Polizei spricht von mindestens 30.000 Teilnehmenden - Zehntausende Menschen schließen sich Fridays-for-Future-Demo in Berlin an

Fr 23.09.22 | 18:31 Uhr
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Fridays For Future protestieren am 23.09.2022 in Berlin (Quelle: rbb/Jonas Bürgener)
rbb/Jonas Bürgener
Audio: rbb24 Abendschau | 23.09.2022 | Bild: rbb/Jonas Bürgener

Als Teil eines "Globalen Klimastreiks" wurde am Freitag auch im Berliner Regierungsviertel protestiert. Der Zulauf war weitaus größer als von den Veranstaltern zunächst erwartet. Auch in Brandenburg gab es Demonstrationen.

Die Klimabewegung Fridays For Future (FFF) ist am Freitag mit einem Demonstrationszug durch das Berliner Regierungsviertel gezogen. Wie eine Polizeisprecherin dem rbb sagte, beteiligten sich mehr als 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Damit war der Zulauf deutlich größer als erwartet - die Veranstalter hatten 8.000 angemeldet.

Die Demonstration startete im Invalidenpark in Mitte und führte auf einem Rundkurs durch das Regierungsviertel, wo es eine Abschlusskundgebung gab. Am Rande der Demo wurden laut Polizei Farbbeutel auf die FDP-Bundeszentrale in der Reinhardtstraße und auf Einsatzkräfte geworfen.

Fridays For Future protestieren am 23.09.2022 in Berlin (Quelle: rbb/Jonas Bürgener)
Bild: rbb/Jonas Bürgener

FFF fordert 100 Milliarden Euro für den Klimaschutz

Fridays For Future fordert unter anderem, die erneuerbaren Energien "radikal auszubauen". Nötig sei dafür ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro. Damit solle dann auch allen Menschen der dauerhafte Zugang zu bezahlbarer Energie gewährleistet werden.

"Wir wollen die Krisenspiralen aufbrechen", sagte die Sprecherin der Bewegung, Clara Duvigneau, am Freitag dem rbb. Fridays for Future sei klar, dass viele Menschen derzeit wegen steigender Energiepreise große Sorgen hätten. Klima- und Energiekrise hätten jedoch mit fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas den gleichen Ursprung, sagte sie im rbb24 Inforadio.

"Wenn wir jetzt nicht radikal in erneuerbare Energien investieren, dann stehen wir nächsten Winter und übernächsten Winter vor genau den gleichen Problemen", sagte sie. Zur Finanzierung des Sondervermögens schlug Duvigneau vor, Subventionen für fossile Energien zu streichen, eine Übergewinn- oder Erbschaftsteuer einzuführen und das Dienstwagenprivileg zu verändern.

Die Demonstration war Teil eines großen Protesttages: In ganz Deutschland und vielen weiteren Ländern waren unter dem Label "Globaler Klimastreik" ähnliche Veranstaltungen für mehr Klimaschutz geplant.

Demos auch in Brandenburg

Auch in brandenburgischen Städten waren Aktionen geplant. So wurden zum Beispiel in der Landeshauptstadt Potsdam rund 800 Menschen erwartet. In Eberswalde (Barnim) unterstützten knapp 220 junge Menschen den Klimastreik, indem sie sich am Bahnhof Eberswalde versammelten und eine Demonstration starteten. Viele Studenten aber auch Kinder, Mütter und Rentner waren unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. "Das Problem ist, wir können die Klimakrise nicht hintenanstellen, sie ist mit ein Grund für alles andere", begründete die 21-jährige Studentin Juli Voß ihre Teilnahme an dem Protest gegenüber dem rbb. Ein großes Ziel der Kampagne sei es aus den fossilen Energien auszusteigen und damit wäre Deutschland "unabhängig von Gas und Öl aus Russland", betonte Voß.

Für die Demonstration hatte sich FFF Eberswalde mit mehreren politischen Gruppen aus der Region zusammengetan. Unter anderem liefen Unterstützer von ADFC (Verkehrswende mit dem Fahrrad), Bündnis Unteilbar, Jugendforum Nachhaltigkeit und Greenpeace mit.

Sendung: rbb24 Abendschau, 23.09.22, 19:30 Uhr

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117 Kommentare

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  1. 117.

    @ Türk, daran denken, Sonntag ist Marathon. Nicht das Sie wieder zu spät kommen.

  2. 116.

    Gerade Menschen mit Kindern sollten sich eher darum sorgen, dass im nächsten Winter nicht die Heizung kalt und der Strom weg bleibt. Ganz abgesehen von lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen, die bei Energiemangel nicht hegestellt, transportiert und gesichert werden könnten. Fossile Energien können erst verbannt werden, wenn wir ausreichende Alternativen haben. Und das wird, selbst bei allen Anstrengungen, noch seine Zeit brauchen. Daran können Demonstrationen schon gar nichts ändern. Und wenn man der Regierung "ehrgeizigere Ziele" abringt, die dann in der Praxis gar nicht realisiert werden können, beschummeln wir uns doch nur selber. Wie heißt es doch so treffend: "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

  3. 115.

