Amtsgericht Neukölln - Streit um Räumung von Berliner Clan-Villa zieht sich hin

Di 12.07.22 | 15:16 Uhr
Archivbild: Polizisten stehen am 08.07.2021 vor einem Wohnhaus von Mitgliedern eines bekannten arabischstämmigen Clans. (Quelle: dpa)
Audio: Inforadio | 12.07.2022 | O. Sundermeyer & I. Grabowski | Bild: dpa

Im Streit um die beschlagnahmte Villa eines bekannten arabischstämmigen Clans im Berliner Stadtteil Buckow ist kein schnelles Ende absehbar. Vergleichsverhandlungen erklärten beide Seiten am Dienstag vor dem Amtsgericht Neukölln erneut für gescheitert.

Der Bezirk Neukölln hat Räumungsklage gegen die Familie eingereicht, nachdem diese bis Ende Oktober 2021 das Gebäude nicht freiwillig geräumt hatte. Als Grund für die vorangegangene Kündigung des Mietverhältnisses führt der Bezirk insbesondere an, das Vertrauensverhältnis sei gestört, weil ein gefälschter Mietvertrag vorgelegt worden sei. Die Familie bestreitet dies und verweist auf Absprachen mit einem Verwalter, der für die Immobile tätig gewesen sei.

Ein Familienmitglied sagte am Dienstag, Mieterin des Hauses sei seine Mutter. Neben ihm wohnten dort außerdem noch drei Brüder und drei Schwestern, so der 30-Jährige. Seine Mutter sei auch schon Mieterin gewesen, als das Haus noch seinem jüngeren Bruder gehört habe.

Haus gehört zu den vom Land beschlagnahmten Immobilien

Inzwischen gehören Haus und Grundstück dem Land Berlin. Denn das Objekt zählt zu 77 Immobilien, die die Berliner Staatsanwaltschaft 2018 beschlagnahmt hatte. Diese wurden nach Überzeugung der Behörde nicht mit legalem Geld gekauft. Im Fall der Villa in Buckow liegt dazu eine rechtskräftige Entscheidung vor, und es erfolgte laut Amtsgericht ein Eintrag ins Grundbuch im September 2020. Der Bezirk Neukölln ist als Kommune für Haus und Grundstück zuständig.

Sendung: rbb24 Inforadio, 12.07.2022, 11.45 Uhr

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