Starkregen, Hagel und Sturmböen am Mittwoch - Keller der Berliner Stadtbibliothek steht unter Wasser

Mi 10.07.24 | 22:38 Uhr
  92
Junge Frauen laufen bei Starkregen an einer Straße in Berlin-Mitte. (Quelle: dpa/Jutrczenka)
dpa/Jutrczenka
Video: rbb|24 | 10.07.2024 | Material: rbb24 Abendschau | Bild: dpa/Jutrczenka

Zunächst war es heiß und trocken - dann zog eine Gewitterfront über Berlin und Brandenburg hinweg. Der Keller der Berliner Stadtbibliothek lief voll. Auch in den nächsten Tagen sind weitere Schauer und Gewitter möglich.

Hinweis: Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Über neue Entwicklungen zum Wettergeschehen und den Auswirkungen berichten wir hier.

  • Schwere Gewitter sind am Mittwoch über die Region gezogen
  • Keller der Berliner Stadtbibliothek unter Wasser
  • Bis zum Abend zahlreiche wetterbedingte Einsätze in Berlin und Brandenburg
  • Schauer und Gewitter auch in den nächsten Tagen

Das Wetter ist weiter als Achterbahn unterwegs - nach einer eher kurzen sommerlichen Phase sind am Mittwoch einige Unwetterfronten über Berlin und Brandenburg gezogen. Es gab schwere Gewitter mit teils heftigem Starkregen, zuletzt am späten Abend über die Landkreise Dahme-Spreewald, Märkisch-Oderland, Oder-Spree sowie Frankfurt (Oder).

Berlin wurde vor allem am Vormittag von Starkregen und heftigen Gewittern getroffen. Dabei lief der Keller der Berliner Stadtbibliothek in der Breiten Straße in Mitte mit Regenwasser voll. Das bestätigte die Feuerwehr dem rbb auf Nachfrage.

Betriebsdirektor Jonas Fansa sagte dem rbb, ein Regenwasserrohr, dass das Dach entwässere, sei geplatzt. "Wir haben mit viel, viel Wasser zu kämpfen", so Fansa weiter. Es stehe zehn Zentimeter hoch - und damit knapp unter den ersten Büchern in den Regalen. Im Keller seien Hunderttausende Bücher gelagert, darunter kulturelles Erbe Berlins. Rund 40 bis 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien mit Hilfe der Feuerwehr dabei, das Wasser aus dem Keller zu schöpfen, so Fansa.

Wasser strömt am 10.07.2024 durch eine Lüftungsöffnung ins Gleisbett im U-Bahnhof Friedrichstraße.
Das Wasser strömt durch eine Lüftungsöffnung ins Gleisbett am U-Bahnhof Friedrichstraße | Bild: Picture Alliance/Andrej Sokolow

Wasser auch am U-Bahnhof Friedrichstraße eingedrungen

"Wir hatten zuletzt schon starke Wassereinbrüche an verschiedenen Schwachstellen des Gebäudes, die uns bekannt sind", teilte der Betriebsdirektor weiter mit. Das geplatzte Regenwasserrohr habe dann eine neue Schwachstelle aufgezeigt. "Solche Wassermassen habe ich in unserem Gebäude noch nie gesehen."

Auch in den U-Bahnhof Friedrichstraße drang Wasser ein.

Darüber hinaus hat das Gewitter mit heftigem Regen in Berlin rund 60 wetterbedingte Einsätze der Feuerwehr ausgelöst. Äste von Bäumen seien vom Wind abgeknickt worden. Straßen und Kreuzungen standen zum Teil unter Wasser. Nach ersten Erkenntnissen seien die Schäden aber im Rahmen geblieben, so die Feuerwehr. Das Gewitter sei recht schnell über ganz Berlin hinweggezogen. Die Berliner Feuerwehr hatte wegen befürchteter Schäden vorsorglich zusätzliche Freiwillige Feuerwehren in den Dienst gerufen.

