Energiewende in Brandenburg - Beschleunigter Solarausbau stößt auf Widerstand

Fr 05.05.23 | 19:42 Uhr | Von Christoph Hölscher
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Symbolbild: Ein Solarpark mit Photovoltaik Anlagen am 11. März 2023 in der Nähe von Trebbin in Brandenburg. (Quelle: dpa/Rainer Keuenhof)
Video: rbb24 | 05.05.2023 | Material: Brandenburg Aktuell | Bild: dpa/Rainer Keuenhof

Die Menge der Solarenergie in Deutschland soll bis 2030 verdreifacht werden. Auch in Brandenburg sollen neue Solarparks entstehen – doch die stoßen bei Anwohnern immer häufiger auf Widerstand. Von Christoph Hölscher

Schon seit mehr als zwei Jahren wird in der Gemeinde Sydower Fließ bei Bernau (Barnim) über den Bau eines neuen Solarparks gestritten. Nach den ursprünglichen Plänen der Investoren sollten auf einer Fläche von 150 Hektar im Ortsteil Tempelfelde Sonnenkollektoren aufgestellt werden. Damit wäre die Freiflächenanlage eine der größten in Deutschland geworden.

Doch Anwohner machten gegen die Pläne mobil: Sie gründeten eine Bürgerinitiative, sammelten Unterschriften, demonstrierten. Sie fürchten um die Attraktivität des Dorfes sowie der umgebenden Landschaft. Inzwischen haben die Investoren ihre Pläne deutlich abgespeckt: Der Solarpark wurde verkleinert, die Abstände zur Wohnbebauung vergrößert. Die Kritik ist trotzdem nicht verstummt.

Der Solarpark spaltet das Dorf

Juliane Uhlig, Mitinitiatorin der Bürgerinitiative gegen den Solarpark, betreibt zusammen mit ihrem Lebensgefährten einen Pferdehof in Tempelfelde: Ländliche Idylle inmitten von Weideflächen und Rapsfeldern, die sie gefährdet sieht, wenn der Solarpark gebaut würde. Dann wäre ihr Hof womöglich in seiner Existenz bedroht, sagt Uhlig: "Wir leben ja vom Tourismus - Kinder, die bei uns Ferien machen, Menschen, die zum Ausreiten kommen. Die müssten dann um den Solarpark reiten statt durch den Naturpark Barnim." Uhlig bezweifelt, dass ihre Gäste das attraktiv finden würden.

Dabei betont sie, dass sie nicht gegen erneuerbare Energien sei. Im Gegenteil: Sie selbst hätten ja Solarmodule auf dem Dach der Reithalle. Aber viele Bürger wären gerne von Beginn an in die Suche nach einem geeigneten Standort einbezogen worden. Juliane Uhlig verweist auf eine ehemalige Mülldeponie, auf der ein Solarpark niemanden stören würde. Wenn die Bürger rechtzeitig und umfassend beteiligt worden wären, wäre der Solarpark ihrer Ansicht nach schon fertig.

Gemeinde hofft auf höhere Steuereinnahmen

Simone Krauskopf, ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Sydower Fließ, bezweifelt das. Sie fragt sich, ob man überhaupt alle Anwohner mitnehmen könne, "weil die Interessenlage wirklich so konträr ist". Als Bürgermeisterin ist sie für den Solarpark - vor allem, weil er der Gemeinde Steuereinnahmen bringen würde: "Ich will was für die Gemeinde erreichen. Ich will auch Geld haben, das wir verbrauchen können. Und das wäre eine Gelegenheit."

Aber dann gebe es eben auch die anderen: diejenigen, die um den Wert ihrer Häuser und Grundstücke fürchteten - die Angst hätten, dass auf dem Pferdehof die Gäste ausblieben. Unvereinbare Interessen?

