Sommer in Berlin und Brandenburg - Wechselhaft warm - mit Aussicht auf heiß

Mi 29.06.22 | 10:15 Uhr
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Berliner:innen am 19. Juni 2022 (Quelle: dpa/Abdulhamid Hosbas)
Bild: dpa/Abdulhamid Hosbas

Die ersten Hitzetage sind überstanden, die ersten Hitzegewitter über die Region hinweggezogen. Zur Wochenmitte kühlt es sich auf sommerlichem Niveau erst einmal ab. Die nächste Hitze sehen Meteorologen aber schon auf uns zukommen.

Die schwüle Hitze mit drückender Luft und Temperaturen weit über 30 Grad ist erst einmal überstanden, die Sommerwärme in Berlin und Brandenburg aber bleibt. Zu der Einschätzung kommt ARD-Meteorologe Torsten Walter im Gespräch mit rbb|24.

Zu Beginn dieser Woche waren in Berlin noch 36,7 Grad am Alexanderplatz oder in Eiskeller gemessen worden. Cottbus lag am Montag mit 36,6 Grad im Schatten ungefähr gleichauf. Das habe sich für viele Menschen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit zwar besonders drückend angefühlt, so Walter. Ein Juni-Rekord sei das aber noch nicht gewesen. Den hatte Cottbus vor einer Woche mit 39,2 Grad vermeldet - im Schatten.

Derart hohe Werte seien bis zum Wochenende nicht mehr abzusehen, sagt Walter. Eine wirkliche Abkühlung sieht er aber deswegen nicht auf die Region zukommen. "Unter 25 Grad sind da eigentlich nicht zu erwarten. Damit bleibt es durchweg sommerlich warm", so der Meteorologe. "Es kann in der Wärme aber etwas wechselhafter werden."

Wechselhaft bei sommerlichen Temperaturen

Am Mittwoch erwartet Walter erste Niederschläge, die aus Sachsen in Richtung Brandenburg ziehen. Schauer und Gewitter seien dabei durchaus möglich - auch mit Niederschlagsmengen von bis zu 40 Litern auf dem Quadratmeter. Diese Mengen waren zu Beginn der Woche schon in Guben gemeldet worden - Mengen, bei denen Straßenunterführungen und Keller volllaufen können.

Im Norden von Brandenburg sei mit Niederschlägen jedoch nicht zu rechnen, sagte Walter. Überhaupt seien die Niederschläge kaum flächig genug, um etwa die bestehende Waldbrandgefahr in der Region wirklich eindämmen zu können, zumal bereits am Donnerstag weiterer Regen absolut unrealistisch sei.

Dann werde es in der Region überall sommerlich warm mit Temperaturen um 27 Grad. Vereinzelt werde es auch heiß - eine Kategorie, die von Meteorologen dann aufgegriffen wird, wenn Temperaturen über 30 Grad gemeldet werden. Das sei am Donnerstag sogar sehr wahrscheinlich, so Walter.

Impressionen einer heißen Stadt

Wochenende erst warm - dann heiß

Für das kommende Wochenende sieht Walter einen warmen und einen heißen Tag auf die Region zukommen: Samstag seien 24 bis 28 Grad zu erwarten. Am Sonntag seien vielerorts Werte über 30 Grad möglich. Spätestens dann dürfte die Waldbrandgefahr wieder besonders hoch sein. Niederschläge oder gar Unwetterlagen erwartet Walter für das kommende Wochenende nicht.

Wettertrends, die eine längere Perspektive umfassen, kann Walter im Gespräch mit rbb|24 nicht benennen. Die Lage sei insgesamt unstet, sagt er. Bei Schauern und Gewittern sei es überhaupt kaum möglich, vorauszusagen, wen ein Unwetter wo und wann treffen wird.

Genaue Unwettervorhersagen im Sommer oft kaum möglich

Meteorologen könnten allenfalls Potentiale von Unwettern voraussagen. Das läge auch an der Entstehung von Gewittern, die sich in kleinräumigen Zellen bewegten und mitunter auch plötzlich an einem Ort entstehen könnten. Viele Gewitter blieben dann auch auf kleinen Flächen stehen und regneten über eine Stunde hinweg ihren gesamten gesammelten Wasserdampf ab. "Da kann es auch schonmal passieren, dass in Berlin-Adlershof auf einmal ein Gewitter entsteht und es kräftig schüttet, während in Tempelhof der Regen sehnsüchtig erwartet wird und dann doch ausbleibt."

