Lösung für Schöneberger Jugendclub - Lichtenberger "Rockhaus" wird neues Zuhause des "Drugstore"

Fr 01.07.22 | 18:40 Uhr
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Rockhaus Lichtenberg. (Quelle: dpa/Joko)
Bild: dpa/Joko

Nach jahrelangem Ringen hat der legendäre Schöneberger Jugendclub "Drugstore" ein neues Zuhause gefunden - allerdings in Lichtenberg und mit allerlei Einschränkungen. Die Odyssee des Clubs ist derweil noch lange nicht beendet.

Der Schöneberger Jugendclub "Drugstore" hat ein neues Zuhause gefunden. Wie die Organisatoren am Freitag mitteilten, zieht der Club ins Lichtenberger "Rockhaus". Ein entsprechender Mietvertrag bis 2027 sei vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg unterschrieben worden und gelte zunächst für fünf Jahre.

In den neuen Räumlichkeiten, die bis zum Herbst umgebaut sein sollen, werden wieder Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen möglich sein. Das bestätigte eine Sprecherin des Clubs auf Nachfrage des rbb. Zuvor waren lange Verhandlungen mit anderen Mietern des "Rockhaus" vorausgegangen, für die der Jugendclub schließlich eine Kooperationsvereinbarung vorgelegt hat. Diese müsse nun noch umgesetzt werden, hieß es.

Zusammen mit der "Potse" aus Schöneberg verdrängt

Die Suche nach neuen Räumlichkeiten für den "Drugstore" begann 2019, als der Mietvertrag für den ältesten selbstverwalteten Jugendclub Berlins in der Potsdamer Straße nach fast 50 Jahren nicht mehr verlängert wurde. Betroffen war auch der Jugendclub "Potse" an der gleichen Adresse.

Während die Betreiber des "Drugstore" freiwillig auszogen, übten die Unterstützer der "Potse" zunächst Widerstand und besetzten das Gebäude. Inzwischen hat die "Potse" in der Zollgarage des ehemaligen Flughafens Tempelhof ein neues Zuhause gefunden - allerdings können dort wegen Baumängeln bislang keine Konzerte stattfinden.

Auch die Organisatoren des "Drugstore" zeigen sich nun nicht restlos zufrieden, sie sprechen lediglich von einer Zwischenlösung: Auf die bereits 2019 vom Bezirk in Aussicht gestellten neuen Räume in der Potsdamer Straße 134-136 warte man noch immer, so die Sprecherin des Clubs. Hier sollen auch leise Veranstaltungen und Angebote möglich sein, etwa der Betrieb einer Foto- und Siebdruck-Werkstatt und einer Bibliothek.

Allerdings dauerte zunächst die Sanierung durch die landeseigene Gewobag länger als erwartet - was auch auf Bezirksebene scharf kritisiert wurde. Auch die anschließenden Baumaßnahmen des Bezirks sind noch immer nicht beendet. "Die für Juli 2022 angesetzte Fertigstellung steht weiterhin auf der Kippe", sagte die Sprecherin des "Drugstore" dem rbb.

Keine langfristige Lösung in Sicht

Eine endgültige Lösung könnte das neue "Haus der Jugend" sein, über das im Bezirk seit Jahren diskutiert wird. Konkrete Pläne für eine Umsetzung gibt es bislang aber keine. Für den "Drugstore" wird das zum Problem: Der Nutzungsvertrag für die neuen Räumlichkeiten in der Potsdamer Straße, die bislang noch gar nicht bezugsfertig sind, endet bereits 2024. Ob es eine Verlängerung geben wird, ist noch unklar. Das "Haus der Jugend" wird bis dahin aller Voraussicht nach jedoch nicht fertig sein.

Sendung: Fritz, 01.07.2022, 18:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Es ist immer wieder traurig und beschämend, wie das Engagement der Jugendlichen ausgebremst wird.
    Aber sich dann wundern, wenn die Parks für "Treffen" genutzt werden.
    In jedem Bezirk/Kiez müssten m.E. Jugend- und Freizeiteinrichtungen geschaffen werden ...
    ... und dies staatlich gefördert und nicht - nur - auf Spenden- und Ehrenamt-Basis!

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