Umbenennungen im "Afrikanischen Viertel" - Zwei Straßen in Berlin-Wedding erhalten neue Namen

Fr 02.12.22 | 13:48 Uhr
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Menschenandrang bei der Straßenumbenennung im Afrikanischen Viertel. Der "Nachtigalplatz" wurde in "Manga-Bell-Platz" umbenannt..(Quelle:dpa/B.Pedersen)
Audio: rbb24 Inforadio | 02.12.2022 | Michael Ernst | Bild: dpa/B.Pedersen

Jahrelang haben sich Initiativen gegen die Straßennamen Lüderitzstraße und Nachtigalplatz gewehrt - mit Erfolg: An diesem Freitag wurden die Straßen umbenannt und erhielten die Namen von Widerstandskämpfern gegen den Kolonialismus.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen sind im "Afrikanischen Viertel" in Berlin-Wedding ein Platz und eine Straße wegen ihres Kolonialismusbezugs umbenannt worden. Die neuen Straßenschilder wurden am Freitag enthüllt, wie das Bezirksamt Mitte mitteilte. Eingeladen waren auch die Botschafter Kameruns und Namibias.

Der bisherige Nachtigalplatz heißt jetzt Manga-Bell-Platz. Er erhalte den Namen zu Ehren des Königspaars der Duala, Emily und Rudolf Douala Manga Bell. Das Paar habe gegen die deutsche Kolonialherrschaft in Kamerun gekämpft, heißt es. Rudolf Duala Manga Bell wurde 1914 als Anführer des Widerstands gegen die deutsche Kolonialmacht hingerichtet.

Die bisherige Lüderitzstraße wurde in Cornelius-Fredericks-Straße umbenannt. Fredericks war ein
Widerstandskämpfer gegen die deutsche Kolonialherrschaft im heutigen Namibia.

Die bisherigen Namensträger Adolf Lüderitz (1834-1886) und Gustav Nachtigal (1834-1885) gelten als Vertreter und Wegbereiter des deutschen Kolonialismus mit zum Teil massiven rassistischen Einstellungen.

Straßenschilder erhalten Erläuterungen

"Straßennamen sind Ehrungen und Teil der Erinnerungskultur", sagte Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne). Daher sei es eine wichtige Aufgabe, Namen aus dem Berliner Straßenbild zu "tilgen", die mit Verbrechen des deutschen Kolonialismus im Zusammenhang stehen.

Auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte sollen mit den neuen Straßennamen Menschen geehrt werden, die für den Widerstand gegen den Kolonialismus gekämpft haben und nicht mehr Täter eines Kolonialregimes. Die neu installierten Straßenschilder werden den Angaben zufolge mit Erläuterungen versehen sein.

Sendung: rbb 88.8, 2. Dezember 2022, 7 Uhr

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47 Kommentare

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  1. 47.

    Die Umbenennungen sind schon in Ordnung. Jede politische Ära hat eben ihre Heiligen, nach denen Straßen und Plätze benannt werden. In der DDR waren es Engels, Lenin, Thälmann & Co. im Moment sind es Widerstandskämpfer gegen die deutsche Kolonialherrschaft.

  2. 46.

    "Das ist Ihre Sicht der Dinge, wieviele Menschen in Mambia stört es? Oder sind es eher Menschen wie Sie die sich für alles vermeintlich Gute einsetzen um das Glücksgefühle zu haben?"

    Nein - das ist nicht meine Sicht der Dinge. Sondern der Stand der Dinge für informierte und interessierte Menschen.

    Wie sehr Sie informiert und interessiert sind klärt wohl Ihr Kommentar.
    Das Land heisst (heute) Namibia.
    Nicht Mambia.
    Mambia kenne ich nicht. Ist das das Land, wo man die Rohstoffe für Mamba-Kaubonbons abbaut? Oder die Heimat der Schlange?

  3. 45.

    "Los - Bitte nochmal, ich verstehe es halt immer noch nicht! "

    Gerne:
    Nach Antrag, Gutachten, Informations- und Diskussionsveranstaltungen, beschloss die demokratische gewählte Mehrheit der dafür zuständigen Bezirksverordnetenversammlung Berlin Mitte, mit den den Stimmen von DIE LINKE, B90/GRÜNE, SPD und Die Piraten 2018 mehrheitlich die Umbenennung. Die nun endlich nach mehr als 6 Jahren umgesetzt wird.
    Man beachte: Es handelt sich nicht um einen Ukas von B90/Grüne. Gegner der Umbenennung sind im demokratischen Verfahren unterlegen.

