Neues Muster - BVG-Sitze werden noch bunter

Di 05.07.22 | 13:49 Uhr
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Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)stellen ihr neues Sitzmuster der Busse und Bahnen vor. Mit dem neuen «Muster der Vielfalt» wird es nun wieder bunter. «Egal welches Alter, Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung oder kulturelle Prägung - bei der BVG sind alle gleich und jederzeit herzlich willkommen», teilte das Unternehmen mit. Diese Vielfalt zeige man nun auf dem neuen Sitzmuster. (Foto: Fabian Sommer/dpa)
Video: rbb24 | 06.07.2022 | Material: rbb24 Abendschau | Bild: Fabian Sommer/dpa

Die Menschen in Berlin müssen sich neu setzen. Busse und Bahnen der BVG bekommen ein neues Sitzmuster, das die Vielfalt Berlins zeigen soll. Dass das seit Jahrzehnten genutzte Würmchenmuster bald Geschichte ist, geschieht aber nicht ganz freiwillig.

Ein buntes Meer menschlicher Umrisse - darauf können Fahrgäste der Berliner Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen demnächst Platz nehmen. Es ist das neue Sitzmuster der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Am Dienstag wurde es präsentiert. Ab kommender Woche wird demnach der erste Doppeldecker-Bus mit dem neuen Design unterwegs sein; vom nächsten Jahr an sollen es nach und nach alle Busse und Bahnen erhalten.

Grafik: Das neue Sitzmuster der BVG. (Quelle: BVG)
Bild: BVG

Verschränkte Umrisse von unterschiedlichen Gestalten

"Unsere Fahrgäste sind so bunt und divers wie die BVG und Berlin selbst", erklärte Marketingchefin Christine Wolburg. "Diese Botschaft transportiert unser neues Sitzmuster perfekt." Es besteht aus ineinander verschränkten Umrissen von 80 unterschiedlichen Gestalten in mehreren Farben.

Das neue Muster ist damit ähnlich feingliedrig wie das sogenannte Würmchen-Muster aus den 80er Jahren. Dieses fleckig-bunte Muster darf die BVG nicht mehr nutzen, seit sie im Winter einen Rechtsstreit mit dem Designer verlor. Sie darf auch keine Fan-Artikel in dem Muster mehr verkaufen - der Designer hat Anspruch auf Herausgabe.

Muster der Vielfalt ist bunt

Gegen das Urteil des Hamburger Landgerichts ist das Unternehmen in Berufung gegangen. Auch der Designer ging in Berufung. Denn das Landgericht hatte entschieden, dass die Sitzbezüge nicht entfernt werden müssen, damit der Fahrbetrieb nicht leidet.

Grafik: Das neue Sitzmuster der BVG. (Quelle: BVG)

In den Fahrzeugen wurde das Würmchen-Muster aber ohnehin schon allmählich ausgemustert. Die Sitze neuer Fahrzeuge erhielten zuletzt das grau-schwarze Design "Nachtlinien".

Mit dem neuen "Muster der Vielfalt" wird es nun wieder bunter. "Egal welches Alter, welche Herkunft, Religion, sexuelle Orientierung oder kulturelle Prägung - bei der BVG sind alle gleich und jederzeit herzlich willkommen", teilte das Unternehmen mit. Diese Vielfalt zeige man nun auf dem neuen Sitzmuster - solange bis jeder die Botschaft verinnerlicht habe.

Sendung: rbb 88.8, 05.07.2022, 12:40 Uhr

85 Kommentare

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  1. 85.

    Ja, sowas ist mir vollkommen unverständlich. Ich nehme sehr häufig die U-Bahnstation Ernst-Reuter-Platz und auch hier weit und breit kein behinderten gerechter Fahrstuhl. Die Stationstreppen wurden gerade alle komplett renoviert. Ich denke da steht die Denkmalschutzbehörde dahinter.

  2. 84.

