Amtshilfe für niedersächsische Behörden - Polizei durchsucht Räume eines muslimischen Vereins in Berlin

Mi 12.06.24 | 16:33 Uhr
Symbolbild:Ein Polizist steht bei einer Hausdurchsuchung in Berlin.(Quelle:picture alliance/dpa/C.Soeder)
Audio: rbb24 Inforadio | 12.06.2024 | Cornelia Geis | Bild: picture alliance/dpa/C.Soeder

In Berlin und Braunschweig sind am frühen Mittwochmorgen Räume der "Deutschen Muslimischen Gemeinschaft (DMG)" durchsucht worden.

Nach Angaben des niedersächsischen Innenminsteriums handelte es sich um Maßnahmen in Zusammenhang mit einem Verbot des Vereins. Eine Sprecherin der Berliner Polizei bestätigte dem rbb, dass im Rahmen der Amtshilfe auch in der Hauptstadt zwei Objekte durchsucht wurden. Nach rbb-Informationen richteten sich die Maßnahmen in Berlin offenbar gegen einen bekannten Prediger aus der Salafistenszene.

Berlin leistet bei Durchsuchungen Amtshilfe

Insgesamt sind demnach acht Räumlichkeiten betroffen, wodurch verhindert werden soll, dass die bisherigen Vereinsmitglieder oder ihre Unterstützer weiter aktiv sein können, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Im Laufe des Tages soll es weitere Informationen zur Razzia und dem Vereinsverbot geben.

Nach Angaben des Innenministeriums in Hannover gilt der Verein aus Braunschweig als Anlaufpunkt für salafistische Prediger.

Spranger: Menschenverachtender Ideologien werden nicht hingenommen

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hat die Razzia begrüßt. "Auch der heutige Einsatz zeigt, dass die Verbreitung menschenverachtender Ideologien nicht hingenommen wird", teilte sie am Mittwoch mit.

"Sei es die Diffamierungen von Musliminnen und Muslimen und von Angehörigen anderer Religionen und glaubensfreier Personen, die nach dem Verständnis dieser radikalen Salafisten nicht dem richtigen Weg folgen, oder sei es die Ungleichbehandlung der Geschlechter und die Ablehnung demokratischer Grundprinzipien", hieß es weiter. Spranger betonte: "Ich verurteile menschenverachtende Ideologien, und ich akzeptiere sie auch nicht."

Sendung: rbb24 Inforadio, 12.06.2024, 8:33 Uhr

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