    Sonst noch Bildungsbedarf? Eine Zeichnung oder Lehrcomic kann ich Ihnen hier nicht posten.
    Hierfür stehen Ihnen Volkshochschulen zur Verfügung. Sie können aber auch einen Privatlehrer engagieren. Das dürfte so pro Unterrichtstag um die 500 Euro kosten.

  4. 44.

    Aus heutiger Sicht ist sowas immer leicht zu behaupten und drauf zu hauen. Sie verkennen aber die damaligen Verhältnisse! Während der Kolonialzeit hätte niemand daran gedacht, Nachtigal und Lüderitz als Rassisten, Imperialisten oder Menschenfeinde zu bezeichnen. Heute mit all der Aufklärung und neuen Ideologien sieht das natürlich anders aus. Dadurch fällt es Ihnen und vielen anderen leider schwer, die Brille aus der damaligen Zeit aufzusetzen und es aus jener Perspektive von damals zu bewerten. Auch die Fähigkeit Primärquellen zu nutzen, um sich zu informieren und Sachverhalte besser zu verstehen, ist leider verloren gegangen.
    In Lüderitz, Windhoek und Swakopmund gibt es keine Initiativen zur Umbenennung der Bismarck- oder Kaiser Wilhelm Straßen. Dort wird es als Teil der Geschichte akzeptiert. Nur die zugezogenen Hereros ergreifen Initiativen zur Löschung der Geschichte. Allerdings müssen sie das auch, wenn sie die Reparationsforderung glaubwürdig durchsetzen wollen.

  5. 43.

    Das ist Ihre Sicht der Dinge, wieviele Menschen in Mambia stört es? Oder sind es eher Menschen wie Sie die sich für alles vermeintlich Gute einsetzen um das Glücksgefühle zu haben?

  6. 42.

    "Soll ich es für die Kirmesredner einer angeblichen Grünen Diktatur noch einmal wiederholen?"
    Los - Bitte nochmal, ich verstehe es halt immer noch nicht!
    Und definiere Kirmesredner, vielleicht bin ich sogar einer.

  7. 41.

    Ich frage mich, weshalb überhaupt von vorn herein offenbar sehr viele Berliner Straßen nach Personen benannt wurden, von denen schon bei Bennennung bekannt war dass sie eigentlich ziemlich gegen die Menschlichkeit gehandelt haben. War das damals einfach egal? Wer hat damals das abgesegnet? Das muss doch auch schon vor zig Jahren bekannt gewesen sein... war die Öffentliche Menung damals tatsächlich so gleichgültig demgegenüber? Vielleicht könnte hierzu mal recherchiert werden. Schon damals muss doch begründet worden sein, weshalb nach Person xy benannt wurde... wäre doch mal interessant?

  8. 40.

    "Und hier wird gleich wieder von "Geschichte auslöschen" oder "dem Erdboden gleichmachen" schwadroniert. "
    Richtig. Aber. Machen wir uns nichts vor.

    Eifer und Geifer ist Ausdruck eines reaktionären Kulturkampfes, der sich mit Blick auf die Zukunft seine kolonialen, neo-kolonialen, rassistischen Disposition und Haltungen nicht nehmen lassen will. Da wird Richtiges geahnt. Wer sich redlich, historisch-kritisch kolonialem Erbe stellt, muss eine andere Haltung zu Welt, zu Weltwirtschaftsordnung - zur Entstehung und Praxis des 500-Jährigen Reiches Europa und seinen überseeischen Ausgründungen einnehmen.
    Hat eine sehr heutige Bedeutung. Wenn Vertreter des globalen Südens auf einem "Klimagipfel" erklären, so gehts nicht: Industriell-Wissenschaftlichen Vorsprung durch Ausbeutung erzwingen, den Süden dafür zahlen lassen. Und wenn dabei Klima gerottet wird, soll dies wieder der globale Süden zahlen.
    Bewusstseinswandel, Umwälzung ist halt umfassend und kleinteilig bis vor die Haustür.

  9. 39.