Bundesregierung will den Solarausbau beschleunigen

Konflikte wie der in Sydower Fließ könnten noch zunehmen, wenn Bundeswirtschaftsminister Habeck (Grüne) seine Ankündigungen nach dem zweiten Solargipfel am Freitag in Berlin wahr macht: "Mit der heute vorgelegten Strategie wollen wir den Ausbau nochmal deutlich beschleunigen und alle Bremsen lösen, die ein höheres Tempo beim Zubau bislang verhindert haben."

Bis 2030 sollen die Solarstrom-Erzeugung in Deutschland von jetzt 70 auf dann 215 Gigawatt verdreifacht werden. Dafür müsse es einen stärkeren Ausbau von Freiflächenanlagen geben, stellt das Ministerium in seinem Papier zur Photovoltaik-Strategie fest. Entsprechend soll die Genehmigung solcher Anlagen erleichtert und beschleunigt, aber auch die Akzeptanz dafür gestärkt werden, etwa durch bessere Information und Bürgerbeteiligung. Das sei wichtig, da ein hoher Grad an Akzeptanz zu "weniger Konflikten und gegebenenfalls zu weiteren verfügbaren Flächen führt", so das Strategiepapier aus dem Habeck-Ministerium.

Brandenburger Wirtschaftsminister will Akzeptanz fördern

Die Akzeptanz der Bürger für Solaranlagen hält auch der Brandenburger Wirtschafts- und Energieminister Jörg Steinbach (SPD) für unabdingbar, um die Energiewende zu schaffen. Steinbach zeigt sich mit dem Tempo des Solarausbaus in Brandenburg noch nicht zufrieden, geht nach eigenen Angaben aber davon aus, dass es künftig schneller gehen wird.

Dafür müssten die Bürger frühzeitig in entsprechende Planungen einbezogen werden, aber auch materielle Vorteile von Solarparks vor ihrer Haustür haben – etwa in Form von günstigem Solarstrom: "Wenn die Menschen merken, dass es zu ihrer eigenen Entlastung im Geldbeutel führt, dann wird die Akzeptanz am schnellsten steigen", sagt Steinbach. Trotzdem gehe er davon aus, dass es auch weiterhin Konflikte geben werde, die nur im Kompromiss zu lösen seien: "Es muss einen Ausgleich geben zwischen Menschen, die eine Fläche als Natur erhalten wollen, und denen, die sich der Aufgabe der Klimaneutralität stellen", so der Minister.

Solarpark Tempelfelde frühestens 2025 am Netz

Ob dieser Ausgleich in der Gemeinde Sydower Fließ gelingt, ist noch nicht klar. Das Genehmigungsverfahren geht nun in die dritte Runde. Pferdehofbetreiberin Juliane Uhlig kündigt an, auch weiterhin Einwendungen gegen den Solarpark verfassen und notfalls dagegen klagen zu wollen. Bürgermeisterin Simone Krauskopf setzt auf die Wirkung materieller Anreize: "Akzeptanz ist nur möglich, wenn die Leute sagen können: Der Strom wird hier produziert, und den Strom kriege ich aus meiner Steckdose für kleineres Geld als alle anderen."

Für den Solarpark Tempelfelde kämen solche Anreize wohl zu spät, der Konflikt hat das Projekt schon um mehr als zwei Jahre zurückgeworfen. Im günstigsten Fall könnte hier ab 2025 grüner Strom erzeugt werden – fünf Jahre nach Beginn der Planung.

Sendung: rbb24 Inforadio, 05.05.2023, 17:45 Uhr

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Beitrag von Christoph Hölscher

124 Kommentare

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  1. 124.

    Ja stimmt bei unser Anlage ist mehr biologische Vielfalt entstanden. Da leben Wesen, die vorher nicht da waren. Ich habe die Löcher in den Ständerprofilen extra nicht abdecken lassen und siehe da kurz nach Inbetriebnahme die ersten Insekten und auch regelmäßig Vögel und Vogelkot auf dem Glas. Hat ja heut gut geregnet.
    Die Naturschützerin der Behörde hat alles unproblematisch abgenickt weil perfekt im Außenbereich mit viel Wald/Forst drumherum. Der Haufen für die Eidechsen ist ein kleines Kunstwerk meiner Kollegen geworden.