    Vielleicht war Ihr Zeit-Management einfach beschissen...? Dass es eine Demo geben wird, war hinreichend bekannt...

  4. 114.

    @rbb24 Frage:Wie kann eine Kommentarfunktion zu einer Veranstaltung am 23.9.22 am 23.8.22 geschlossen werden?
    Hat der rbb24 jetzt Hellseher?

  5. 113.

    So wird die fossile Zukunft für die Welt von echten Experten prognostiziert: "World oil demand is forecast to rise by 2 mb/d in 2022 and 2.1 mb/d in 2023, marginally lower than in last month’s Report.", Oil Market Report der IEA (03/2022). Weiterhin über 100 Millionen Barrel/Tag...

  6. 112.

    In diesem Herbst/Winter wird die FFF-Bewegung lernen, wie es ohne ausreichend günstige (fossile) Energieversorgung in einer modernen Gesellschaft, wie Deutschland, aussieht. Lernen durch Schmerzen, nenne ich das. Wer schon mal einen Ausblick haben möchte: Sri Lanka (mit dem Hinweis, dass dort so gut wie kein Treibstoff oder Dünger verfügbar ist).

    Übrigens, die Aussage, dass Klima- und Energiekrise jedoch mit fossilen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas den g l e i c h e n (!?) Ursprung hätten, sollte meiner Meinung nach als "Desinformation" gekennzeichnet werden.

  7. 111.

    "end fossil fuel" steht auf den Plakaten. Das können die Demonstranten sofort bekommen. Durch konsequentes Abschalten aller fossilen Heizungen in deren Wohnungen, Schulen, Arbeitsstätten. So kommen wir prima durch den Winter!

  8. 110.

    Nein, ich gehe zusammen mit meinem Kind und Oma würde auch gern mitkommen. Gerade Menschen mit Kindern verstehen die Sorge um die Zukunft.

  9. 109.

    Vorab: Natürlich muss dringend gegen den schon weit voran geschrittenen Klimawandel gehandelt werden.
    Allerdings sollte dann nicht hier, sondern in Russland, China etc., den derzeitigen großen Verursachern, demonstriert werden. Gibt es eigentlich Schätzungen, wie viel CO2 durch den russischen Angriffskrieg freigesetzt wurde?

  10. 106.

    Und tut das wenigstens ein bisschen weh oder schmeißen wir nun das letzte bisschen Verstand auch noch über den Jordan, weil wir keinen Bock mehr haben unser Gehirn wenigsten ab und an noch einzuschalten?

  11. 105.

    „Fridays For Future fordert unter anderem, die erneuerbaren Energien "radikal auszubauen".“
    Um dies zu machen braucht es keinem Sonderfonds sondern Leute die machen und nicht nur reden und auf andere zeigen.
    Ja auch Jugendliche können machen.
    Der Junge (Felix Finkbeiner) der vor einigen Jahren zum Baumpflanzen motiviert hat, der hatte höchsten Respekt, weil er nicht nur gefordert und geredet sondern gemacht hat.
    Wenn FFF ihre Demo in tote Wälder verlagern würden und diese durch eigene Arbeit wieder zum Leben erwecken würden, höchster und breiter Respekt wäre Ihnen sicher.
    Ich darf das sagen, weil ich es gemacht habe, genauso wie EE ausbauen.

  12. 104.

    "Ja und..." genau diese Einstellung von ihnen ist das Problem. Sie denken nur an sich.

  13. 103.

    In der Aussage soll wo Rassismus sein? Die DDR war eine Umweltsau, das ist Fakt. Ich komme übrigens selber aus der DDR.

  14. 102.

    Das hat aber nix mit diesen Demos zu tun, weil diejenigen, die es machen wenig Zeit haben sich mit solchen Demos und ihren Forderungen zu beschäftigen, weil sie machen und nicht reden.
    Der Ausbau der EE und die Transformation der Wirtschaft sind schon einige Zeit in der Mitte der Wirtschaft angekommen. Das ist normales Alltagsgeschäft, das hoffentlich bald mit aktiver also machender Unterstützung der Jugendlichen noch besser und schneller läuft.
    Wenn die aber auch bloß Schauspieler oder Politiker werden, ist uns wenig geholfen.

  15. 101.

    Ich sehe nicht, dass ihre Meinungsfreiheit eingeschränkt wurde, er hat lediglich gesagt wie er ihre Ansichten findet. Zudem sind Fake-News nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt.
    Die Querdenker kommen auch immer mit GG Paragraphen sind aber die größten Demokratiefeinde die es gibt. Wie ist es eigentlich bei ihnen?

  16. 100.

    wegen eurer Scheiß Demo kam ich zu Spät!

  17. 99.

    Danke. Ich verstehe auch nicht was das hier soll. Irgendwie liegt es an der Moderation die Dienst hat.

  18. 98.

    Was für verführte und indoktrinierte Leute da marschieren. Schlimm, wenn jemand rufen würde: Wollt ihr den totalen Klimaführer, da würden die alle verzückt JA schreien.

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