Berlin - Jarasch rechnet 2026 mit Baubeginn für U3-Verlängerung

Mo 04.07.22 | 13:04 Uhr
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Symbolbild. (Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress)
Audio: rbb 88.8| 04.07.22 | Donschen, D. | Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress

Berlins Mobilitätssenatorin Bettina Jarasch rechnet in etwa vier Jahren mit dem Baubeginn für die Verlängerung der U-Bahnlinie 3 im Berliner Südwesten. "Bei der U3 würde ich mich so weit festlegen, da möchte ich auch noch den ersten Spatenstich haben in dieser Legislatur", sagte die Grünen-Politikerin nach einem Bericht der "Berliner Morgenpost". "Das heißt, dass wir nicht nur planen und untersuchen, sondern dass wir diese U-Bahn auch wirklich bauen."

U3-Verlängerung nicht vor 2031 fertig

Jarasch machte allerdings deutlich, dass bis zum Ende der Legislatur Ende 2026 wegen umfangreicher Planungserfordernisse nicht mehr als der erste Spatenstich erfolgen werde. Fertig wird das Projekt nach ihrer Einschätzung dann in der folgenden Legislaturperiode, die bis 2031 dauert. Bei der U3-Verlängerung geht es um eine rund 800 Meter lange Strecke zwischen dem U-Bahnhof Krumme Lanke und dem S-Bahnhof Mexikoplatz im Bezirk Steglitz-Zehlendorf.

Für U3-Verlängerung gab es intensive Vorgespräche

Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Grüne und Linke auf Nutzen-Kosten-Untersuchungen für vier weitere Strecken verständigt und auf Grundlage der Ergebnisse die Planungen für eine Verlängerung voranzutreiben: U2 bis Pankow-Kirche, U7 zum Flughafen BER einerseits und zur Heerstraße andererseits sowie U8 ins Märkische Viertel. Jarasch machte in dem Interview keine Hoffnung, das diese vier Strecken schnell gebaut werden. Dafür seien aufwendige Planfeststellungsverfahren nötig und ein Problem sei, dass Verkehrsplaner fehlten.

Bei der U3 hingegen habe ihre Senatsverkehrsverwaltung in den vergangenen Wochen intensive Vorgespräche mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) geführt, sagte Jarasch. "Die stehen im Grunde in den Startlöchern." In einer BVG-Tochtergesellschaft gebe es gute Mitarbeiter, die auch schon die U5-Verlängerung durch die Stadtmitte gebaut hätten und jetzt für das nächste Projekt gehalten werden sollen.

Sendung: rbb 88.8, 04.07.2022, 13 Uhr

 

20 Kommentare

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  1. 20.

    Leider geht das gar nicht. Die S-Bahnwagen sind noch breiter als die Großprofilwagen der U-Bahn, damit würde eine breite Lücke am Bahnsteig entstehen. Außerdem Ist m. W. die Polarität entgegen gesetzt.

  2. 19.

    Oh wow. Die Grünen bauen U-Bahn. Allerdings nur eine Station. Die Verlängerung zum FU-Gelände und dann weiter nach Düppel oder zum Studentendorf - das wäre doch eine zukunftsorientierte Stadtplanung. Und von den oben genannten Abschnitten ist es die leichteste zum Abnicken. Also jahrelanges Geldrauswerfen für Planungen, die eigentlich schon Jahre zuvor mal gemacht wurden.
    Mal schauen, ob die Grünen beim Thema U-Bahn vielleicht doch mal "mutig" werden und eine Stadtplanung für alle machen.

  3. 18.