Dunkle Wolken sind am 10.07.2024 über dem Berliner Fernsehturm zu sehen. (Quelle: Tobias Fester)
Blick über Berlin. | Bild: Tobias Fester

Gabow: Haus brennt nach Blitzeinschlag

In Gabow (Märkisch-Oderland) brannte nach einem Blitzeinschlag ein Einfamilienhaus. Das sagte der Einsatzleiter der Leitstelle Oderland dem rbb. Darüber hinaus wurden aus Brandenburg bislang keine größeren Einsätze gemeldet. Auch in Potsdam-Mittelmark hat es laut Feuerwehr mehrere Blitzeinschläge gegeben - unter anderem in Stahnsdorf.

Erst sei das Ruppiner Land, das östliche Havelland und der Fläming betroffen gewesen, sagte ARD-Wetterexperte Alexander Fromm dem rbb am Vormittag auf Nachfrage. Die Front zog demnach nordostwärts und traf in den Mittagsstunden ganz Berlin.

Für das Stadtgebiet wurde auch eine Unwetterwarnung veröffentlicht. Gegen 12:30 Uhr wurde die Warnung dann aber wieder aufgehoben. Mittlerweile wurden auch die Warnungen für Brandenburg wieder aufgehoben.

Schauer und Gewitter auch in den kommenden Tagen

Grund für die Wetterlage ist Tief "Elke", das sich mit seinem Kern über der Nordsee befindet und mit südwestlicher Richtung schwülwarme Luft nach Deutschland schaufelt, wie DWD-Meteorologe Sebastian Schappert sagte.

In der Nacht zum Donnerstag sind weitere Schauer und Gewitter sowie Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern möglich.

Am Donnerstag soll es bei schwachem Wind maximal 29 Grad warm werden und erneut sollen mögliche Gewitter und Starkregen im weiteren Tagesverlauf kommen. Zum Wochenende hin wird weiterhin wechselhaftes Wetter bei sommerlichen Temperaturen knapp unter 30 Grad prognostiziert.

Sendung: rbb24 Abendschau, 10.7.2024, 19:30 Uhr

92 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 92.

    Wow, dann geben sie den Tipp mal an das THW weiter. Kommen die doch tatsächlich immer öfter mit Pumpen um die Ecke.

  2. 91.

    Nein, die Reinigungskräfte machen es total richtig! ich selbst benutze auch nur den klassischen Feudel oder Wischlappen, denn der saugt das Wasser superschnell auf und muß danach nur ausgewrungen werden! Da braucht man keine neuen Maschinen, das wäre Geldverschwendung.

  3. 90.

    Sehe wie die Mitarbeiter eine Kette bilden um das Wasser mit Eimern aus dem Gebäude bringen.
    Ich selbst habe einen Sauger, der gleichzeitig eine Pumpe integriert hat. Kontinuierliches Arbeiten mit 1 Person pro Sauger. Wäre in 2 Std trocken und keine Schimmelgefahr. Muß ich nicht verstehen.

  4. 89.

    Danke für Ihre ausführliche Schilderung.
    Ich bleibe dennoch skeptisch mit dieser Begründung "Regen".
    In Hamburg könnte zudem ebenfalls ein Grunddefekt am Abwasserrohr vorgelegen haben. Die Infrastruktur ist doch quasi überall schlecht gepflegt.

  5. 88.

    Sie stellen sich als Allwissender dar und meinen, die Bibliothek hat nicht über diese Gefahren nachgedacht? Sie sind ein Oberschlauer. Kommen Sie mal runter von Ihrem Thron, Sie wissen überhaupt nicht, um welche Art Bücher es sich in diesen Kellern handelt und haben keinerlei Ahnung vom Gesamtbestand!

  6. 87.

    Schon mal darüber nachgedacht?
    Es gibt auch Feuer in Kellern, was nun?
    Dann die unbezahlbaren Bücher durch möglichst viel Löschwasser retten?
    Aber klar, derartige Wasserrohre gehören selbstverständlich in solche Schutz-Räume.
    Noch Fragen Kienzle?

