Flüge, Bahn- und Autofahrten - So wird der Urlaubsstart nicht zum Stresstest

Mi 06.07.22 | 06:03 Uhr
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Fahrgäste steigen am 30.06.2022 Berliner Hauptbahnhof aus einem Regionalexpress aus. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Antenne Brandenburg | 06.07.2022 | Thomas Rautenberg | Bild: dpa/Christoph Soeder

Nach zwei Corona-Jahren ist das Fernweh zum Ferienstart bei vielen groß. Der Flughafen BER und die Bahn rechnen mit deutlich mehr Passagieren. Und auch auf den Autobahnen dürfte es an manchen Tagen wieder voll werden. Von Thomas Rautenberg

Für rund 650.000 Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg beginnen am Mittwoch die Sommerferien und viele Familien starten sogleich in den Urlaub. Besonders verlockend sind die klassischen Reiseziele an der Nord- und Ostsee oder auch im Süden, in der Mittelmeerregion.

Am BER lieber Zeit mitbringen

Wer stressfrei in den Urlaub fliegen will, sollte möglichst wenig dem Zufall überlassen. Wichtigste Voraussetzung: Zweieinhalb Stunden vor dem Abflug sollten die Passagiere am Check-in sein. Wer kann, sollte darüber hinaus den Online-Check-in nutzen. Auch das Gepäck kann bereits am Vorabend aufgeben werden. Lufthansa, Eurowings und Easyjet bieten diesen Service an. Das spare Zeit und Nerven, sagt Flughafenchefin Aletta von Massenbach.

Eine Garantie, dass alles reibungslos funktionieren wird, kann sie trotzdem nicht geben. "Wir sind hier vorbereitet. Wir haben alles Erdenkliche gemacht. Aber wenn es zu einem Software-Ausfall irgendwo über Europa kommt oder sich Crews kurzfristig krankmelden, dann kann das zu Problemen führen, die wir ausgleichen müssen", so Massenbach.

Die Bahn fährt mit Volllast

Die Bahn hat schon Mitte Juni, beim Wechsel zum Sommerfahrplan, alles, was rollt, auf die Schiene gebracht. Insgesamt 32 extralange ICE-Züge fahren auf besonders nachgefragten Strecken. Zusätzlich starten täglich zwei Intercity-Verbindungen von Chemnitz über Dresden und Berlin Richtung Rostock und damit zur Ostsee. Auch der durchgehende Intercity zwischen Berlin und Westerland (Sylt) verkehrt wieder dauerhaft.

An den Wochenenden wird die Strecke des RE3 zwischen Berlin und Stralsund durch jeweils einen Zug verstärkt. Allerdings fährt nicht die Bahn selbst, sondern die Odeg wird mit ihrem Wagenpark aushelfen. Ungeachtet dessen wird es in den Zügen häufig sehr voll werden. Die Bahn rät daher, im Regionalverkehr möglichst flexible Verbindungen zu nutzen. Auf langen Strecken sollte man sich in jedem Fall eine Platzkarte sichern.

Parallel zum erwarteten Ferienansturm baut die Bahn auch. Mit Beginn der Urlaubssaison kommt es bis Ende Juli zu Einschränkungen auf der Stadtbahn in Berlin und damit auch beim vielgenutzten RE1 zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder).

Umfangreiche Bauarbeiten gibt es auch auf der Strecke zwischen Cottbus und Berlin. Gerade in Richtung Spreewald dürfte der Urlaubsreiseverkehr damit beschwerlich werden.

Alternative Auto

Bleibt noch für viele das Auto als Alternative zu Flugzeug und Bahn. Selbst auf längeren Strecken überlegen viele, doch lieber das Auto zu nehmen, sagt Claudia Löffler, Sprecherin des ADAC. "Die Leute sehen die möglichen Probleme bei den Flugreisen. Ist das Reiseziel auch mit dem privaten Pkw zu erreichen, werden sich viele Leute wohl für das Auto entscheiden", sagt sie. Insofern dürfte es auch auf den Autobahnen voll werden, sagt Löffler voraus.

Besonders auf der A 24 Richtung Hamburg, wo seit Jahren gebaut wird, und auf den Strecken Richtung Italien müssen die Urlauber mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen. Wer den Mega-Staus aus dem Weg gehen will, der sollte möglichst außerhalb der absehbaren Reisewellen fahren, gibt der ADAC allen Urlaubern mit auf den Weg.

