Polizeieinsatz in Wilmersdorf - Geldtransporter in Berlin überfallen - mehrere Verletzte

Mi 29.06.22 | 18:55 Uhr
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Ein Polizist steht am 29.06.2022 bei einem Polizeieinsatz im Bezirk Wilmersdorf in der Uhlandstraße an einem Koffer der Spurensicherung. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: rbb|24 | 29.06.2022 | Material: rbb24 Abendschau | Bild: dpa/Christoph Soeder

Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter in Berlin-Wilmersdorf am Mittwochvormittag sind die Täter mit ihrer Beute in unbekannter Höhe auf der Flucht. Vier Menschen wurden bei dem Raub leicht verletzt.

In der Uhlandstraße in Berlin-Wilmersdorf ist am Mittwochmittag ein Geldtransporter überfallen worden. Wie die Polizei mitteilte, hielt der Wagen gegen 11:15 Uhr vor der Postbankfiliale, um diese zu beliefern. Mindestens zwei, möglicherweise auch drei oder vier Tatverdächtige attackierten dann vor dem Eingangsportal die beiden Wachleute des Transporters, sowie zwei Angestellte der Filiale mit Reizgas.

Eine 39-jährige Geldbotin stürzte bei dem Vorfall laut Polizei zu Boden und verletzte sich am Arm. Ihr 49-jähriger Kollege sowie zwei 57-jährige Bankangestellte erlitten Verletzungen durch den Einsatz des Reizgases. Sie kamen zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus.

Am 29.06.2022 gab es einen Überfall auf einen Geldtransporter vor einer Filiale der Postbank in Berlin-Wilmersdorf. (Quelle: rbb/Max Kell)
Bild: rbb/Max Kell)

Mehrere Schüsse sollen gefallen sein

Augenzeugen berichteten dem rbb, ein Täter habe einen Helm getragen und von außen Schüsse in Richtung der Bank abgefeuert. Danach sei er in einen schwarzen Audi gestiegen. Ob die Schüsse aus einer scharfen oder einer Schreckschusswaffe stammten, sei Gegenstand der noch andauernden Untersuchungen, erklärte die Polizei.

Mit dem erbeutetem Geld flüchteten die Räuber den Angaben zufolge unerkannt in einem Fahrzeug in Richtung Mecklenburgische Straße. Erste Ermittlungen zu den abgelesenen Kennzeichen ergaben demnach, dass diese nicht für das Auto zugelassen waren.

Zur Beutesumme machte die Polizei keine Angaben.

Die Uhlandstraße war zwischenzeitlich zwischen Güntzelstraße und Berliner Straße für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Autofahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Die Polizei war zeitweise mit rund 90 Kräften am Tatort. Kriminaltechniker sicherten Spuren, zudem wurden Zeugen befragt. Auch eine Drohne kam zum Einsatz.

Hinweisportal eingerichtet

Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet [https://www.berlin.de/polizei] und fordert Zeugen auf, mögliche Fotos und Videodateien des Überfalls an die Behörde zu senden.

In Berlin gab es in den vergangenen Jahren eine Reihe von Überfällen auf Geldtransporter. Im Februar hatten Unbekannte vor einem Supermarkt im Stadtteil Neukölln zugeschlagen und Geld erbeutet. Spektakulär verlief ein Raubüberfall auf einen Geldtransporter vor einer Bankfiliale auf dem Berliner Ku'damm 2021: Die Täter trugen orangefarbene Müllmann-Kleidung, sie erbeuteten fast 650.000 Euro. Das Gericht verhängte gegen einen Mann sieben Jahre Gefängnis, vier der Täter sind aber noch nicht ermittelt.

Sendung: rbb24 Abendschau, 29.06.2022, 19:30 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Natürlich nutze ich Karten, sogar Bezahl Apps. Nur habe ich mal meinen Geldbeutel verloren, mit allen Ausweisen und Karte. Hätte ich diesen nicht , vom Finder, am nächsten Tag, nach Hause gebracht bekommen, Wäre das ganze sehr kompliziert geworden. Du bekommst ja nicht einmal einen Ersatzausweis ohne Geld. Dieses Panikgefühl will ich nie wieder haben. Das mit den 10 fachen Kosten ist nicht von mir, sorry.

  2. 41.

    Die Gebühren muß dann meist der Empfänger Bezahlen. Deshalb verlangen die BVG und einige Tankstellen auch eine Gebühr. Aus den Augen, nicht aber aus dem Sinn. Am Ende zahlt immer der Verbraucher,

  3. 40.

    Meist war die Kartenzahlung nur bei den alten Lesegeräten ein Problem.

  4. 39.

    Also ich zahle nichts für den Karteneinsatz auch Android und Applepay sind vollkommen kostenfrei. Vielleicht sollten Sie die Bank wechseln.

  5. 38.

