Viruskrankheit - Erstmals Afrikanische Schweinepest bei Hausschweinen in der Uckermark festgestellt

Sa 02.07.22 | 21:07 Uhr
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Schweine liegen in einem Stall (Quelle: dpa/Harald Tittel)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 02.07.2022 | Ludger Smolka | Bild: dpa/Harald Tittel

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist im Landkreis Uckermark erstmals in einem Hausschweinbestand festgestellt worden.

Wie das Brandenburger Verbraucherschutzministerium am Samstag mitteilte, wurde das Virus vom Landeslabor Berlin-Brandenburg bei verendeten Tieren in einem Schweinmastbestand mit rund 1.300 Masttieren nachgewiesen. Inzwischen habe das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor den Verdacht auf ASP bestätigt.

Auf Anordnung des zuständigen Veterinäramtes würden nun alle Tiere des Bestandes getötet, hieß es. Der Amtstierarzt sei am Nachmittag bereits vor Ort gewesen und habe alle entsprechenden Maßnahmen eingeleitet, sagte die Sprecherin des Landkreises, Ramona Neumann auf Anfrage.

Landesbauernverband: Sicherheitsmaßnahmen wirken sehr gut

Der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbandes Brandenburg, Denny Tumlisch, hält die Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest für wirksam. Um den Betrieb, in dem ein ASP-Fall nachgewiesen worden sei, würden jetzt Restriktionszonen aufgebaut, sagte Tumlisch am Samstagabend in rbb24 Brandenburg aktuell. Dann müsse man sehen, wie es weitergehe.

Es gebe mehrere Möglichkeiten, wie das Virus in den Bestand gekommen sei, so Tumlisch weiter: "Es gibt mehrere Verbreitungswege, das können tatsächlich Kleintiere sein, die irgendwo einen Eingang finden, das können Futtermittel sein, das kann menschliches Versagen sein, zum Beispiel über verschmutzte Schuhe. Es gibt relativ viele Möglichkeiten." Es sei aber klar, dass die Sicherheitsmaßnahmen, die die Betriebe ergriffen hätten, sehr gut wirkten. "Wir haben in zwei Jahren wirklich nur minimale Ausbrüche gehabt - statistisch gesehen."

ASP trat erstmals 2021 bei Hausschweinen in Brandenburg auf

Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) forderte alle schweinehaltenden Betriebe auf, die strengen Bio-Sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten, um weitere Ausbrüche in Hausschweinehaltungen zu verhindern.

Außerdem seien bislang 2.564 Fälle bei Wildschweinen registriert worden, zuletzt im Juni dieses Jahres. Im Landkreis Spree-Neiße, südlich der Ortschaft Bärenklau, war ein verendeter Frischling am Rand eines Maisfelds entdeckt worden. Das Gebiet soll nun mit einem Elektrozaun eingezäunt werden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruskrankheit, die Wild- und Hausschweine betrifft. Sie ist nicht heilbar und verläuft für die Tiere meist tödlich. Für den Menschen ist die ASP ungefährlich. Die Krankheit wurde in Brandenburg erstmals im September 2021 bei Wildschweinen nachgewiesen. Zur Abwehr der aus Polen kommenden ASP hatten die brandenburgischen Behörden einen festen Zaun entlang der Oder und Neiße errichten lassen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.07.2022, 14:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Na dann leben Sie mal auf Metallgitter in nem Kastenstand, wo Se sich nich mal am Ar ... m kratzen können!
    Würden die Tiere artgerecht gehalten, müssten weniger Reserveantibiotika eingesetzt werden und es müssten weniger gekeult werden, weil weniger infiziert werden können.

  2. 7.

    Ach, ohne notwendige Massentierhaltung würde es eine Infektion mit ASP nicht geben?

    Diese Logik ist typisch für Vegetarier

  3. 6.

    Jetzt stelle man sich mal vor, es gäbe solche Gesetze für den Menschen....
    Mit tun die geschundenen Seelen leid.
    Mensch, überschätze dich nicht.

  4. 5.

    Was würden Tiere in Sachen Seuchengesetz beim Menschen machen?
    Schluss mit dieser beschissenen Massentierhaltung

  5. 4.

    War das nicht absehbar bei der langsamen Reaktion in Brandenburg, daß die Abwehr durch das Bollwerk "Nonnemacher"-Elektrozaun nicht funktionieren wird (es gab dazu auch Video von gefilmten Durchbrüchen und Hinweise von Jägern)? Der fest Wildzaun kam doch schon viel zu spät und die Vollendung dauerte ewig lange. Eigentlich müßte man, wenn der Methode Brandenburg gefolgt wird, schon jetzt den Zaun Richtung Frankreich/Belgien/Niederlande fertig haben, um noch eine reale Chance zu haben die Weiterverbreitung wenigstens in D zu stoppen.

  6. 3.

    Das ist nun mal gesetzlich vorgeschrieben .Rechnen Sie sich einfach mal aus, wie in einem Bestand von 1300 Tieren getestet und ausgewertet werden sollen. Dann kommen Sie hoffentlich von selbst auf die Idee, wie unsinnigen und weltfremden Ihr Vorschlag ist.Es gibt ein Tierseuchengesetz, das vorschreibt, alle Tiere zu töten, wenn eines an einer! hochinfektiösen Tierseuche verendet., dh der Erreger schon im Bestand ist.

  7. 2.

    ASP hat uns schon längst überrollt.
    War ja nur eine Frage der Zeit.
    Immerhin in Niedersachsen auch.
    https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/pressemitteilungen/afrikanische-schweinepest-in-niedersachsen-nachgewiesen-213107.html

  8. 1.

    Wäre doch mal echt schon wenn der @rbb mal die richtige fragen stellt und/oder zu recherchieren. Warum MUSS man alle Tiere töten, nur weil eines befallen ist? Warum nicht alle einfach druchtesten? Aber kann gerne nachgeholt werden.

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