Klima-Aktivisten besetzen Hörsaal - Entsteht an der HU eine neue Studentenbewegung?

Fr 05.05.23 | 19:36 Uhr | Von Philip Barnstorf
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Klima-Aktivisten besetzen Hörsaal: Entsteht an der HU eine neue Studentenbewegung? (Quelle: rbb/Philip Barnstorf)
Bild: rbb/Philip Barnstorf

Seit Tagen besetzen Studierende einen Berliner Hörsaal. Viele engagieren sich bei "End Fossil: Occupy!". Das Bündnis will in diesem Monat europaweit Unis besetzen. Wieso gerade jetzt und wie groß könnte die Bewegung werden? Von Philip Barnstorf

Vor dem Emil-Fischer-Hörsaal der Berliner Humboldt-Universität (HU) stehen am Donnerstag Kaffeekannen, Plastikbehälter mit Trauben, ein paar Tüten mit Keksen und große Brotlaibe in Supermarkttüten. Drinnen hält eine Aktivistin einen Vortrag über "revolutionären Klimaschutz". Rund 30 Menschen hören zu. Immer wieder kommen und gehen einige. Am Rand des Raums liegt eine Luftmatraze. Organisiert wird die Besetzung von dem Bündnis "End Fossil: Occupy!" (EFO).

Laut ihrer Internetseite wollen die Aktivisten die gesamte Energieproduktion in Deutschland vergesellschaften und sie fordern einen Schuldenschnitt für den globalen Süden. "Wir weigern uns, die Zerstörungswut des fossilen Kapitalismus nicht anzuerkennen", sagt Rina Kern von EFO Berlin.

Weitere Forderungen richten sich spezifisch an die HU. So solle die Uni mehr studentische Räume einrichten und nicht mehr für militärische Zwecke forschen. Aber wie groß ist die EFO-Bewegung? Und wieso entsteht sie ausgerechnet jetzt?

Studierendenproteste in ganz Deutschland?

Zunächst zur Größe: Laut Rina Kern von EFO übernachten in dem besetzten Hörsaal jede Nacht rund 30 Menschen. Als am Mittwoch Mitglieder des HU-Präsidiums mit den Aktivisten diskutierten, hätten rund 150 Menschen zugehört. Der Telegram-Kanal, auf dem die Besetzer über ihre Veranstaltungen, wie Vorträge oder Theaterabende, informieren, hat sogar knapp 700 Mitglieder. Bis Samstag wollen die Aktivisten den Hörsaal noch besetzt halten.

EFO ist außerdem nicht nur an der HU aktiv. Laut seiner Internetseite hat das Bündnis inzwischen Ortsgruppen in 37 deutschen Städten und im europäischen Ausland, etwa in Barcelona und Wien. Seit dem vergangenen Jahr besetzen EFO-Aktivisten immer wieder Uni-Hörsääle und Schulen. Laut Rina Kern waren es im vergangenen Jahr in Deutschland circa 20, wobei einige Räume nur für einen Tag besetzt worden seien.

Aktuell sind etwa Auditorien in Regensburg und München besetzt. In Berlin haben außerdem am Dienstag Schüler einen Raum ihrer Schule in Hellersdorf übernommen, allerdings nur für einen Tag.

"Dieses Potenzial war seit vielen Jahren nicht da"

In diesem Monat sollen weitere Aktionen dazukommen. "Auf unserem internationalen Kongress in Bern haben wir vor drei Monaten entschieden, dass wir im Mai besetzen wollen", sagt Rina Kern. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass der Protest noch größer wird.

Wie realistisch das ist, vermögen Wissenschaftler, die politisches Engagement unter Studierenden erforschen, bisher nicht zu sagen. Dafür ist die Bewegung noch zu jung. Immerhin: Roland Bloch, der an der Universität Halle zu Hochschulen forscht, findet es "faszinierend, dass die Besetzungen dezentral in der gleichen Form passieren".

Rina Kern sagt: "Wie groß das Ausmaß der Bewegung ist, wird sich über den Mai zeigen." Gerade auch mit Schulbesetzungen könne man die Themen in den Alltag von vielen Menschen tragen. "Dieses Potenzial war seit vielen Jahren nicht da."