    Im Forum wurde ja auch gefordert,
    den Hohenzollerndamm umzubenennen. Ich finde, dass man bei all dem auch ein Augenmaß behalten sollte, denn als der Hohenzollerndamm diesen Namen bekam, wusste auch noch keiner der Stadtoberen, was zw. 1939 -1945 passieren würde. Bei den hier in Rede stehenden Straßennamen ist offensichtl. das konkrete persönl. Tun entscheidend. Daher kann man das als später Geborener nachvollziehen. Wenn man so radikal vorgehen würde, wie das teilweise geschieht, dann dürfte es den D nicht eine Bezeichnung namens Schwarzer Weg mehr geben. Man muss also bei historischen Benennungen irgendwie auf dem Teppich bleiben. Mir ist zwar bekannt, dass es eine ellenlange Liste mit Straßennamen gibt, die aus den verschiedensten Aspekten heraus heutzutage hinterfragt werden oder hinterfragbar erscheibnen, aber das heißt doch nun noch lange nicht, diese stepbystep umsetzen zu wollen oder zu müssen. Wir sollten uns eher doch freuen, dass wir mehr wissen als die Menschen vor uns!

  10. 38.

    Das ist eine Falschdarstellung der Sachlage in Namibia.
    Von "Stolz" kann schon gar keine Rede sein. Das ist reine Dichtung Ihrerseits. Also eine funktionale Lüge.

    Ich habe das bereits richtig gestellt.

    23.
    Martina Berlin Freitag, 02.12.2022 | 10:50 Uhr
    Antwort auf [wolfi] vom 02.12.2022 um 09:56

  11. 37.

    Meine Güte,
    es wurden 2 Straßen umbenannt. Ein ganz banaler Verwaltungsvorgang.
    Und hier wird gleich wieder von "Geschichte auslöschen" oder "dem Erdboden gleichmachen" schwadroniert.
    Einfach mal nen Gang runterschalten.

  12. 36.

    Ja. So kanns gehen.
    Wenn tausende "Dorfstrasse" umbenannt werden müssen. Weil Post und Verwaltung sonst bei der Zuordnung Schwierigkeiten haben.

    Das Leben mutet einem schon Schlimmes zu.
    Da muss der Namibier schon Verständnis haben. Zu dem wir selbstverständlich die schönsten Beziehungen haben (wollen)
    Wenn wir aus Bequemlichkeit und aus Kostengründen seine Schlächter mit Strassennamen ehren.
    Schliesslich schlachtete der Kolonialismus auch aus Kostengründen. War nicht persönlich gemeint. Nur so eine kaufmännische Sache.

    Kommt halt drauf an. Was einem leid tut.

  13. 35.

    Das ist wenig redlich Herr Steffen.
    Der Antisemitismus hat im Kontext des lutherischen Protestantismus eine andere Bedeutung, als die antisemitischen Stereotypen mit denen Marx zeitgenössisch hantiert. Das rechtfertigt diese Disposition, diesen "Mangel" von Marx (und anderen) nicht. Muss aber zu einer anderen Gewichtung führen.
    Schlicht gesagt: Für den Protestantismus (wie den Katholizismus) ist der Antisemitismus, der Judenhass mehr konstituierendes, integrierendes und mobilisierendes Moment, als es das für Marx - später Marxisten- je war.
    Nicht zufällig war das protestantische Franken, Nürnberg eine Hochburg der NSDAP.
    Das auch die Marx´schen Stereotypen gutbürgerliche Bedingung für den schließlich zum industriellen Massenmord eskalierten "Normalzustand" Antisemitismus war ist dabei unbestritten. Und unter redlichen Linken Konsens.

  14. 34.

    Mir tun gerade die Leute leid die da wohnen und nun Rennereien haben um ihre Adresse überall wo es notwendig ist zu ändern.
    Und zusätzliche Kosten haben, weil sie ihre Ausweise anpassen lassen müssen. Und das gerade jetzt, wo viele aufgrund der Kostenexplosion auf jeden Cent gucken müssen.
    Der Zeitpunkt ist einfach mal schlecht gewählt worden. War es wirklich jetzt nötig?

  15. 33.