    Ach ja!! Weil wir dich und dich und dich lieben.... Ach!! Wenn das nur so einfach wäre. Ich musste mal wieder, hier in Berlin, am U-Bahnhof einem Touri im Rolli erklären das es an diesem Bahnhof kein Aufzug gibt

  3. 83.

    Schauen Sie, wie das andere Städte handhaben. Zürich, München, Hamburg, Leipzig etc.
    Da gibt es keine Anbiederung an die Graffiti-Szene.

  4. 82.

    Was mir beim Bahnfahren wichtig ist:
    - Pünktlichkeit
    - keine Fäkalien / Urinlachen unter dem Sitz
    - keine pöbelnden Kontrollettis
    - verständliche Durchsagen
    - das Menschen jeglicher Coleur & Facon angstfrei befördert werden

    Was mir beim Bahnfahren wumpe ist:
    - die Farbe der Sitzbezüge
    - ob mich die BVG liebt
    - welche Botschaft Fr. Wolburg transportieren möchte, wenn die oben genannten Punkte permanent ignoriert werden

    Wie heißt eigentlich das Gender-Äquivalent zu "Greenwashing"?

  5. 81.

    Also mir gefällt's ...

  6. 80.

    Das hat nichts mit Resignation, sondern eher mit praktischem Denken und Handeln zu tun. Und was für den einen stilvoll erscheint, ist für den anderen schlicht langweilig. Gelungenes oder eben nicht gelungenes Design, liegt auch immer im Auge des Betrachters, Vincent.

  7. 79.

    Nun ja, bei Bussen und Bahnen handelt sich um täglich millionenfach genutzte Transportmittel, die vor allem funktional gestaltet sein sollen. Ein dem Auge schmeichelndes, unifarben ruhiges Design, ist dabei offenbar in mehrfacher Hinsicht weniger praktisch.

  8. 78.

    Eine schöne, edle Gestaltung wäre dann ja das Gegenteil einer 'zerbrochenen Scheibe", oder? Ihr Beispiel hinkt beträchtlich.
    Um in Ihrem Bild zu bleiben: Man gestaltet jetzt Glasscheiben in Wartehäuschen jetzt immer mit künstlichem "Riss", um Würfe von Bierflaschen unwahrscheinlicher zu machen.
    Was hier absurd klingt, macht aber die BVG.
    Natürlich tut man so, als ob alles ganz toll und moralisch hochwertig sei (Diversität), darunter geht es nicht.
    Im Grunde ist es aber das materialisierte Eingeständnis, dass es in Berlin im ÖPNV aus Gründen der zunehmenden Zerstörung im öffentlichen Raum nicht mehr möglich ist, bestimmte Designs durchzusetzen.
    Früher, bis etwa 1993 waren die Sitze rot. Da ging das noch.

  9. 77.

    Wenn Sie Intelligenz mit Resignation vor dem Alltagsvandalismus gleichsetzen, haben Sie recht.
    Trotzdem stört es mich, wenn so getan wird, als ob stilvollere Gestaltung gleichsam zu Vandalismus einladen muss.
    Gibt es keinen Anstand mehr? Was ist mit der Erziehung in den Schulen, in den Elternhäusern? Wird dort Sachbeschädigung mittlerweile toleriert?
    Warum interessiert es offenbar so viele Menschen überhaupt nicht, wie ihre Umwelt verschandelt wird? Gibt es immer weniger Sinn für Ästhetik?
    Ich persönlich halte die Graffitischmierereien für übergriffig, destruktiv, oft hässlich und banal. Man sollte als Gesellschaft mehr dagegen unternehmen, denke ich.

  10. 76.

    Das sehe ich nicht so. Man ist nicht mehr frei in der Gestaltung. Unifarbene Bezüge, oder ein "ruhiges" Design hält man bei der BVG offenbar für nicht mehr möglich.
    Insofern beugt man sich da den "Graffitikünstlern".

  11. 75.

    Richtig, aber heteroes werden nicht wegen ihrer Sexualität zusammengeschlagen.

  12. 74.

    Mhhh .... Suburbancamouflage? Wäre doch wertfrei. Ginge das?