Avantgarde sind die Studierenden diesmal nicht

Roland Bloch, Bildungsforscher

Studierende heute arbeitsmarktorientierter

Aber wieso entsteht diese Bewegung in den Unis gerade jetzt? Noch in den 1960er und 1970er Jahren hatten vor allem Studentinnen und Studenten eine breite gesellschaftliche Liberalisierung angestoßen. Heute bestimmt der Klimawandel schon seit Jahren die Debatte, aber spezifisch studentisches Engagement ist dazu bisher nicht prominent entstanden.

"Avantgarde sind die Studierenden diesmal nicht", sagt Bildungsforscher Roland Bloch. Dabei ist der Anteil der Studierenden an der Gesamtbevölkerung seit den Protesten der 68er sogar gewachsen. Das führe aber nicht unbedingt zu mehr politischem Engagement, sagt Bloch. Denn dadurch werde die Studierendenschaft auch heterogener. "Gerade Studierende aus nichtakademischen Elternhäusern müssen sich für ihr Studium häufiger rechtfertigen. Sie tendieren daher dazu, nutzenorientiert in Bezug auf die berufliche Verwertbarkeit zu studieren", so Bloch weiter.

Aber auch in der Breite der Studierendenschaft werde heute stark auf die eigene Qualifizierung für den Arbeitsmarkt geachtet. “"Dabei stehen politische Themen nicht so hoch auf der Agenda."

Klimaprotest vor allem durch Fridays-For-Future

Sowohl Bildungsforscher Bloch als auch Rina Kern zeigen sich allerdings sicher, dass schon bei den Fridays-For-Future Demos auch viele Studierende dabei waren. "Es gab vor drei oder vier Jahren das Gefühl, mit dieser Aktionsform können wir alles erreichen", sagt Kern, "Durch die Pandemie wurde diese Dynamik gebrochen. Jetzt kommen neue Aktionsformen dazu. Es ist wichtig, dass es alle gibt: Demos, Straßenblockaden, Besetzung von Kohlebaggern, Unibesetzungen."

Beitrag von Philip Barnstorf

49 Kommentare

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  1. 49.

    Generation ist kein homogener Block, nur damit Sie sich als konstruierter homogener Block des Widerstands FÜHLEN können.
    Offenbar begreifen Sie nicht- spreche nicht über moralinsaure "Entbehrungen" Spreche über die Wurzeln von Widerstand, ohne den die folgende Generation des Widerstandes nichts wäre. In meiner Generation - ich bin 61 geboren - interessierten wir uns nicht nur dafür, dass eine ganze Generation mehrheitlich Krieg, Mord und Totschlag in jeder Hinsicht angezettelt hatte. Wir interessierten uns dafür wer dagegen womit Widerstand geleistet hatte UM FÜR UNSEREN ETWAS ZU LERNEN. Ihre Überheblichkeit, Ihr Desinteresse WARUM Widerstand vor 40 Jahren scheiterte, dokumentiert nur Ihre Unfähigkeit herauszufinden, wie er nicht scheitert. Exemplarische Aktion ist wichtig. Ersetzt aber nicht den PROZESS, die MOBILISIERUNG, die PRAXIS mit der er mehr als nur exemplarisch wird.
    Melden Sie sich, wenn Sie mehr als exemplarische MORAL wollen. Mehr als sich selbst darstellen.

  2. 48.

    Bitte erklären Sie mir den menschengemachten Klimawandel, bitte, jetzt will ich es aber wissen.

  3. 47.

    Viele durchgreifende Veränderungen, Aufbrechen von verkrusteten Strukturen ging von Studentenbewegungen aus.
    Mich ängstigte eher wie ruhig und angepasst die jüngere Generation die letzten Jahrzehnte war, als ginge sie ihre eigene Zukunft nichts mehr an, und es freut mich, dass die jüngere Generation offenbar aus ihrem Dornröschenschlaf endlich erwacht. Das ist wichtig, denn es heißt nicht umsonst:
    „Neue Besen kehren gut. Aber die Alten wissen wo der Dreck liegt!“

  4. 46.

    Ach so, jetzt sind also die damaligen KINDER, die das alles nicht wissen und überblicken konnten, daran schuld, dass die damaligen Erwachsenen, die das wussten und hätten verhindern können, leider nichts dagegen tun wollten/konnten. Ihre Ausreden sind hanebüchen.

  5. 45.