    Theoretisch könnte man die Großprofil-Linie U7 von Rudow aus auch zum BER bekommen, indem man nur einen kurzen Tunnel baut und die U7 zwischen Grünbergallee und Schönefeld in die bestehende S-Bahnstrecke der S9 einführt. Profil, Stromschiene, Spannung und deren Polarität stimmen zwischen der S-Bahn und den Großprofillinien überein. Sicher, man muß die Sicherungsanlagen auf diesem Abschnitt entsprechend erweitern - das dürfte aber um einiges billiger werden als einen Tunnel über die gesamte Länge zu graben. Das größte Problem dürfte dann allerdings der S-Bahnhof am BER selbst sein, wo man kurzsichtigerweise die Gleise hat als Stumpfgleise enden lassen anstatt eine zwei- oder dreigleisige Kehranlage anzuschließen, deren Fehlen die Durchlaßfähigkeit und Verspätungsresistenz des S-Bahnhofs ohnehin stark einschränkt.

  4. 17.

    Ja ich weiß. Deshalb erstmal eine Wiederherstellung dieser damals wirklich leistungsfähigen Berlin-Anbindung S-Bahn über mehrere Strecken, ehe man über ne U-Bahn Linie nach Potsdam nachdenkt.
    Rolf, ich bin da auf ihrer Seite!

  5. 16.

    Die S-Bahn nach Potsdam war bis zum Ende des 2.WK zweigleisig. Seitdem fehlt das zweite Gleis. Und ohne Dammverbreitung zwischen Griebnitzsee und Babelsberg wird es auch nicht wieder kommen, da im Zuge der Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit auf den beiden Ferngleisen der Gleisabstand vergrößert worden ist, so daß nicht mehr genug Platz auf dem Damm für das zweite S-Bahngleis vorhanden ist. Zusätzlich muß dann auch die eingleisige Behelfsbrücke über den Teltowkanal durch eine neue zweigleisige Brücke ersetzt werden.

  6. 15.

    >"diese 800 m sind doch ein witz! warum nicht gleich richtig bis nach potsdam durch???"
    Ne U-Bahn bis nach Brandenburg??? Das war jetzt Satire oder?
    Eine respektable S-Bahn Verbindung Potsdam-Berlin würde erstmal schon reichen. Die jetzige S-Bahn Verbindung auf dieser Relation hat bisher das Feeling von Vorort-Bimmelbahn alle Stunde - gefühlt.

  7. 14.

    So hat sich Berlin nach 100 Jahren nun doch durchgerungen, die Verbindung zwischen Krumme Lanke und Mexikoplatz an der Wannseebahn zu bauen. Laut BVG ist die Trasse seit 100 Jahren freigehalten. Und dann braucht man acht Jahre, um eine Strecke von 800 Metern zu bauen? Allen Ernstes?
    (s. Tagesspiegel v. 30.04.2021 https://www.tagesspiegel.de/berlin/verlaengerung-wuerde-49-millionen-euro-kosten-berliner-u3-koennte-2030-bis-zum-mexikoplatz-fahren/27143568.html )

  8. 13.

    2031 ist absolut realistisch …. Die BVG braucht ja schon 2-3 Jahre für den Einbau von 2 Fahrstühlen in einen U-Bahnhof … Schlimmstes Bespiel: U-Bahnhof Augsburger Straße … Und die letzten Jahre: Spichernstraße … Zum irre werden, wenn man das miterleben muss … Wenn man es denn überhaupt noch erlebt, weil alles eeeeeewig dauert … An Lahmarschigkeit ist das Alles (!) nicht mehr zu übertreffen !

  9. 12.

    " oder die der U9 zum Bhf Schönholz "

    Die Erweiterung der U 9 Richtung Pankow währe sicher eine der sinnvollsten Erweiterungen des Berliner U Bahn Netzes aber ob die dann wirklich über Schönholz führen wird oder doch eher über den S Bahnhof Wollankstraße bleibt abzuwarten .

    Aber erst einmal ist es zu begrüßen das am Berliner U Bahn Netz überhaupt mal wieder was erweitert werden soll auch wenn es nur die U 3 betrifft . Warum man für 800 m wovon ein Teil schon fertig ist bis mindestens 2031 benötigt ist eines von vielen Rätsel die die Senatsverwaltung für Mobilität immer wieder herausgibt .

  10. 11.

    Anderer Etat! Dabei geht es hier auch um die verkehrliche Wirkung des Lückenschlusses.