  2. 123.

    Das Problem sind die Investitionen. Wie gesagt wir werden langfristig zwar hohe Leistung aber wenig Energie aus diesen Backupkraftwerken brauchen. Die meiste Zeit stehen die Dinger also rum. Daher geht nur möglichst „billig“ weil wir alle das bezahlen müssen. Umrüsten auf H2-Motor ist dann billiger. Die Kosten für den Treibstoff könnten dann zweitrangig sein.
    Beispiel Dieselnotstromaggregat betriebsfertig 300kW ca. 150TEUR betrieblich gesehen totes aber notwendiges Kapital. Ein paar Stunden Testbetrieb im Jahr aber gut zu wissen, dass man es hat.
    Gasmotor ähnlich.
    Vergleichbare Brennstoffzelle für den Preis?

  3. 122.

    Das ist ein Ansatz auf den ich hoffe. Das würde einige Investitionen einsparen. Ich würde ohne weiteres einen Weg zur Finanzierung des Umbaus unseres Dieselnotstromers finden, wenn ich ihn mit sauberem Kraftstoff netzdienlich auch ohne Verriegelung zum Kuppelleistungsschalter im Netzparallelbetrieb einschalten dürfte. Wenn ich den Stoff preiswert selbst herstellen kann dann gerne auch mit noch mehr Solarstrom auf dem Hof.
    Und ich bin mir sicher dass ich nicht der einzige bin der sich wünscht ein wenig von der Investition in so eine Netzersatzanlage zurück zu bekommen. Und schon stünden bundesweit ganz schnell einige 100MW bei Bedarf zur Verfügung.
    Brennstoffzelle als Netzersatz ist noch unbezahlbar.

  4. 121.

    Die Dachflächen waren historisch einfach tote Flächen und angesichts der Baudichte in Großstädten entspricht das quasi der Städtefläche minus öffentliche Verkehrswege.
    Die Nutzung dieser Flächen zur Begrünung, ist ja auch erst ein Ergebnis der rückwirkenden Städteaufheizung.
    Aber im Prinzip gebe ich ihnen Recht. Man sollte primär erstmal die Flächen einbinden, die einfach schon menschengemacht und ungenutzt existieren bevor man damit in die Natur geht, denn wir haben es hier mit der Flächendichte und nicht wie gehabt mit der Volumendichte der Energie zu tun.
    Allerdings ist Natur auch nicht gleich Natur. Und der richtige Standort und die richtige Fläche (Größe) müssen vernünftig gewählt werden.

  5. 120.

    Vielleicht sollte man auch mal eine Blick auf die Verteilung der Stromabnehmer werfen:
    https://www.gasag.de/magazin/nachhaltig/stromverbrauch-deutschland#:~:text=%C3%96kostrom%20f%C3%BCr%20alle-,Aktueller%20Stromverbrauch%20in%20Deutschland,bei%20504%2C5%20TWh%20lag.
    Haushalte sind da nur mit 26% dabei.

  6. 119.

    Na wenn Sie weiterdenken wüssten Sie, dass gerade der Wechsel und die Vielfalt an unterschiedlichen Umweltfaktoren gut ist für Biodiversität. Sie beschreiben es ja praktisch selbst. Es ist gerade gewollt seltene abwechslungsreiche Lebensräume zu gestalten.

    Wenn der Nachbar eines Freundes zufällig Ahnung hat wird der das Bestätigen können.

    Vielleicht war die Fläche mit PV auch schlicht für Bioanbau schlecht geeignet weil minderwertige Bodenqualität. Gerade Bioanbau ist auf gute Böden angewiesen.

  7. 118.

    Danke!
    Ich kann diese todbringende gelbe Landschaft auch nicht mehr sehen.
    Direkt vor, neben und hinter meiner Haustür.
    Und alle 3 Wochen wird munter der Raps gespritzt.

  8. 117.

    Wer hier die Betonköpfe sind wird immer deutlicher.