    Alles irrelevant. Was bringen mir moralinsauer vorgetragene Entbehrungen von damaligen Generationen, wenn sich die Welt in eine Gluthölle verwandeln wird, in der wir um Nahrung und Wasser kämpfen müssen? Können Sie mir das erklären? Ihre Generation trägt unabstreitbar eine Verantwortung dafür, was wir jetzt und künftig an Extremwetterereignissen erleben werden, weil wissenschaftliche Erkenntnisse zu Treibhausgasen jahrzehntelang konsequent ignoriert worden sind. Basta!

  6. 44.

    "Ihre Generation hat maßgeblich zur Klimakatastrophe beigetragen"

    Ich gehöre dieser Genration an. Wie wäre es mal mit einer Verallgemeinerung die sagt: Meine Generation hat sich verfolgen, verprügeln, einsperren lassen. Jedenfalls der Teil, der schon vor 40, 50 Jahren klüger war.
    Und sogar so klug, dass sie noch einen Begriff vom sozialen, vom antikolonialen, vom internationalistischen Zusammenhang hatte. Sie waren Minderheit. Wie heute auch. Ist aber die Generation, die Geschichte, auf die Sie heute aufbauen. Zu der aber offenbar keine Verbindung mehr besteht.
    Was die inhaltliche Dürftigkeit, die taktischen uns strategischen Fehler von "Letzte Generation" erklärt.
    Wie der hier von mir angesprochene Helge Peukert zu Recht konstatiert, konstruktiv kritisiert.
    Interessieren Sie sich nicht zu sehr für die sowieso Begriffsstutzigen. Interessieren Sie sich für solidarische Kritik. Jener deren Kämpfe, Bewusstsein, (auch Niederlagen) nicht erst neulich einsetzen.

  7. 43.

    >“ Ihre Generation hat maßgeblich zur Klimakatastrophe beigetragen und hatte die Möglichkeit gehabt,…“
    Nu ist aber genug. Generationen gegeneinander auszuspielen, ist zur Mitnahme dieser Menschen in eine andere Zukunft nicht zielführend. Zumal solche Sätze von einer Generation kommt, die sich mit all dem Komfort und der billigen Produkte seinerzeit behütet wohlfühlte im Aufwachsen.

  8. 42.

    Man man, was für Erfolgsaussichten....

  9. 41.

    Zumal die Worte Klimaschutz, Ozonloch, Klimwandel erst seit den 1970er Jahren im deutschen Wortschatz auftauchten samt deren Bedeutung.

  10. 40.

    Fakten lassen sich nicht leugnen. Klicken Sie auf den Link und lesen Sie. Ihre Generation hat maßgeblich zur Klimakatastrophe beigetragen und hatte die Möglichkeit gehabt, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. Doch weil alles höher, schneller und weiter gehen musste und Wohlstand bis zum Exzess zelebriert wurde, indem Wirtschaftswachstum absolute Priorität eingeräumt wurde, stehen wir vor einem klimatischen Scherbenhaufen. Die Folgen dieser Gier, so denn nicht sofort reagiert wird, stehen den eines (Welt-)Krieges in nichts nach.

  11. 39.

    Ist es so schwer, Google zu benutzen? Hat mich keine 5 Sekunden gekostet, diese gut gebündelten Informationen zu finden: https://www.ardalpha.de/wissen/umwelt/klima/klimawandel/klimawandel-klimaforschung-geschichte-historisch-100.html

    Um Ihre Frage zu beantworten: Spätestens 1971 hätte man reagieren müssen. Hat aber keinen gejuckt, weil das Problem immer noch weit weg war. Oder mit anderen Worten: Es war nicht das Problem der damaligen Generation.

  12. 38.

    ""Gerade Studierende aus nichtakademischen Elternhäusern müssen sich für ihr Studium häufiger rechtfertigen. Sie tendieren daher dazu, nutzenorientiert in Bezug auf die berufliche Verwertbarkeit zu studieren", so Bloch weiter." Ich würde es anders formulieren. Die können nicht jahrelang auf den Taschen der Eltern liegen, sondern sie müssen im vom Bafög Gesetz vorgesehenen Rahmen der maximalen Studienzeiten mit ihrem Studium fertig werden und sich dann selbst ernähren.

  13. 37.

    "Fragen sie mal die AfD Richterin." Wissen Sie mehr? Erzählen Sie mal. Ich habe seit längerer Zeit nichts mehr davon gehört. Keine Anklageschrift, kein Gerichtstermin, einfach garnichts.