  13. 73.

    Zitat: "Ist es nicht ein Zeichen von Zurückweichen vor den Schmierfinken, wenn die BVG ihr Innendesign graffitti-kompatibel glaubt anlegen zu müssen?"

    Genau das ist es eben nicht, sondern ganz im Gegenteil, Vincent. Dieses Design verleitet viel weniger dazu die Möbel zuzuschmieren, als es unifarbene Sitze vermögen. Es ist also insofern ein durchaus intelligentes Design, als dass es szn. dem "broken windows" Effekt entgegen wirkt oder diesen zumind. eindämmt.

  14. 72.

    Nennt man das nicht wimmelbilder? Brrrr

  15. 70.

    Ist es nicht ein Zeichen von Zurückweichen vor den Schmierfinken, wenn die BVG ihr Innendesign graffitti-kompatibel glaubt anlegen zu müssen?
    Man kann sich das natürlich schönreden, und wunderbare Dinge wie Buntheit, Diversität hineininterpretieren. Aber in meinen Augen ist es Ausdruck der Kapitulation vor dem Alltagsvandalismus in Berlin.
    Anstatt sich gestalterisch dem vollgeschmierten Umfeld anzupassen, hielte ich die konsequente Bekämpfung des Vandalismus und der Sachbeschädigung für sinnvoller.

  16. 69.

    Das sind ja wieder Kosten. Könnte man besser verwenden. Hauptsache es ist sauber. Wir schämen uns ja langsam Hetero zu sein, Es dreht sich ja alles nur noch um Gender. Wir sind alles Menschen und das reicht doch. Man muss doch nicht überall für anders fühlende Menschen ein Symbol setzen. Da eine bunte Fahne da bunte Sitze und so weiter.

  17. 68.

    Warum die "LGB"- Community hier ne Rolle spielt, bleibt mir verschlossen. Sehe ich doch hier Frauen, Kinder und Männer auf den Bezügen.
    Oder soll der Wahnsinn darin enden, noch jede abgebildete Person einer bestimmten sexuellen und geschlechtlichen Ausrichtung hin zu kennzeichnen?
    Wieweit der Wahnsinn schon geht, zeigt sich darin, dass Frauen auch Frauen genannt werden, und nicht mit Begriffen wie "Gebärende Menschen" und "Menschen mit Vaginas" begrifflich ausgelöscht. Sie ist das neue Feindbild der die Öffentlichkeit beherrschenden Transsexuellen-Bewegung.
    Eine Meinung eines heterosexuellen alten weißen Mann.






  18. 67.

    Warum die "LGB"- Community hier ne Rolle spielt, bleibt mir verschlossen. Sehe ich doch hier Frauen, Kinder und Männer auf den Bezügen.
    Oder soll der Wahnsinn darin enden, noch jede abgebildete Person einer bestimmten sexuellen und geschlechtlichen Ausrichtung hin zu kennzeichnen?
    Wieweit der Wahnsinn schon geht, zeigt sich darin, dass Frauen auch Frauen genannt werden, und nicht mit Begriffen wie "Gebärende Menschen" und "Menschen mit Vaginas" begrifflich ausgelöscht. Sie ist das neue Feindbild der die Öffentlichkeit beherrschenden Transsexuellen-Bewegung.
    Eine Meinung eines heterosexuellen alten weißen Mann.






  19. 66.

    Doch, das ist einigen Kommentatoren bereits aufgefallen und wurde ebenso kritisiert, wie der "Genderwahn", der mit diesem Design nun Einzug hält. Befürchtet oder besser herbeigeredet wurde u. a. auch, dass irgendwelche Randgruppen Klagen anstreben werden , da sie sich nicht repräsentiert sehen.

    Ich vermag diese Ansichten nicht zu teilen und finde das neue Design gelungen. Aber vlt. pupse ich mir auch einfach nicht bei jeder Neuerung ins Hemd und nehme diese zum Anlass, den Untergang des Abendlandes herbei zu ängsteln . . .

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