Amtsgericht Tiergarten - Prozess gegen Raser begonnen - drei Obdachlose überfahren

Di 05.07.22 | 14:19 Uhr
26.07.2020, Berlin: Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr fahren am Bahnhof Zoo. Dort kam es am Morgen zu einem schweren Verkehrsunfall. (Quelle: dpa/Zinken)
Audio: rbb24 Inforadio | 05.07.2022 | Annette Birke-Stumper | Bild: dpa/Zinken

Das Amtsgericht Tiergarten hat am Dienstag gegen einen Mann den Prozess eröffnet, der im Juli 2020 drei Obdachlose überfahren haben soll. Der 26-Jährige soll damals ohne Führerschein, alkoholisiert und mit überhöhter Geschwindigkeit über den Hardenbergplatz gefahren sein und schließlich die Kontrolle über seinen Geländewagen verloren haben.

Der Verteidiger kündigte am Dienstag im Prozess am Amtsgericht Berlin-Tiergarten an, sein Mandant werde sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern.

Angebliches Motiv: Versuchter Suizid

Er sei mit 65 bis 70 km/h in den Kreuzungsbereich gefahren, habe bei Rot die Ampel überquert und sei beim Abbiegen von der Fahrbahn abgekommen. Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte zunächst zwei Männer überrollt, die am Boden lagen. Der dritte Mann sei durch die Wucht des Aufpralls aus seinem Rollstuhl geschleudert worden, bevor auch er überfahren wurde. Einem der Opfer musste ein Bein amputiert werden, alle drei wurden lebensgefährlich verletzt.

Die Anklage lautet auf vorsätzliche Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässige Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Der damals 24-jährige Fahrer hatte kurz nach dem Unfall gegenüber Polizisten erklärt, es tue ihm leid. Er habe sich selbst etwas antun, aber keine anderen Menschen verletzen wollen. Der Angeklagte hatte zunächst als Motiv ausgesagt, er habe sich das Leben nehmen wollen, weil seine Freundin ihn verlassen hatte.

Sendung: rbb24 Inforadio, 05.07.2022, 13:41 Uhr

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