  14. 36.

    Protest die einfallslose und bequeme Art sein Gewissen zu beruhigen, zumal anstatt eine Leistung zu erbringen.

    Studenten waren schon immer gerne dabei, und nach dem Studium, war es vergessen.

  15. 35.

    Da bin ich ganz lhre Meinung, es kann doch nicht sein das wir Alten für alles verantwortlich gemacht werden. Ich bin 1949 geboren, und die Nachkriegszeit war bestimmt kein gute Zeit.
    Wenn man die Jugend nur einen Monat zurück in die Alte Zeit versetzen würde, ja dann würden sie das alles anders sehen!
    Wir habe die Jugend zu sehr verwöhnt es musste immer alles dasein, wir werden uns überlegen müssen, ob unsere Enkelkinder noch bekommen sollten. Die Besetzung von Universitäten hatte wir schon!


  16. 34.

    >“ Nichts geleistet aber putschen wollen auf Kosten anderer“
    Ohne jetzt persönlich Symathien für 20 jährige Klimakleber zu hegen, finde ich solche Aussagen irgendwie fehl in dieser Diskussion. Was kann man mit 18 oder 20 geleistet haben außer super Zensuren in der Schule / Studium und gesellschaftliches Engagement? Arbeit und finanzielle Beiträge zur Sozialgesellschaft könnens in diesem Alter noch nicht sein. Außer Sie meinen mit… geleistet haben… Kinderarbeit? :-)

  17. 33.

    "Nichts geleistet aber putschen wollen auf Kosten anderer "

    Putschen? Ich glaube sie verwechseln da was. Hier wird ein Hörsaal besetzt, putschen wollen andere. Fragen sie mal die AfD Richterin.

  18. 32.

    Mal im Thema lesen. Sachlich.

    (...)den Aktivist:innen gilt meine absolute Hochachtung. Was bleibt anderes übrig, wenn die Bundesregierung anstelle z.B. einer zupackenden Verkehrspolitik lieber die Sektorziele schleift und das einzig Konkrete in 144 Autobahnprojekten besteht. Neben den gut geplanten Aktionen und der professionellen Organisation fehlt nicht nur nach meinem Eindruck nur ein wenig eine inhaltliche Richtungsanzeige. Als Anregung dazu dienen die Vorschläge."

    Sagt Helge Peukert im Interview mit "OXI" Er ist Professor für Staats- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Siegen. Peukert ist Mitglied im Netzwerk Scientist Rebellion, welches für Sofortmaßnahmen, zur Begrenzung der Klimakrise kämpft.
    Link scheint hier unerwünscht. Findet man aber. Steht online.

  19. 31.

    Nichts geleistet aber putschen wollen auf Kosten anderer

  20. 30.

    >“… alten Generationen aufgrund ihrer rücksichtslosen und verschwenderischen Lebensweise…“
    Das ist auch immer so ne pauschale Verurteilung. Können Sie die von Ihnen angesprochenen Gerationen bitte mit Zeitabschnitten eingrenzen?

  21. 29.

    Altwestberlinerin, sie haben ja fast alles aufgezählten was so in 70er Jahren passiert ist. Sie reden ja hier von den 68er, und die waren nun wirklich nicht nur friedlich, mein Schwiegervater war seit 1962 bei der FU Berlin als Bibliothekar angestellt der würde ihnen etwas anderes erzählen. Dort war ein Kommunismus sammeln Becken, Fritz Teufel, Rudi Dutschke, usw. Taten wie Sachbeschädigung, Brandstiftung, demolierte Autos ,usw. Viele Verletzungen und Tod. Benno Ohnesorg, Rudi Dutschke.

  22. 28.

    Doppelte Verneinungen sind zwar stilistisch immer unglücklich und sollten daher vermieden werden, doch die Aussage ist meines Erachtens korrekt. "Wir weigern uns, die Zerstörungswut des fossilen Kapitalismus' noch länger zu ignorieren" oder "zu tolerieren" wäre aber besser und unmissverständlicher formuliert gewesen, in der Tat.

  23. 27.