    Ich möchte daran erinnern, dass es eine Stadt, Bucht und Verwaltungsabschnitt in Namibia gibt - die heißt Lüderitz. Dort sind nicht nur Weiße, sondern auch Farbige, Schwarze usw. stolz auf den Namen aus Lüderitz zu kommen. Ich war mal dort und habe mit verschiedensten Bevölkerungsgruppen gesprochen.
    In diesem Zusammenhang sehr "witzig", dass man dort untereinander von "Black People", "Coloured People", "Whites" und u.a. "Bastards" bezeichnet. Die Bastards sind alle die, die man sonst nicht einordnen kann, oft aus der Region Rehoboth. Dort hatten sich zur Kolonialzeit Weiße mit Schwarzen gemischt. Ist über 100 Jahre her, dennoch gibt es diese schmähenden Namen.

  16. 32.

    Immer raus mit den Steuergeldern. Der Bürger zahlt es ja,
    Es gibt ja auch nichts wichtigeres in dieser Stadt der Verbot und Gebote.
    Die Grünen wollen uns alles vorschreiben.
    Da ist von Demokratie kaum noch die Rede.

  17. 31.

    Am 19. April 2018 (!)wurde in der Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte mit Stimmen der Linken, SPD, Grünen und Piraten die Straßenumbenennung im Afrikanischen Viertel beschlossen.

    Soll ich es für die Kirmesredner einer angeblichen Grünen Diktatur noch einmal wiederholen?

    Mit Stimmen der Linken, SPD, Grünen und Piraten. In der gewählten und zuständigen Bezirksverordnetenversammlung von Berlin Mitte.

  18. 30.

    Na Herr Krüger, da messen Sie aber mit zweierlei Maß! Was Sie bei Marx als bloßes Mitlaufen verharmlosen, haben Sie in der Vergangenheit bei Luther massiv kritisiert. Der Betrachtungswinkel ist eben doch bei Jedem etwas politisch ausgerichtet. Und genau da liegt das Problem: Wir legen heutige Maßstäbe an vergangene Zeiten an. Das kann niemals funktionieren, denn unsere heutigen Moralvorstellungen sind das Ergebnis einer Entwicklung, die genau der damaligen Ereignisse in dieser Form bedurft hat, sonst hätte sich keine Änderungsbewegung daraus bilden können. Auch über uns wird man in Zukunft richten und ich bin mir sicher, dass dies nicht immer wohlwollend ausfallen wird. Vergangenheit durch Auslöschen verändern zu wollen, hat noch niemals funktioniert und erhöht nur das Risiko, die gleichen Fehler erneut zu wiederholen, dann nur eben mit anderen Vorzeichen.

  19. 29.

    Es wäre doch viel schöner gewesen wenn der vollständige Name des Königspaares
    Manga-Bell genommen und dann auch ausgeschrieben worden wäre.
    Es ist immer wieder beruhigend festzustellen dass in Berlin die wirklich wichtigen Angelegenheiten, die die Mehrheit der Bewohner existenziell bewegen angepackt und bevorzugt umgesetzt werden.

  20. 28.

    In diesem Fall erscheint mir die Umbenennung einigermaßen unstrittig. Unverständlich allerdings, warum es immer noch eine Berliner Treitschkestraße gibt. Der Mann hat den widerwärtigen Slogan "Die Juden sind unser Unglück" in die Welt gebracht und wird in Berlin nach wie vor mit einer nach ihm benannten Straße geehrt. Vor diesem Hintergrund erscheinen die o.g. Umbenennungen dann doch eher wie scheinheilige Klientelpolitik.

  21. 27.

    Das Einzige, was Berlin wirklich kann, ist Strassen konsequent mit afrikanische Vor- u. Nachnamen zu versehen. Empfehlenswert wäre sämtliche Berliner Strassen diesbezüglich umzubenennen, um garantiert sämtliche Kolonialherren auszuschließen. Aber bitte die Frauen- u. sonstige Quoten beachten. So werden Linke u. Grüne glücklich gestimmt!

  22. 26.

    Wann wird der Hohenzollerndamm umbenannt?

  23. 25.

    "Nein, die Anwohner sind nicht gefragt worden. Das wurde in Grüner Manier von "oben" bestimmt. "

    Sie haben offensichtlich Probleme mit dem demokratischen System.
    Die Umbenennung wurde nicht "von oben" bestimmt, sondern von der gewählten Bezirksverordnetenversammlung und den dort durch eine Wahl herrschende Mehrheitsverhältnisse. Und dort auch nicht nur von den Grünen.

