Personal- und Betriebskosten - Pfarrer der Gedächtniskirche fordert mehr finanzielle Unterstützung

So 03.07.22 | 11:43 Uhr
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin (Quelle: dpa/Siegra Asmoel)
Bild: dpa/Siegra Asmoel

Der scheidende Pfarrer der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Martin Germer, wünscht sich mehr personelle und finanzielle Hilfe für das Berliner Wahrzeichen.

Germer sagte dem Evangelischen Pressedienst, zwar bekomme die Gemeinde von der evangelischen Landeskirche einen begrenzten Zuschuss für die Gebäudebetriebskosten. So könne die Kirche täglich geöffnet werden, auch die berühmten blauen Glaswände könnten beleuchtet werden, sagte er. Es sei "aber bei weitem nicht so, dass sich die Landeskirche in einer angemessenen Weise an den echten Kosten" beteilige.

Nötig wären zusätzlich jährlich mindestens 250.000 Euro, sagte Germer. Dann wäre eine Personalausstattung möglich, mit der die Kirche die Menschen ganz anders erreichen und in die Öffentlichkeit hinein wirken könne.

Germer fordert mehr Pfarrstellen

Nach Germers Angaben reichen die Kirchensteuermittel seit langem nur für eine Pfarrstelle und einen einzigen Kirchenmusiker, dessen Stelle bereits zu zwei Dritteln vom Kirchenkreis finanziert werde. Eine zweite Pfarrstelle werde über Spenden finanziert. Andere vergleichbare Kirchen wie der Hamburger Michel hätten regulär mehrere Pfarrstellen.

Germer geht nach 17 Jahren an der Gedächtniskirche im September in den Ruhestand.

Die neue Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist gemeinsam mit der als "Hohler Zahn" bekannten Turmruine der historischen Kirche ein Wahrzeichen Berlins. Die 1895 eingeweihte Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg 1943 bei einem Bombenangriff zerstört, die Turmruine wurde zum Mahnmal. 1961 wurde die nach einem Entwurf des Architekten Egon Eiermann (1904-1970) gestaltete neue Gedächtniskirche fertiggestellt.

Sendung: Inforadio, 03.07.2022, 15:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Geprägt haben diese Vereine die Gesellschaft mit Intoleranz und Kinderschändung.
    Und da sind sich die Konfessionen sehr ähnlich.

  2. 7.

    Die "Kirchen" sind nichts anderes als Vereine. Nur mit dem Privileg, das der Staat die Mitgliedsbeiträge eintreibt.
    Wenn der Staat das für den Verein "Kirche", müsste er das auch für z.B. jeden Karnickelzüchterverein tun.Und Sie haben wohl übersehen dass nur noch eine kleine Minderheit diesen Vereinen angehört. Ich habe im Prinzip nichts dagegen, aber dann sollte diese Minderheit auch ihren Verein finanzieren.


  3. 6.

    Was soll diese Intoleranz gegenüber den Kirchen? Die Kirche ist kein Verein, sondern eine wichtige Institution, die unsere Gesellschaft und unsere Kultur geprägt hat. Die Kirchen leisten auch viele soziale Dienste und das unabhängig von der Mitgliedschaft. Ein überflüssiger Verein ist beispielsweise Hertha BSC, der nichts für die Gesellschaft leistet und dem Steuerzahler viel Geld kostet.
    Ich wünsche Herrn Germer einen erfüllten Ruhestand, ich habe seine Gottesdienste immer gern besucht.

  4. 5.

    Ähm, was soll diese Debatte? Geld vom Staat NEIN! Geld von Gönnern okay. Reicht ja wohl, dass der Staat die Arbeit für Kirchen macht (Geld der Schäfchen eintreiben) Kirche ist nun mal (aus meiner Sicht zurecht) aus der Mode. Wer nicht an den Teufel glaubt, braucht auch keinen Gott!!!

  5. 4.

    Die Mitgliederzahlen der Kirchen sinken. Gleichzeitig steigen deren Einnahmen und das seit Jahren.

    Da sollte sich doch ein Groschen finden lassen.

  6. 3.

    Wer soll denn dem Verein des Herrn Germer Geld geben?
    Etwa die öffentliche Hand?
    Wenn die Vereinsmitglieder des Herrn Germer weitete Pfarrer und Musiker brauchen, sollen die das auch bezahlen.
    Ein öffentliches Interesse besteht nicht.
    Solche Vereine sind überflüssig wie ein Kropf.

  7. 2.

    Ähm, da haben Sie etwas grundlegend falsch verstanden.
    Er fordert keine Stellen, die durch öffentliche Steuermittel bezahlt werden, sondern mehr (finanzielle) Unterstützung von der Landeskirche.
    Dies ist also eine rein kircheninterne Diskussion

  8. 1.

    Das ist wohl das letzte, daß da noch mehr Steuergelder reingesteckt werden. Sollen ihre Mitglieder spenden oder mit dem Klingelbeutel rumgegen.

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