    Man kann immer wieder aufzeigen, um wie wenig der Landwirtschaftlich genutzten Fläche es in Deutschland geht, obwohl wir uns 70% unserer Landwirtschaftlichen Fläche für Futter und Energiepflanzen gönnen, die ökologisch Tod sind, Bienenvölker sterben lassen und unser Grundwasser ungenießbar machen.

    Aber klar 1-2% für ökologisch wertvolle PV Anlagen? Unmöglich weil Umwelt und Natur und so....mehr Hybris und Ignoranz geht kaum. Stört halt das eigene optische empfinden. Das Rapsfeld sieht ja nach Natur aus, das Wissen was das fürdie Natur bedeutet fehlt wohl der Breite der Gesellschaft.

  9. 116.

    Ja KWK ist natürlich eine Variante, weil hier die Abwärme gleich zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung genutzt wird. Aber das sind wieder spezielle Lösungen.
    Ich rede von großflächigen Langzeitspeichern, die die Winterflaute und übrigen Zeitspannen von mehreren Tagen im Zuge der zukünftig volatilen Primärenergie-Ernte im GW-Bereich schließen müssen, wenn wir keine grundlastfähigen Kraftwerke mehr betreiben.
    Dass das in Deutschland Gas sein wird, ist ja nach dem jetzigen Stand der Technik unstrittig. Und damit die Verluste bei der Elektrolyse für H2 unvermeidbar sind.
    Aber müssen es darüber hinaus noch mehr Verluste sein, weil nun noch C abscheiden und ans H pflastern um das Zeug schließlich einfach zu verbrennen?
    Dann verdient diese Technologie eigentlich nicht mehr die Bezeichnung „Speicher“ sonder eher „Verbraucher“.

  10. 115.

    Sie können auch einfach in einem Verbrennungsmotor H2 verbrennen.

    Wollte BMW auch im Auto machen.

    Stationär mit KWK nutzen Sie eh die Abwärme im Winter sinnvollerweise zum Heizen, da machen 10-20% mehr elektronischer Wirkungsgrad der BSZ auch nix mehr aus.

  11. 114.

    Betriebswirtschaftlich ja aber die Aufgabe Netzausbau kann der flächige Ausbau der WKA deutlich mindern.
    Da kann die gesamtwirtschaftliche Bewertung im Süden durchaus wieder genauso gut sein trotz geringerer Erträge.
    Beim Rundblick vom Stuttgarter Fernsehturm auf einem Berg hab ich weniger WKA gefunden als wenn ich mich in Jacobsdorf am Boden umschaue.
    Aber dafür hat die Stuttgarter Region mehr Fabrikhallen als wahrscheinlich ganz Brandenburg.
    Kurz hinterm Ende des Neckars liegt dann Ludwigshafen und benötigt ungefähr soviel Strom wie Dänemark. Da sollte sich jede Netzentlastung durch lokale Erzeugung rechnen. Die AKWs hat man ja auch Verbrauchernah und nicht am Meer gebaut obwohl das Thema Kühlung am Fluss ungleich schwerer ist. Mal von Lubmin abgesehen.

  12. 113.

    Das Eine ist der Bestand und eine ökonomische Nutzungsdauer, aber Neubau, und davon sollen ja reichlich viele als Wandlerglied in der Langzeitspeicherkette gebaut werden, ist das Andere.
    Ich bin mir nicht sicher, ob man so die Energie-Wende wirklich vernünftig up-rampt, indem man die wenige treibhausgasfreie Energie erstmal zum Fenster rauswirft.
    Für mich sieht das Alles eher nach der üblichen Verschwendung oder andersherum, nach dem jahrelang antrainierten Schöpfen aus dem Vollen aus.

  13. 112.

    PV Anlagen gehören auf Dächer.
    Jeder darf Strom verkaufen.
    Ohne teure Speicher. Der Stromzähler darf rückwärts drehen/laufen.
    Kleines Netzgeld ist nur ein Buchungsvorgang.

  14. 111.

