Am 7. und 8. Februar - GEW ruft zu zweitägigem Warnstreik an Berliner Schulen auf

Mo 16.01.23 | 22:35 Uhr
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Bei einer Demonstration der GEW Berlin auf dem Rosa-Luxemburg-Platz und einem ganztägigen Warnstreik von Lehrkräften fordert die Gewerkschaft einen Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz mit verbindlichen Regelungen zu kleineren Klassen. Dafür ruft sie bereits zum siebenten mal zum Warnstreik auf. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Im Streit mit dem Berliner Senat um bessere Arbeitsbedingungen für Schulbeschäftigte verschärft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihre Gangart. Für den 7. und 8. Februar ruft sie erstmals in dem seit längerem festgefahrenen Konflikt Lehrkräfte und andere Beschäftigte zu einem zweitägigen Warnstreik auf.

Bisher organisierte die GEW seit 2021 sieben jeweils eintägige Warnstreiks, mit dem Ziel kleinerer Schulklassen und eines entsprechenden Tarifvertrags. Der Senat sieht sich dazu außerstande und verweist darauf, dass Berlin - wie alle anderen Bundesländer außer Hessen - der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) angehört. Ohne Zustimmung der Tarifgemeinschaft könne Berlin daher keine Tarifverhandlungen über die Klassengröße aufnehmen. Die TdL lehne solche Verhandlungen ab.

Ziel: Kleinere Klassengrößen

Die GEW fordert hingegen, dass sich Finanzsenator Daniel Wesener (Grüne) mit ihren Vertretern an einen Tisch setzt. "Wir wollen mit dem Senat über Arbeitsbedingungen verhandeln, die nicht krank machen", sagte der Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik, Udo Mertens, am Montag. "Der Krankenstand in den Schulen und Kitas dieser Stadt ist aktuell so hoch wie nie. Auch die schlechten Arbeitsbedingungen sind ein Grund dafür", fügte er hinzu.

Die Gewerkschaft trägt ihr Anliegen seit Juni 2021 vor. Der bislang letzte Warnstreik fand am 15. Dezember statt. Seinerzeit beteiligten sich nach GEW-Angaben 2.500 Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagogen und Schulpsychologen an dem Ausstand. Die Bildungsverwaltung zählte 1.750 Lehrkräfte im Warnstreik.

In Berlin gibt es rund 34.000 Lehrerinnen und Lehrer, viele davon sind Angestellte und dürfen anders als Beamte streiken.

Sendung: rbb24 aktuell, 16.01.23, 21:45 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Nein, aber wenn keiner den Mund aufmacht erstrecht nicht!
    Liebe Lehrer, geht auf die Straße und versucht etwas für die Kinder zu erreichen, sie scheinen ja nicht mal große Unterstützung ihrer Eltern in Sachen Bildungsverbesserung zu haben. Mit auf die Straße gehen wäre für Eltern eine tolle Option. Sie könnten die Stimme noch viel lauter werden lassen, damit sich endlich mal was tut. Das Bildungsniveau kann ja kaum noch tiefer sinken, aber was sollen die Lehrer machen mit vollgestopften Klassen, darunter diverse Besonderheiten? Die Kinder auf Niveau des Mittelmaßes unterrichten, dazu bisschen differenzieren und sich dann um die Kinder kümmern, die nicht wollen, nicht können oder nichts verstehen. Die anderen müssen von alleine laufen.

  2. 13.

    Bekommen die Kinder dann für die zwei Tage Unterrichtsstoff mit nach Hause oder fällt der Unterrichtsstoff einfach untern Tisch würde ja nicht auffallen bei soviel Unterrichtsausfall.

  3. 11.

    Ich als ehemals großer gewerkschaftsfreund bin doch erstaunt wie schlimm es die geworden ist.
    Mir kommen diese Gewerkschaften wie kleine Kinder vor die auf dem Boden stampfen und ich will ich will ich will rufen.
    Aber wo sollen denn die ganzen Lehrer und Gebäude herkommen?
    Diese Frage wird sich bei der Gewerkschaft scheinbar nicht gestellt, traurig und mit ein Grund dass ich aus dieser ausgetreten bin.