    Was Sie hier halten sind antidemokratische Kirmesreden. Die behaupten Basisdemokratisch zu sein.

  24. 24.

    Sorry,aber mit welchen Nichtigkeiten beschäftigen sich die Behörden in Berlin.
    Ist Berlin so reich oder hat Berlin keine wirklichen Probleme ??

  25. 23.

    "Warum richten sich die Grünen nicht nach dem Willen der in Namibia lebenden Menschen die gut mit dem Namen der Stadt Lüderitz leben können."

    Das ist eine offensichtliche Falschbehauptung die auf ein Publikum setzt, dass sich nicht darüber informiert wie die Auseinandersetzung in der Stadt Lüderitz /Namibia tatsächlich verläuft.

    Dort läuft diese Auseinandersetzung in Politik und Bevölkerung bereits seit langem. Eine Namensänderung scheiterte bisher an vor allem zwei Punkten:
    1.) - und vor allem - es gab bisher keinen allgemein akzeptierten Namensvorschlag
    2.) Man wehrt sich gegen eine Namensgebung von oben. Hätte gerne "Bucht" als Bestandteil. Da sich die ortsansässigen umgangssprachlich /alltäglich "Buchter" nennen.

    Heisst: "Lüderitz" ist keineswegs akzeptierter Name.

    Zudem hat der Sachverhalt nichts damit zu tun, ob in Deutschland (nochmal: in Deutschland) der Kolonialherr Lüderitz mit einem Strassennamen geehrt wird.

  26. 22.

    "Lüderitz ist auch eine Stadt - die älter war, bevor der unsägliche Namensträger geboren wurde."
    Sachlich-Inhaltlich falsch. Sie kennen offenbar die Geschichte und die noch laufenden Auseinandersetzung in der Stadt Lüderitz im heutigen Namibia nicht. Also - sicher haben da vor der Kolonisierung bereits Menschen gelebt. Aber weshalb sollte der Name des Ortes Lüderitz gewesen sein? Die Namen ihrer kolonialen Schlächter musste und konnte kein ortsansässiger kennen, bevor die Schlächter anlandeten und das Land okkupierten. Wie sollte der Ort also sogar noch vor der Geburt von Lüderitz diesen Namen getragen haben?

    "Machen sowas auch andere Länder, die auch schlimm im Kolonialisieren waren, (...)"
    Ja machen Sie.
    Und überall dort wird diese rhetorische Frage ebenso gestellt. Von Milieus die diese kritische Auseinandersetzung nicht wollen.



  27. 21.

    Ich begrüsse, dass die gewohnheitsmässige, unhinterfragte und selbstverständliche Benennung von Strassen mit vergangenen Helden des Kolonialismus im Einwanderungsland Deutschland hinterfragt und gegebenenfalls beendet wird.
    Normaler Fortgang der Geschichte und der Bewusstseinsänderung in einer Gesellschaft, die sich (selbst) historisch-kritisch hinterfragt.

    Den immergleichen unredlichen und falschen Analogien /Vergleichen entgegne ich mit einem seiner Lieblingsbeispiele: Karl Marx mag aus heutiger Sicht in vielem Kind seiner Zeit gewesen sein (was Redliche nicht bestreiten)
    Aber es ist ein Unterschied, ob man Macho /Macker, oder Vergewaltiger ist.

    Bezeichnend auch: Hunderte, wenn nicht tausende "Dorfstrasse" mussten umbenannt werden - meist durch voranstellen des Ortsnamens - nicht selten auch die Hausnummerierung, um das Auffinden für Post und Verwaltung zu erleichtern. Auch das war teuer. Und "die Anwohner" wurden nicht gefragt.

    Redlich bleiben.

  28. 20.

    Man kann und sollte Geschichte nicht einfach ausradieren, indem Straßennamen geändert werden. Eine bessere Alternative wäre, an vorhandenen, fragwürdigen Namen Plaketten mit Erläuterungen zu installieren. Wie sollen nachfolgende Generationen Geschichte kennen und verstehen? Wenn ich mich mit jungen Menschen über Geschichte unterhalte, ist die Kenntnis darüber oft sehr mangelhaft. Mein Eindruck: die Jugend verblödet, weil Themen wie Feudalismus, Kapitalismus und Kolonialismus nicht ausreichend unterrichtet werden. Man muss die Geschichte kennen, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft gestalten. So wird ein Schuh daraus!