    Eine sinnvolle Speichervariante wäre z.Bsp. das:
    https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschungsprojekte/konversion-von-co2-und-h2-zu-methanol-als-nachhaltigem-chemischen-energiespeicher.html

  15. 110.

    Na und die Schwärme von Rapskäfern erst. Denkt man, das ist 'ne olle Dieselwolke, hält die Luft an und plötzlich ist duster im Helm - Visier dicht - klasse. Aber schön sehen die Felder schon aus und duften ganz prima. Nur wenn soooo viel gespritzt wird, wie überleben das die Käfer und wo kommen die Mengen an Brandenburger Rapshonig her? Ja und die Wildblumen an der Feldrändern - Pause am Wegesrand und kleinen Blumenkranz flechten - entspannt. Da sind auch ganz schön viel Bienen "on Tour".

  16. 109.

    Ist es auch Sinn einer funktionierenden Marktwirtschaft, den Menschen ihre lebenswerte Umwelt zu nehmen? Sollen Sie zwischen Solarparkzäunen spazieren gehen oder reiten? Hier geht es um Geld, viel Geld. Nicht mehr um Menschen und deren Bedürfnis nach Natur, Erholung und Freiheit. Solaranlagen gehören auf Dächer und nicht land- oder forstwirtschaftlich nutzbare Flächen mit geringem Erholungs- und ökologischem Wert. Sollte das nicht ausreichen, dann ist auf andere Energieformen zurüchzugreifen. Wir treiben zurzeit den Teufel mit dem Belzebub aus. Geldgier der Unternehmen und Betonkopfideologie der Politiker stehen dahinter und richten noch mehr Schaden an.

  17. 108.

    Horizont ausweiten!
    Gas ist der eine Weg der aus Wirtschftlichkeitsgründen zur Transformation geeignet ist. Brennstoffzellen in GW Größe sind einfach noch nicht vorhanden, Gaskraftwerke inclusive der Infrastruktur mit > 30GW aber schon. Verbrennen ist nicht zwingend niederwertig. 80% Ausnutzung sind in KWK Anlagen kein Problem und das ist die häufigste Anwendung.
    Dieses Land bzw. viele Menschen fühlen sich komplett überfordert AKWs aufzugeben und zeitnah sukzessive auch noch Kohle und Öl und sie wollen nun gleich noch CH4 subtrahieren? Wie wollen Sie das denn politisch und wirtschaftlich darstellen?
    Rückverstromung wird eh langfristig nur eine wichtige aber bilanziell trotzdem nur Randerscheinung werden.
    Sie wissen 80% EE Strom bis 2030 mit Resten von Braunkohle. Da bleibt für Gasverstromung bzw. Rückverstromung nicht mehr viel übrig.
    Zusätzlich der Wandel von Biogasverstromung zu Biomethaneinspeisung. Das geht ohne C noch nicht.

  18. 107.

    Haben Sie Informationen dazu, wo so etwas im Technikum Maßstab mal probiert worden wäre?

    Noch nie von gehört. Theoretisch möglich ist das eine, praktische Umsetzung was anderes.

  19. 106.

    Die Chemieindustrie wird sich wohl am ehesten mit importiertem Ammoniak und Methanol versorgen lassen.

    Die Ammoniakanlagen z.B. stellen für DE keinen relevanten Anteil der Wertschöpfung dar, da macht es Sinn Ammoniak an Orten mit idealen Bedingungen für EE zu erzeugen.

  20. 105.

    "Nur leider fallen diese Flächen für die Bioerzeugung regionaler Nahrungsmittel weg. ... Mit dem Solarpark den er stattdessen jetzt dort betreibt, verdient er mehr." Genau dafür wären funktionierende Markmechanismen eingentlich da. Wenn sich dadurch das Lebensmittelangebot verknappt, sollten die erzielbaren Preise für verknappte Güter steigen und damit auch der Nahrungsmittelanbau wieder lukrativ werden - es sollte sich ein neues Gleichgewicht einstellen. Funktioniert nicht so glatt wie in der Theorie, aber das ist eigentlich der Sinn von einem funktionierendem Markt.

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