  11. 10.

    "Da kann man nur hoffen daß die 800 Meter Lebensnotwendig sind." Das nicht direkt, aber diese Verknüpfung stärkt das ÖPNV-Netzwerk ebenso wie die Verlängerung der U7 zum BER oder die der U9 zum Bhf Schönholz, somit können bei Störungen im Netz Alternativen genutzt werden.

    Ein effizientes ÖPNV-Netzwerk erkennt Mensch wie gut die verschiedenen Verkehrsträger (RB<>S-Bahn<>U-Bahn<>Tram<>Bus) miteinander verknüpft sind.

  12. 9.

    Naja - dieser kleine Lückenschluss ist nun schon irgendwie ein kleines bisschen sinnvoll, wenn man auf das Gesamtnetz guckt- das ist ja auch schon seit hundert Jahren geplant und in den Grundzügen längst so angelegt.
    Sparen könnte man da schon eher bei dem geplanten Flussbad an der Museumsinsel (um die hundert Millionen) oder bei dem angekündigten ukrainischen Kulturzentrum (weltweit dem ersten außerhalb der Ukraine!!!!!), das dem Senat nun eine Herzensangelegenheit ist (Kosten unbekannt)...
    Um nur mal so zwei Sachen aus der jüngsten Vergangenheit zu nennen. :-)))

  13. 8.

    Auch hier haben Sie in gewisser weise Recht mit dem Punkt ob diese 800 Meter der U3 tatsächlich lebensnotwendig sind. Wichtig ist jedoch das der ÖPNV endlich vernünftig ausgebaut wird und zwar so das der Pendler tatsächlich irgendwann das Auto stehen lässt und das auch schon morgens um vier Uhr. Aber davon sind wir gefühlte Lichtjahre entfernt.
    Des weiteren gebe ich Ihnen vollkommen Recht das endlich mal vernünftig Geld in die Schulen investiert wird.
    Aber dass wird lieber für ein Spaßbad an der Spree investiert....ich glaube 6 Millionen bisher für nichts.

  14. 7.

    Sehr gute Idee. Ich persönlich hätte die Strecke für weitere 800 m bis zur FU verlängert. Das wäre sinnvoll, finde ich, mindestens.

  15. 6.

    warum nicht gleich richtig bis nach potsdam durch???

    ganz einfach
    weil Berlin und Potsdam zwei verschiedene Städte in 2 Verschiedenen Bundesländern sind
    und Brandenburg kein Interesse und wahrscheinlich auch kein Geld für solch eine U Bahnverlängerung hätte

    und Berlin kann, will und darf nichts entscheiden, finanzieren und bauen was außerhalb der Stadt und damit der Berliner Landesgrenzen ist.

  16. 5.

    2031?!?!

  17. 4.

    Da kann man nur hoffen daß die 800 Meter Lebensnotwendig sind. Hätte man diese Baukosten nicht für andere Projekte einsetzen können z.B. Sanierung, Digitalisierung der Schulen dieser Stadt oder Digitalisierung der Verwaltung.

  18. 3.

    Frau Jarasch wird Jeden, aber auch wirklich Jeden in Berlin lebenden mit ihrem Optimismus anstecken.

    „ein Problem sei, dass Verkehrsplaner fehlten“ und „800 Meter“ – Berlin, wie lieb ich Dir.

    „In einer BVG-Tochtergesellschaft gebe es gute Mitarbeiter,
    die auch schon die U5-Verlängerung durch die Stadtmitte gebaut hätten und jetzt für das nächste Projekt gehalten werden sollen.“ –
    nun ja, wenn man die komplette U5-Verlängerung betrachtet waren das ja auch nur 25 Jahre (Teil 1: 1995-2009; Teil 2: 2009-2020).

  19. 2.

    Doch so schnell

  20. 1.

    ..." diese 800 m sind doch ein witz! warum nicht gleich richtig bis nach potsdam durch??? Denken Und Machen im Größeren, denn das wird notwendig sein/werden! "

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