  29. 19.

    Vielen Dank für ihre sehr differenzierten und qualifizierten Einordnungen in diesen Kommentaren!

  30. 18.

    Bravo! Das war längst überfällig!
    Ich frage mich nur warum es so lange gedauert hat die Benennungen nach diesen rassistischen Verbrechern wider der Menschlichkeit zu ändern.
    Es ist einer demokratischen Gesellwchaft wahrhaft unwürdig, dass noch immer Orte nach solchen imperialistischen und menschenverachtenden Akteuren benannt sind.

  31. 17.

    Ein L mehr und dann wäre das Problem gelöst worden - stattdessen immer längere Namen usw., es wird langsam immer abstruser. Lüderitz ist auch eine Stadt - die älter war, bevor der unsägliche Namensträger geboren wurde. Man kann die Hinweise auf den Straßenschildern dann entsprechend anpassen. Machen sowas auch andere Länder, die auch schlimm im Kolonialisieren waren, oder ist das eine rein Deutsche "Krankheit"? Ja - es darf sich sowas nie wiederhgolen und wir müssen zur Geschichte stehen - ohne Frage - jedoch muss ich doch nicht gleich alles dem "Erdboden gleichmachen" ohne vorher über Variablen bzw alternative Hinweise zu den bisherigen Bezügen nachzudenken. Denn dann sollte das ganze "Afrikanische Viertel" umbenannt werden - sind dort doch die Kolonialbezüge schon im Gebiet vorhanden, nicht nur durch ein paar Straßennamen.

  32. 16.

    Karl Marx erlag genau wie die seinerzeitige Arbeiterbewegung dem Trugschluss, dass Juden v. a. Geldscheffler wären, die an der benannten Ausbeutung maßgeblich beteiligt sind. So findet sich das auch im filmischen Selbstbildnis der russischen Revolution "Panzerkreuzer Potemkin", mit dem klischeehaft gezeigten Juden oben auf der Freitreppe von Odessa.

    Unberücksichtigt bleibt dabei das faktische Berufsverbot für Juden und ihr förmliches Hineindrängen in das Einzige, was ihnen, nicht aber Christen erlaubt war: mit Geld zu handeln.

    Besonders herausgehoben hat sich Karl Marx dabei nicht, im Vergleich zu seiner brillanten Wirtschaftsanalyse, eher ein Kind seiner Zeit, wie übrigens auch mit seiner recht hölzernen Prophezeihung über die Entwicklungsstufen der Menschheit.

    Aufgrund des Aufschlusses wirtschaftlicher Tätigkeiten hat er eine Ehrung tatsächlich verdient, in Trier auch das neu geschaffene, glücklicherweise dann kleiner geschaffene Denkmal.

  33. 15.

    "Na wenn ihr in Berlin keine anderen Sorgen habt,ist ja gut."

    Wenn Sie als Brandenburger keine anderen Sorgen haben als Berliner Straßennamen, freut mich das für Sie....

  34. 14.

    Auf einer Zeitschiene betrachtet: Wann wird umbenannt, wenn sich herausstellt, dass jemand Veganer war? In kurzer Zeit wird man feststellen: Wer sich falsch einseitig ernährt, gegen die für den Menschen geschaffene Verdauungskultur, ist als Vorbild einseitiger Ernährung nicht geeignet.

  35. 13.

    In Namibia, einem Staat in Afrika und frühere deutsche Kolonie, gibt es eine Stadt mit dem Namen Lüderitz. Präsident des Landes ist Hage Geingob, ein nach demokratischen Regeln gewähltes Staatsoberhaupt. Wenn die Grünen in Namibia das Sagen hätten, würde dort auch gegen den Willen der Einwohner die Bilderstürmerei beginnen. Warum richten sich die Grünen nicht nach dem Willen der in Namibia lebenden Menschen die gut mit dem Namen der Stadt Lüderitz leben können.

  36. 12.