    Es ist Fakt, dass der Klimawandel menschgemacht ist und die alten Generationen aufgrund ihrer rücksichtslosen und verschwenderischen Lebensweise maßgeblich zu dieser katastrophalen Entwicklung beigetragen haben. Folglich ist das keine Glaubensfrage, die nun wider besseres Wissen durchgesetzt werden soll, sondern die durch zahlreiche wissenschaftliche Studien gestützte Realität. Die Mittel der Protestbewegung, allen voran der Letzten Generation, um auf diesen dramatischen Zustand aufmerksam zu machen und bestimmte Ziele durchzusetzen, sind jedoch völlig indiskutabel, weil de facto Straftaten.

  24. 26.

    Zitat:
    "Wir weigern uns, die Zerstörungswut des fossilen Kapitalismus nicht anzuerkennen", sagt Rina Kern von EFO Berlin.

    nochmal langsam: "Wir weigern uns ... ... nicht anzuerkennen."

  25. 25.

    Im Mittelalter waren es die Geißler, welche sich bis zum Tode selber peitschend, durch die Gegend zogen. Sie wollten "büßen", für "Sünden", weil sie den Ursprung von Pest und Verderben damals nicht kannten und das für eine Strafe Gottes hielten.
    Nichts anderes, freilich auf höherem Niveau sind die Klimasekten, die den Planeten "retten" wollen und für die Unbill einen Sündenbock haben, die "Alten", welche angeblich über Gebühr gelebt hätten. Moralisiernd und drohend sickern sie nun auch an den Unis ein. Eine Entwicklung, die mehr als nur bedenklich stimmt.

  26. 24.

    Wenn eine Ampelregierung Vetternwirtschaft und andere Lobby-Verstrickungen ausübt ohne Konsequenzen und es nur auf diesem Weg um Machterhalt geht - das muss man sich über die Auswüchse an Unis nicht wundern - die Moral und das Rechtsverständnis ist tot in D

  27. 23.

    Nicht um jeden Preis, das ist eben etwas was viele nicht verstehen das unser Wohlstand auf Ausbeutung und Umweltzerstörung beruht. Aber kiek mal weiter Fussball!

  28. 22.

    Das alles ist ja nicht neu. Es mag unglaubwürdig klingen, aber die Protestbewegungen der 70er Jahre habe ich hautnah miterlebt, da ein Familienmitglied an der Uni Bielefeld tätig war. Die Anti-Atomkraft-Bewegung, aus der die nun mitregierenden Grünen erwachsen, die Hausbesetzer-Szene, die Proteste gegen den Nato-Doppelbeschluss, die Friedensbewegung. Alle das hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Mag man es gut finden oder nicht. Die Proteste damals waren aufsehenerregend. Sie nervten bisweilen, sie waren aber nie "stumpf" sachbeschädigend, alle waren IMMER zur Debatte bereit. Aufgrund dessen konnten große Teile der Bevölkerung für diese Ideen gewonnen werden, das ANTI bezog sich auf die Sache, nicht auf die Mitbürger. Das war geschickter als "kleben".
    Wir sind nur nichts mehr gewohnt in all den Jahren mit Kohl und Merkel. Es war seltsam still, selbst Satire war tot. Bis auf wenige Ausnahmen ;-)
    Daher ist die Protestbewegung da angekommen, wo sie hingehört, an den Unis.

  29. 20.

    "Wir weigern uns, die Zerstörungswut des fossilen Kapitalismus nicht anzuerkennen„
    Aber die elektronischen Errungenschaften (hier Laptop und digitale Infrastruktur) des fossilen Kapitalismus werden dann doch ganz gerne für den antifaschistischen Kampf , also den Kampf gegen die Faschisten (wer ist das jetzt?), verwendet.
    Schön ist auch im Bild zu sehen, wie sich jemand den Bildschirm abfotografieren lässt, auf dem er sich gerade über sichere Passwörter (sic!) informiert. Wer findet den Fehler ?

  30. 19.

    @ "Sie tendieren daher dazu, nutzenorientiert in Bezug auf die berufliche Verwertbarkeit zu studieren"
    Dann scheine ich auch ein "Arbeiterkind" zu sein. Worauf sonst sollte sich ein Studium begründen? Selbst ein Soziologiestudent sollte sich vorher Gedanken machen, was er später mit dem Studium anfängt,( Taxifahren kann er auch ohne Soziologiestudium. )
    Aber warum auch nicht eine Studentische Bewegung?
    Es gibt inzwischen Greenpeace, FFF, LG, ER, NABU, BUND und wahrscheinlich noch die "Freunde der Sonnenkollektoren auf unserem Schuldach" Wenn ausser Protest nichts passiert, sollten die Studenten besser die Zeit für das Studium nutzen. Immerhin kostet das Studium reichtlich Steuergelder. Dann schon lieber Sonnenkollektoren auf dem Schuldach.