    Gibt es zu der Behauptung auch eine überprüfbare Quelle oder bleibt es eine Behauptung?

  6. 37.

    Das mag ja alles so richtig sein was Sie schreiben aber ich bin trotzdem froh das es die Möglichkeit gibt alternativ im " Normalfall " auch blöde Karten und Automaten nutzen zu dürfen !! Und warum angeblich Kartenzahlung und Online Banking das 10fache kosten soll wie das zahlen mit Bargeld können auch Sie mir offensichtlich NICHT beantworten oder ??

  7. 36.

    Zitat: "Ich habe nur so 10 - 20 € im Portemonaie und bezahle nur noch mit Karte . . ."

    Soweit mir bekannt, berechnen nahezu alle Banken und Sparkassen Gebühren für jeden bargeldlosen Bezahlvorgang. Im Schnitt sind das wohl ca. 30 Cent, was aufs Jahr gerechnet (je nach Gebrauch) ein hübsches Sümmchen ergeben könnte.

  8. 35.

    Beute in unbekannter Höhe? Natürlich ist die Höhe der Beute bekannt, nur wird sie nicht genannt. Also bitte Beute in nicht genannter Höhe ...

  9. 34.

    "die Unverfrorenheit, das am helllichten Tag zu tun, zeigt die Hilflosigkeit der Behörden." Das hat wohl eher mit den "Lieferzeiten" der Geldtransporter zu tun, oder??

  10. 33.

    Wie man jetzt mit dem Krieg sieht geht es ganz schnell, daß die blöden Karten und Automaten nicht oder nur eingeschränkt benutzbar sind. Wenn Ihnen Ihre Karten, warum auch immer, gesperrt werden, wären Sie auch glücklich noch irgendwo ein Bündel Banknoten versteckt zu haben und Sie damit bezahlen können. (Beispiele: Argentinien, Libanon, Identitätsverwechslungen, fälschliche Schufaauskünfte, Kartenlesegeräte, Softwarefehler/Hackerangriffe, Stromausfall).

  11. 32.

    Ich hätte gerne mal eine Quelle die belegt das die Bundesbank oder irgendein anderes Geldinstitut darlegt das Kartenzahlungen oder Online Banking das 10fache an Kosten verursacht als Bargeldzahlung ??

    Vielen Dank

  12. 31.

    Na ist doch toll, wir können viel Geld sparen. Wir stellen sofort Berna und Karsten ein und können uns aufwändige Ermittlungen sparen. Und Gerichte gleich obendrein.

    Wo das "gesunde Volksempfinden" auf Bildung aus der ähnlich klingenden Boulevard Zeitung trifft...

  13. 29.

    Stimmt, Deutschland ist noch ein bisschen hinterweltlich, was die Kartenzahlungen anbelangt und die Deutschen heulen sofort auf, wenn es Veränderungen gibt.
    Ich habe nur so 10 - 20 € im Portemonaie und bezahle nur noch mit Karte und wenn sie mir geklaut wird, lass ich sie sperren und bekomme eine Neue, lieber Ecki!
    Aber einen Geldtransporter zu überfallen und sogar Menschenleben zu gefährden würde ich den Menschen zu ordnen, die nicht ganz dicht sind und für die Arbeiten ein Fremdwort ist.

  14. 28.

    Stimmt, ihr Kommentar zum Beispiel oder wo stand da, dass alle Audi verboten werden sollten… Es ist wohl hinlänglich erwiesen, dass diese Art von Straftaten in erster Linie von bekannten Clan-Angehörigen verübt werden.

  15. 27.

    Das Problem lag doch wohl eher daran, dass die Händler ein veraltetes Kartenlesegerät hatten. Denn nach einem Update haben die Geräte wieder funktioniert.

  16. 26.

    Sichert doch einfach die Geldkassetten besser gegen Überfälle ab. Wenn das Geld unbrauchbar wird und die Täter übelst nach Buttersäure riechen, werden die Überfälle abnehmen.

  17. 25.

    Ergo, alle Audi verbieten? Manche Kommentare sind an D... nicht mehr zu überbieten.

  18. 24.

    Manche Tankstellen in den USA geben bei Barzahlung sogar Rabatt. Bis zu 10 Cent pro Gallone. Gerade Schweden hat die letzte Zeit mit Schießereien Probleme. Malmö liegt in Europas Kriminalitätsranking ziemlich weit vorne.

  19. 23.

    Genau, so machen wir das. Endlich diese Schwarzgeldströme unterbrechen. Und wenn Oma dem Enkel einen Fünfer für die zwei in Englisch geben will, holt der Junge sein Kartenlesegerät aus der Tasche, sie halten die NFC-fähigen Smart:phones aneinander oder buchen es über PayPal. Dann irgendwer noch mit an den guten Englischkenntnissen.
    Nee, das genau ist Zukunft, die ich mir erträume...

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