst als nicht entschlüsselbar und war deshalb in der kriminellen Szene sehr verbreitet. Die Polizei in Frankreich und den Niederlanden konnte die Software aber im Frühjahr 2020 knacken. Mehr als 20 Millionen geheime Chat-Nachrichten wurden abgeschöpft. Dies führte zu zahlreichen Verhaftungen in ganz Europa, viele davon in Deutschland - vor allem in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Bremen. Meist geht es um Drogenhandel.

Sendung: rbb24, 08.06.2022, 18:00 Uhr

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