  31. 18.

    "Unser Gesellschaftssystem zerstören ohne selbst vorher etwas selbst geleistet zu haben" -> Damit meinen Sie sicherlich die Rechtsextremen, die am Tag X die deusche Demokratie umstürzen wollen.

  32. 17.

    Ich würde wirklich gerne glauben was diese Generation uns sagen möchte aber:
    Erstens...wie schon einige festgestellt haben, die Flagge verrät alles.
    Zweites...davor stehen Plastikdosen mit Trauben und Brot in Discounter-Tüten, alles Zeug das aus billigen Materialien und Rohstoffen in den ärmsten Länder produziert und dann über die ganze Welt verschifft wird.
    Drittens...mit ihren Klamotten sieht es nicht anders aus, Markenklamotten über deren Produktion und Wege nicht diskutiert werden muß...

  33. 16.

    Kann dem nur voll zustimmen. Die damaligen "revolutionären Geister" der 68er Bewegung haben bei der Gestaltung des Landes, so wie es heute ist, mitgeholfen. Und wenn ich mir die Ergebnisse im sozialen, medizinischen Sektor betrachte, der große Wurf war es nicht. Nachdem der von Dutschke propagierte "lange Weg durch die Instanzen" durchschritten war, stellte man wohl fest, Geld stinkt nicht, und was geht mich mein Geschwätz von gestern an.

  34. 15.

    Eine neue schlagende“ Studentenverbindung?

  35. 14.

    Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, dass diese Leute die deutsche Wirtschaft am laufen halten soll.

  36. 13.

    Es herrscht wieder ein gefährlicher Geist in den Unis und der aktuellen Politik. Hier geht es nicht mehr um Demokratie sondern den Kampf unser Gesellschaftssystem zu zerstören ohne selbst vorher etwas selbst geleistet zu haben oder seinem Land zu dienen.

  37. 12.

    Wäre mal interessant zu erfragen wieviel von diesen jungen Leuten ihre berufliche Zukunft als Ehrenamt in der Klimaforschung oder im Sozialdienst sehen. Ich denke mal das eine Führungsposition in einem DAX-Unternehmen oder ähnlich wirtschaftsorientierte Berufe deutlich weiter oben auf dem Wunschzettel stehen. Von den Ultra-linksgrünen Überzeugungen bleibt nach dem Abschluss meistens nicht viel mehr als die Erinnerungsfotos auf dem Smartphone.

  38. 11.
    Antwort auf [Altwestberlinerin ] vom 05.05.2023 um 21:38

    Wow Respekt, sehr gut auf den Punkt gebracht - meinen Dank dafür!!!
    Genau DAS ist das Problem - stundenlang rumsitzen, diskutieren. . . . . . und dann???
    Genau - man müsste, man sollte, man könnte. . . . . . . !
    Hat schon irgendwie was von - Das Leben des Brian - . . . . . . . , "sie wollen ihn kreuzigen. . . . . . JETZT!"
    "Hmm. . . . . ,das erfordert eine sofortige Diskussion!!!"
    Kindergarten große Gruppe -
    "Hauptsache für's Klima und das Banner (siehe Bild oben) weht, der Rest findet sich" . . . . . . . oder eben nicht!
    Generation "Z" eben. . . . . WIR sind die Leute, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben!
    Verlorene Generation?

  39. 10.

    Dieser Artikel liest sich wie aus dem AStA Newsletter, statt vom ernsthaft kritischen Qualitätsjournalismus. Studenten besetzen Hörsaal, wie groß kann die Bewegung noch werden? Was für keine Nachricht, Gähn.

  40. 9.