Er könne es verstehen, wenn Leute sich dann fragten, warum in Berlin vor einem Unwetter und Starkregen gewarnt wurde, wenn die meisten Menschen in Berlin davon gar nichts sehen würden, räumt Walter ein. So punktuell genau sei eine Vorhersage aber nicht möglich. Ausnahmen gebe es nur, wenn sich Gewitter entlang einer kalten Front auf großer Länge bildeten.

Im Winter seien die Vorhersagen da oftmals eher möglich. Gewitter, die aus dem Zusammentreffen von heißen und kalten Luftmassen entstehen, seien dann selten. Niederschläge kämen häufiger flächig und weniger punktuell. Vor allem vor Stürmen könne man besser warnen. Dahinter stünden häufig riesige Tiefdruckgebiete, die über Tage auf bestimmte Punkte zusteuerten.

Sendung: rbb Wetter, 29.06.2022, 19:25 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Wann ich Kommentare schreibe, müssen Sie schon mir überlassen, klaro? Sie scheinen aber selbst nicht richtig zu lesen. Ansonsten hätten Sie nämlich gelesen, dass es sich um ein Beispiel handelt. Es geht in meinem Kommentar ganz allgemein um einen Wetterbericht für den Großraum Berlin. Das gab es früher ja auch. Wat interessiert mich die Uckermark.

  2. 9.

    Falk, erst mal gründlich lesen, und dann erst Kommentar dazu schreiben. Es ist deutlich erklärt, dass mitunter die Gewitterzellen kleinräumig sind und sich dadurch auf einen Ortsteil beschränken können. Das passiert in Berlins bei fast jedem Gewitter, und die armen Wetterfrösche werden dann beschimpft, weil die Vorhersage nicht punktgenau auf ihr Wohngebiet zutraf.

  3. 8.

    Dem kann ich nur zustimmen! Vampire sind auch fein raus. Nachts sind angnehm sommerliche Temperaturen, und aus der Sonne machen sie sich ohnhin nicht viel.

  4. 7.

    Besser als jede Vorhersage für so und so viele Tage ist das Niederschlagsradar

    https://www.niederschlagsradar.de/


  5. 6.

    Naja, hat auch alles einen Vorteil. Im Sommer ist der Regen, wenn er denn kommt, wenigstens warm. Also Sonnenschutz und Shampoo nicht vergessen.

  6. 5.

    Was ich mich seit langer Zeit Frage, lieber rbb. Warum ist es nicht möglich eine Vorhersage für den Großraum Berlin zu machen? Das gab es doch früher auch. Berlin liegt in der Mitte und kann sich immer was aussuchen. Beispielsweise "Vom Süden ansteigendes Gewitterrisiko, nach Osten hin abdrehend, im Norden trocken". Und da die Buchstaben im Logo ja für Berlin und Brandenburg stehen, sollte das doch wohl drin sein. Als Berliner interessiert mich der Spreewald oder die Prignitz jetzt nicht so.

  7. 4.

    Ich arbeite seit 43 Jahren, muss den ganzen Tag Sichertsschuhe tragen, meine Abkühlung ist zu Feierabend die Dusche

  8. 3.

    Wenn ich die Fotos sehe, gehen die Jungchen noch Arbeiten

  9. 2.

    Das ist quasi das perfekte Wetter für Reptilien und Reptiloiden. Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung werden die Lebens-, Haltungs- und Lebenshaltungsbedingungen für alle Echsenmenschen zunehmend besser. So hat die Klimakatastrophe, auf die wir zusteuern, sogar noch etwas Positives. Zumindest für Reptiloiden.

  10. 1.

    Ich bleibe dabei: Früher, also so vor 20-30 Jahren, konnte das Wetter noch besser vorausgesagt werden. Auch im Sommer. Heutzutage wird immer von Regen gewarnt, es kommt Hagel, Starkregen und Sturm. Und nix passiert. Das Wetter vorhersagen geht anscheinend nicht mehr. Damals war das alles irgendwie zuverlässiger und genauer.

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