Zugfahrt endet nach wenigen Metern - Mann will auf Lokpuffer von Werder (Havel) nach Berlin fahren

Do 07.07.22 | 07:50 Uhr
  15
Regionalzug RE1. (Quelle: imago/R.Wölk)
rbb24 Journal | 07. Juli 2022 | Julian Kowolik | Bild: imago/R.Wölk

Auf dem Puffer einer Regionalbahn-Lok wollte ein Mann vom brandenburgischen Werder (Havel) nach Berlin reisen. "Er war vorher schon in dem Zug mitgefahren, am Bahnhof Werder ohne sein Gepäck ausgestiegen, um frische Luft zu schnappen - und dann schlossen sich die Türen", sagte ein Sprecher der Berliner Bundespolizei am Mittwochabend. Da der Triebfahrzeugführer des RE1 den 54-Jährigen zunächst nicht erkennen konnte, sei der Zug gegen 17.15 Uhr losgefahren.

Fahrt endete nach wenigen Metern

Dann habe sich der Passagier aufgerichtet, der Triebfahrzeugführer habe ihn gesehen und gebremst. Der Zug sei außerhalb des Bahnhofs zum Stehen gekommen. "Der Mann hat sich dann zwischen der Lok und dem ersten Wagen vor dem Triebfahrzeugführer versteckt", sagte der Bundespolizeisprecher. Bundespolizisten hätten ihn schließlich in Gewahrsam genommen.

Der Zug fuhr rückwärts wieder in den Bahnhof Werder (Havel) zurück - mitsamt der rund 600 Fahrgäste. Diese mussten in nachfolgende Züge umsteigen, wie die Bundespolizei Berlin am Mittwochabend per Twitter mitteilte. "Der Triebfahrzeugführer konnte nach dem Vorfall nicht mehr weiterfahren", sagte der Sprecher. Der Einsatz der Bundespolizei endete gegen 19.00 Uhr, wie die Bundespolizei auf Twitter mitteilte.

Gegen den 54-Jährigen wird nach der lebensgefährlichen Aktion wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Er blieb den Angaben zufolge unverletzt. Von Werder nach Berlin ist der Regionalzug rund eine halbe Stunde unterwegs.

Sendung: Fritz, 6. Juli 2022, 21:30 Uhr

15 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 15.

    Zitat: "Wie kann der Triebfahrzeugführer sehen, was zwischen der Lok und dem 1. Wagen ist?"

    Im Artikel steht, dass der "Passagier" sich nachdem der Zug zum Stehen kam zwischen Lok und 1. Wagen verstecken wollte. Also wird er wohl er zuvor auf dem Frontpuffer gesessen/gestanden haben, Enrico.

  2. 14.

    Ist ja wohl nicht ihr Ernst oder? Was wenn etwas passiert wäre ? Denken sie gefälligst auch mal an den Lokführer. Ich komm aus einer Reichsbahnerfamilie und weiß wie traumatisch sowas sein kann.

  3. 13.

    Wie kann der Triebfahrzeugführer sehen, was zwischen der Lok und dem 1. Wagen ist? Der guckt doch nach vorn. Wenn er aus seinem Seitenfenster guckt, um zu kontrollieren, ob bei der Abfahrt alles am Zug ok ist, müßte er um die Ecke gucken können, um zwischen die Lücke zwischen Lok und Wagen sehen zu können. Der Mann kann dort nur von Reisenden am Bahnsteig gesehen worden sein oder von einem 2. Lokführer auf dem hinteren Führerstand. Daß dann beide Tf nicht weiter fahren können???

  4. 12.

    "So sensibel?"
    So unsensibel? Oder keine Ahnung von dem, was da tatsächlich passiert.
    Vermutlich beides.
    Unfassbar!

  5. 11.

    "schließlich hat er nur sich selbst gefährdet "
    Das kann aufgrund der Berichterstattung ausgeschlossen werden.
    Was denken Sie denn, wie der Triebfahrzeugführer jetzt betreut werden muss? Und ob der jemals wieder an seinen Arbeitsplatz zurück kehrt steht in den Sternen.

  6. 10.

    Offensichtlich, auch richtig so das dieser sich nun einem Ermittlungsverfahren stellen muss. Er hat nicht nur sich gefährdet, sondern auch den Lokführer. Immerhin war dieser nach diesem Vorfall Dienstuntauglich. Leider denken die Menschen die solche Dinge machen nur an sich, es latschen ja auch genug Menschen über die Gleise. Personenunfälle hatten wir in Brandenburg dieses Jahr schon einige.

  7. 9.

    Es war keine Weltreise, um bei einem kurzen Zwischenstopp den Zug zu verlassen und dann auf dem Puffer weiterfahren zu wollen.
    Wenn Ihm Frischluft fehlt, soll er in Zukunft mit dem Rad nach Berlin fahren. Es gibt auch Anhänger fürs Gepäck.

  8. 8.

    Mir erklärt sich nicht, warum der Lokführer nicht weiterfahren konnte. So sensibel?

  9. 7.

    Bin ich der Einzige, der diesen Kommentar als ironisch und mit gewissem Unterhaltungswert verstanden hat?

  10. 5.

    Manchmal hilft es schon, den Artikel vor dem kommentieren zu lesen.

  11. 4.

    Wenn ein Fahrgast einen Termin verpasst, der wirtschaftlich negative Folgen hat, durchaus. Dann haftet der Typ mit seinem privaten Vermögen, welches die Versicherung der Bahn sich dann von dem holt - vorausgesetzt, es wird erfolgreich geklagt.

  12. 3.

    Das war doch keine geplante Aktion. Der Mann wollte anscheinend nur sein Gepäck nicht allein weiterreisen lassen, wie im zweiten Satz erklärt wird.
    Ich halte es für übertrieben, gegen ihn jetzt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr zu ermitteln, schließlich hat er nur sich selbst gefährdet und im Gesetzestext steht dazu was anderes. Schadenersatzforderungen wegen des zusätzlichen Aufwands wären nachvollziehbar, aber keine Bestrafung nach StGB.

  13. 2.

    Ob die Bahn bei sowas Schadensersatzforderungen stellen kann?

  14. 1.

    9€ Ticket hier besteht noch dringender Schulungsbedarf! Auch wenn im Zug kein Platz mehr ist, Bitte den Puffer nicht zur weiterfahrt nutzen. Zugegeben haben wir das als Jugendliche bei Güterzügen auch schon gemacht, aber das dumme war man wusste nie wann und wo der Zug wieder hält. Bitte auf keinen Fall nachmachen, es ist Lebensgefährlich und Strafbar.

Nächster Artikel