Gefälschte Dissertationen - Berliner Universitäten verfolgen keine einheitliche Strategie bei Plagiaten

Mo 04.07.22 | 21:07 Uhr
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Freie Universität Berlin
Audio: Radio Fritz | 04.07.2022 | Timo Mascheski | Bild: Imago/Jürgen Ritter

Berliner Universitäten gehen unterschiedlich mit nachgewiesenen Plagiaten um. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Wissenschaft auf eine Anfrage des Wissenschaftspolitikers der CDU-Fraktion, Adrian Grasse, hervor. Sie liegt dem rbb vor. Zuerst hatte die "FAZ" berichtet.

Demnach stellen einige Universitäten die Arbeiten auch nach Entzug des Doktorgrades in ihren Bibliotheken aus, andere nicht. Auch die Vermerke an den Arbeiten fallen je nach Universität anders aus. "Die Kennzeichnung plagiatsbehafteter Arbeiten sollte verpflichtend sein", schreibt der CDU-Politiker Adrian Grasse auf rbb-Anfrage. Außerdem fordert er, dass der Senat eine Qualitätssicherung bei Promotions-Überprüfungsverfahren sicherstellt. Der Senat hingegen verweist in seiner Antwort auf die Verantwortung der Hochschulen.

21 Mal Doktorgrad entzogen

In den vergangenen zehn Jahren haben Berliner Universitäten insgesamt 40 Verfahren wegen Plagiatsvorwürfen bei Doktorarbeiten abgeschlossen. 21 Mal wurde der Doktorgrad entzogen, 13 Mal wurden Rügen erteilt. Die restlichen Verfahren wurden eingestellt. In die Statistik fließen allerdings nur die Zahlen der Freien Universität (FU), der Humboldt-Universität (HU), der Technischen Universität (TU), der Universität der Künste (UdK) und der Charité-Universitätsmedizin ein.

Die meisten Plagiatsvorwürfe überprüfte die Charité. Sie nimmt regelmäßig Stichproben der Dissertationen und arbeitet außerdem an einem Verfahren, bei dem sämtliche Dissertationen zentral mittels Software überprüft werden sollen. Die meisten Plagiate fallen laut Senatsverwaltung jedoch immer noch durch Hinweise Dritter auf.

Sendung: rbb24 Inforadio, 04.07.2022, 18:25 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    In diesem Zusammenhang dem Leser einen Kommentar vom November 2020 (!) noch einmal anzubieten, ist keine gute journalistische Idee.

  2. 2.

    Und welche weiteren Berliner Universitäten gibt es, die nicht in die Statistik einfließen?

  3. 1.

    Man kann auch viel einfacher einen Doktortitel führen:
    Es einfach als Künstlernahme angeben (z.B. „Dr. Motte“)!

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