  7. 86.

    Das gabs aber im Osten nicht. Nach der Wende ging es erst los mit dieser Art ,, Regenabflußrohre“. Großer Fehler!

  8. 85.

    Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Flachdachgebäude, bei dem die Regenentwässerung innen im Gebäude abgeführt wird. Bei der gestrigen Regenmenge entstand ein sehr hoher Druck durch die Entwässerungsmenge. Eine solche Havarie lässt sich nur vermeiden, wenn die Entwässerung außen am Gebäude geführt wird und es dort keine Eintrittsmöglichkeiten am Gebäude gibt. Das ist baulich so allerdings nicht vorgesehen.

    Zum Vergleich: Vor zwei Wochen gab es in Hamburg ein ähnlich starkes Unwetter über 20 Minuten, dort sind durch den Wasserdruck Rohre unter dem Gehweg geborsten und es wurden mehrere Quadratmeter Gehwegplatten durch die Luft geschleudert. Nur um einen Eindruck des Wasserdrucks in so einer Situation zu haben!

  9. 84.

    Warum sollte das Fallrohr bei Regen platzen?
    Ich tippe eher auf eine heruntergewirtschaftete Infrastruktur.
    Praktisch, dass dafür jetzt der Klimawandel herhalten kann.

  10. 83.

    "Falls Sie das überlesen haben: da ist ein Wasserrohr geplatzt. Gab es früher nicht?"

    Richtig. Das ist ein Regenwasserrohr, das die Masse an Wasser in so kurzer Zeit nicht mehr aufnehmen konnte. Das gab es im Städtischen in der Tat nicht. Ganz einfach, weil es diese Art von Sturmgewittern eben nicht gab. An die Schreiberlinge mit "gab es früher auch schon": Wahrnehmungen ändern sich. Einfach mal die Fakten googlen.

  11. 81.


    "Im Keller seien Hunderttausende Bücher gelagert, darunter kulturelles Erbe Berlins."

    Wertvolle Dinge lagert man ja auch nicht im Keller ... Selber schuld, Herr Fansa.

  12. 80.

    Ehrlich, ich kann mich nicht mehr so geau an die letzten Jahrtausende erinnern. Allerdings waren wohl sehr gravierende Klimaveränderungen dabei. Dabei ist das Tempo wohl unwichtig gewesen, es fand einfach statt.

  13. 79.

    Doch, es gab eine Warnung, ich erhielt eine.
    Es ist traurig, wie die Stadt und mittlerweile auch ein Teil des Bibliothekspersonals mit den Büchern umgeht.
    Sie haben ja immer mehr Bücher in die Keller gebracht, um die ehemaligen Leseräume für die Nicht-BibliotheksnutzerInnen frei zu räumen.
    Und die Bibliothek ist ohnehin nicht gerade liebstes Kind der Senatsverwaltung.

  14. 76.

    Ist gerade in Arbeit. Das Wettermodell von niederschlagsradar.de hat alles wieder mal richtig berechnet und vorhergezeigt.

  15. 75.

    Das ist alles richtig was Sie schreiben. Ich kann das Wort Klimawandel auch mehr hören, sehen, lesen. Aber leider ist dieser hier voll angekommen. Von Menschen gemacht und rasanter, brisanter und schneller als der normale Klimawandel. Denn Klimawandel gibt es seit Urzeiten. Das ist Fakt. Aber nicht im diesem Tempo.

  16. 74.

    Also "Land unter" is', wenn der blanke Hans an der Warft nagt - und die ist höher wie 'ne Bordsteinkante. Es hat kurzzeitig recht stark geregnet und wäre Berlin nicht verrammelt, sorry, versiegelt bis zum Abwinken würden die Pfützen schneller weg sein wie die Nachricht dazu im Netz steht. Aber ich denke da kommt noch was als Nachschlag.

Nächster Artikel