Sendung: rbb24 Inforadio, 06.07.2022, 07:10 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Auf der Strecke des RE7 wird ja nicht gebaut, jedenfalls ist da beim durchfahren mit anderen Zügen (gesperrt ist die Strecke nicht) nirgends eine Baustelle zu sehen.

    Können sie ja mit RB66 vergleichen, wo man vor kurzem angekündigt hat, der Einbau einer Weiche hätte in den dafür vorgesehenen 8 Wochen nicht geklappt und man brauche jetzt noch etwa 3 Jahre dafür...

  2. 7.

    Unsere Erfahrung zeigt, dass man bei Auslandsreisen früh um 5 Deutschland schon verlassen haben sollte, weil dann eben viele starten. Wenn man zeitlich flexibel ist, lieber am Vorabend losfahren und am Zielort irgendwo gemütlich auf Einlass warten, so fährt man vor der Reisewelle her, hat genügend Zeitpuffer auch für längere Pausen, kann sich vielleicht auf dem Weg schon etwas anschauen oder den Pass anstatt des Tunnels nehmen und so die Anreise nicht als notwendiges Übel erleben, sondern als ersten Urlaubstag gestalten.

  3. 6.

    Das Pendeln haben Sie nun einmal "dazu gekauft" mit der Entscheidung in Brandenburg zu wohnen und in Berlin zu arbeiten. Freuen Sie sich, dass an den Strecken gebaut wird, was wäre, wenn diese Verbindungen komplett zukünftig wegfallen würden, weil Berlin nicht mehr dafür mitgefahren möchte?

  4. 5.

    as hätten Sie sich vor dem Start des Projekts durchdenken sollen. Aber hey, dann können Sie ja schon mal üben, weil Sie dann später mit schulpflichtigen Kindern in den Sommerferien weg fahren dürfen. Drum prüfe, wer...

  5. 4.

    Wir müssen seit Jahren wegen Kitaschließung in den teuren und vollen Sommerferien Urlaub machen.
    Unser Tipp für alle Autofahrer:innen Richtung Süden: Sonntag früh um 5 Uhr (oder noch früher) von Berlin auf die Autobahn 9 starten und zügig bis zum Rothsee (Abfahrt 55, Allersberg) fahren. Nach spätestens 4 Stunden ist man (ohne LKW-Verkehr) vor Ort. Dort gibt es saubere Toiletten, kostenlose Parkplätze und Rastplätze am See. Von dort gelangt man in 2 - 3 Stunden in den Chiemgau, den Allgäu, zum Bodensee oder auch nach Österreich. Wie immer gilt: je früher die Abfahrt, je leerer die Autobahnen, um so staufreier und entspannter die Fahrt.

  6. 3.

    "Die Bahn rät daher, im Regionalverkehr möglichst flexible Verbindungen zu nutzen. Auf langen Strecken sollte man sich in jedem Fall eine Platzkarte sichern."

    Äh, ja. Regionalverkehr und Platzkarte...

    Mal abgesehen davon, dass es in Regionalzügen nicht mal Platznummern gibt: Der VBB schließt Reservierungsmöglichkeiten sogar explizit aus...

  7. 2.

    Ich verstehe nicht dass der rbb24 ständig Beiträge von Reisen einstellt die alle so stressig sind.
    Keiner ist so blöd am Ferienanfang zu fahren egal mit was und dann ist man auch vorbereitet denn man weiss ja vorher wohin es geht im Gegensatz zu unserem Senat.
    Hört mal auf was zu schreiben was nicht stimmt.

  8. 1.

    Der Bericht ist sehr nett geschrieben, aber die Probleme des ÖPNV bzw speziell der Bahn in Berlin werden gar nicht dargestellt. Meine Frau ist auf den RE 7 bzw. RE5 angewiesen, um zur Arbeit und zurück zu kommen. Der RE7 wurde wegen angeblicher kurzfristig anberaumter Bauarbeiten gestrichen, der RE 5 ist verspätet (mindestens 30 Minuten in den letzten Wochen)oder übervoll, weil viele Leute mitfahren, aber immer noch die Fahrräder mitnehmen. Das müsste unterbunden werden. Die Berufspendler leiden unter diesem Chaos. Wie soll das denn besser werden? Bemerkenswert bei der Bahn aber ist, dass für den FEX zum BER genug Wagen bereitstehen, aber der FEX nie ausgelastet ist. Da könnte man doch auch Wagen für andere Strecken einsetzen und den Fahrplan ausdünnen. Lieber RBB, Vielleicht kann das mal alles näher unter die Lupe genommen werden und recherchiert werden?

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