    Nein, die Anwohner sind nicht gefragt worden. Das wurde in Grüner Manier von "oben" bestimmt. Wer von den Anwohnern gegen die Umbenennung dann Widerspruch einlegte wurde vom Bezirksamt Mitte mit einer "Verwaltungsgebühr" von ca.200 € die man auch als Strafgebühr für Widerspruch gegen Grüne Bilderstürmerei ansehen kann. Den bei der Verwaltungsgebühr wurde der mögliche Höchstsatz nach der Berliner Gebührenordnung gefordert.

  37. 11.

    Bitte nicht die Hannah-Arendt-Straße vergessen. Und natürlich die Kantstraße. Von Martin Luther und dessen Weltbild fangen wir lieber auch erst gar nicht an.
    Ich wäre dafür, dass man Straßennamen mit Ziffern benennt, dann wohnt man halt in Straße 1001, Hausnummer 17. Aber auch da kommen wieder Leute um die Ecke, die jede Straßenzahl mit einer 88 oder einer 69 umbenennen wollen - obwohl es sich dabei nur um Zahlen handelt.

  38. 10.

    Es wird wiedereinmal Geld verschwendet an statt es sinnvoll einzusetzen siehe Schulen, Straßenbelag etc.

    Grün, roter Wahnsinn !!!

  39. 9.

    Gewiss ist am Argument etwas dran und zwar in dem Sinne, dass aus heutiger Sicht nahezu jeder Mensch zu vorherigen Zeiten oftmals fern von Denkhaltungen war, die wir heute kennen. Auch bei Kant mit seinen herabsetzenden Äußerungen ggü. dunkelhäufigen Menschen, bei Luther, was Passagen zu jüdischen Mitmenschen angeht und auch bei Albert Einstein angesichts der Vernachlässigung ggü. seinen Kindern war das so.

    Also sollten Ehrbekundungen ins Verhältnis gesetzt werden hinsichtlich der Frage, ob eine Person negativ herausragt aus der jeweiligen Zeit oder nicht, ob sie Treiber einer Entwicklung war, über die wir heute den Kopf schütteln oder Mitschwimmende.

    Lüderitz und Nachtigal waren diesbezüglich Treibende, das Handeln Wilhelms I. und II. wie auch Bismarcks geschah dagegen im üblichen Tenor. Die Nichtnennung W I., W II. , Bismarcks wäre eine faktische Auslöschung eigener Geschichte, was bei den weniger bekannten Namen Lüderitz und Nachtigal nicht so ist.

  40. 8.

    ....wie gut das wieder einmal das Anliegen einer ideologisch motivierten Randgruppe gekühlt ist...

  41. 7.

    Karl Marx war erwiesenermaßen Antisemit und Rassist.

    Wann wird die Karl-Marx-Allee umbenannt?

  42. 6.

    Und wann wird dann der Manga-Bell-Platz wieder umbenannt weil man gemerkt hat das Könige und Kaiser auch nur Diktatoren waren.

    Übrigens hat nicht ein Kaiser die Kolonialpolitik zu verantworten auch diese Plätze/Straßen müssen umbenannt werden

  43. 5.

    Eine unnötige Geldausgabe, aber die Druckereien wird freuen.

  44. 4.

    Die Zwangsafrikanisierung Berliner Strassennahmen geht planmäßig voran. Sind die Anwohner eigentlich gefragt worden?

  45. 3.

    Wir müssen dann unbedingt am Ort des Geschehens (= Kolonialismus) die vielen, vielen Autochthonen umbenennen, die deutsche Vornamen tragen. Von selbst kommen die ja nicht auf die Idee, sich Vornamen von angeblichen Widerstandskämpfern zu geben. Da hinken die Kolonialisierten den Kolonialisten mächtig hinterher. Warum nur?

  46. 2.

    Na wenn ihr in Berlin keine anderen Sorgen habt,ist ja gut.Mann kommt aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus.

  47. 1.

    Es wäre einfacher gewesen, den Nachtigalplatz schlicht in Nachtigallplatz umzubenennen.
    Warum müssen Straßen jetzt immer Personen-Namen haben? Es gibt genug andere Begriffe/Namen aus Flora, Fauna, Geografie usw. Wer weiß, ob die neuen Namen nicht in ein paar Jahren wieder "out" sind, weil aus irgendweiner anderen ideologischen Ansicht her nicht mehr tragbar? Das ist doch wirklich absurd, diese Umbenennerei.

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