    Die Rampen für Rollstuhlfahrer:innen sind genau dort auf dem U-Bahnsteig befestigt, wo der Triebwagen zum Halten kommt und Personen im Rollstuhl dann auch warten und sofort vom Zuhführer bzw. der Zugführerin gesehen werden, sodass der gesamte Vorgang macimal eine Minute dauert. Damit, wirklich allen Ernstes anzunehmen, dass der Verweis auf diese „unzumutbare Verzögerung“ für alle anderen Fahrgäste, von denen die sicherlich weitaus meisten nicht unter gravierenderen körperlichen Einschränkungen in ihrem alltäglichen Leben zu leiden haben, tatsächlich von einem verständnisvollen Schwerbehinderten für all seine gesunden Mitmenschen stammen könnte, machen Sie sich ja schon beinahe lächerlich …

  41. 8.

    Es wäre sinnvoller, Diskussionsforen, die man bereitstellt, auch zu pflegen. Hier findet man, inhaltsunabhängig, nur Stereotype, pauschale Abwertungen, Delegitimation und Adultismus, nebst rechtsextremem Duktus.

    Die Handlungen einer(!) Gruppe als soziale Bewegung zu bezeichnen, ist soziologisch falsch. Die Heterogenität von vielen Akteur*innen, die ähnliche Ziele teilen, und die aus unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft stammen, macht eine Bewegung aus. Die Ziele sind langfristige Ideale, die in einer vom marktradikalen Extremismus geprägten Wirtschaftswelt nur wenig Macht entfalten können. Allein schon in der EU sehen entsprechende Staaten lieber zu, wie sich ihre Nachbarländer heillos international verschulden, sich abhängiger, handlungsunfähiger machen, anstatt sich einander zu helfen. Dass die ökologische Krise mit der ökonomischen zusammenhängt, haben die Mitglieder richtig benannt, aber die Adressat*innen ihrer Aktionen sind unklar kommuniziert.

  42. 7.
    Antwort auf [Max] vom 05.05.2023 um 21:04

    Studierende, die einen lebenswerten Planeten für uns alle und unser aller Nachkommen erhalten möchten und sich außerdem noch gegen Faschismus aussprechen, bezeichnen Sie als „linksextreme Truppen“? Interessant … um nicht zu sagen: Was stimmt denn bei Ihnen nicht? Außerdem: Für sehr viele für unsere Gesellschaft absolut wichtige Berufe ist ein abgeschlossenes Studium Voraussetzung; so einen Abschluss zu erwerben, ist sehr wohl eine Leistung. Wenn Sie offenbar nicht in der Lage sind, das zu erkennen, muss ich Sie noch einmal mit Nachdruck fragen: Was stimmt denn bei Ihnen nicht?

  43. 6.

    "das ist ja fast so „originell“ wie sich unter dem Namen „Schwerbehindert“ gegen die Belange von Behinderten zu wenden … " das zeugt von beispielloser Haltung, im Gegensatz zu Ihrem Kommentar....erst verstehen und dann kommentieren; der "Schwerbehindert" hat meinen vollsten Respekt, Sie nicht.

  44. 5.
    Antwort auf [Student] vom 05.05.2023 um 19:46

    Ich stehe Ihnen voll und ganz bei.
    Meine Töchter haben ihre Studienzeit zum Studieren genutzt und ohne Ehrenrunde (n) abgeschlossen.
    Hatten für andere Späße, außer WE Partys, keine Zeit.

  45. 4.

    Wow, das ist ja fast so „originell“ wie sich unter dem Namen „Schwerbehindert“ gegen die Belange von Behinderten zu wenden … Respekt … Ach nee, doch nich!

  46. 3.

    Danke für die Info. Jetzt wird mir auch klar, warum an dieser Uni nur knapp 20% ihr Studium in der Regelstudienzeit beenden.

  47. 2.

    "Studierende" - eine Spezie die seit Anfang der 60iger, in vielen Regionen der Welt, immer gerne aufbegehen (-gert haben).
    Nach nem (unterstellten) Abschluß ist WAS vom ursprünglichen Aktionismus geblieben.
    In Deutschland prägen uns ja noch immer noch die 68iger mit ihren moralisch, politischen Ansichten.
    Diesen sich was aneignenden sollte nicht zu viel zugemutet werden bevor Diese das ECHTE Leben kennen lernen.
    Okay, teils urteile ich unrecht, aber die Beobachtung (und Geschichte)zeigte die Verlogenheit der Meisten.

  48. 1.

    Zu viele studierende sind fehlende Fachkräfte im Handwerk. Und nichts tun wird geradezu sichtbar bei den Studenten.

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