  4. 10.

    Wie oft will die GEW denn noch streiken.
    Denkt denn niemand bei der GEW oder den Streikteilnehmern daran, dass bei JEDEM STREIK unseren Kindern auch BILDUNG verlorengeht?

    Aber wahrscheinlich ist das den Streikenden und Initiatoren des Streiks
    VÖIIIG GLEICHGÜLTIG

  5. 9.

    Als Oma von 2 Schulkindern bin ich sehr empört über diese Ankündigung, denn durch diese Streiks werden keine neuen Lehrer eingestellt und Schulen gebaut. Nur unsere Kinder leiden unter dem erneuten Unterrichtsausfall, von dem es doch nun schon genug gab. Gibt es keine andere Möglichkeit, gemeinsam mit den Schulbehörden Lösungen herbeizuführen? So hilft man weder sich, noch den Kindern

  6. 8.

    "Wo sollen die Lehrkräfte herkommen wenn keiner auf Lehramt studieren will. Da nutzt Streik gar nichts." Da liegt doch genau der Zusammenhang. Wenn man mehr Menschen für den Lehrerberuf begeistern möchten, muss man die Arbeitsbedingungen verbessern (u.a.). Nur weil Sie diesen Zusammenhang nicht erkennen, bedeutet es nicht, dass es ihn nicht gäbe. Es gibt ja ebenso Regeln der Grammatik, auch wenn Sie sie nicht kennen und nutzen.

  7. 7.

    Oh gleich zwei Tage Streik.Als ob Lehrer so zu darben haben.Verdienen gutes Geld und für die Rente ist auch gesorgt.Aus diesen Kreisen kommt nur jammern auf hohem Niveau.Wo sollen die Lehrkräfte herkommen wenn keiner auf Lehramt studieren will. Da nutzt Streik gar nichts.Als ich zu Schule ging gang es Klassenstärken von über 30 Kinder.Wir haben es überlebt und haben was ordentliches lernen können.Haben uns die Rente auch verdient.

  8. 6.

    "aber die Schulbauoffensive wurden ja gestrichen. "

    Nein, wurde sie nicht. Für die Schulbauoffensive wurde sogar mehr Geld eingeplant (1,6 Milliarden bzw. 1,7 Milliarden in den nächsten Jahren). Nur reicht das bisher eingeplante Geld wegen gestiegener Baukosten und Inflation nicht aus, weshalb Baumaßnahmen verschoben werden müssen.

  9. 5.

    Werte Erna, und warum haben Sie damals nicht gleich "anders" gewählt? Unter dieser, aus der damaligen Wahl hervorgegangenen, Regierungskoalition war doch diese Entwicklung in Sachen Zuzug, doch wohl zu erwarten gewesen.

  10. 4.

    "Ich wäre als Mutter auch für kleinere Klassen...." Ich auch, aber dafür brauchen wir erstmal mehr Lehrer. Und weder die, noch mehr Schulen bekommen wir durch Streiks.

  11. 3.

    Ich wäre als Mutter auch für kleinere Klassen,aber die Realität ist,immer mehr Zuwanderung aus allen Ländern,die alle beschult werden sollen, da wir ja eine Schulpflicht haben. Der Senat soll endlich mehr Schulen bauen, aber die Schulbauoffensive wurden ja gestrichen.
    Berlin ist die Bildung nicht wichtig genug,da man ja kein Geld mit verdient! Ich wähle diesmal anders!

  12. 2.

    Da "rächt" sich jetzt das jahrelange Aussetzen der Verbeamtung für Lehrer.
    Beamte könnten nicht streiken ...

  13. 1.

    Als ob die Schüler(innen) nicht schon genug Ausfallstunden haben. In allen ehren, aber mal den Kids die Möglichkeit geben fehlenden Stoff aufzuholen, darauf kommt von alleine auch keiner. NICHT vergessen, die sollen auch eure Rente verdienen!!!

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