Illegale Praktiken in Brandenburg - Landkreise und Verkehrsministerium wollen über Mietwagenfirmen beraten

Mo. 09.06.25 | 08:49 Uhr
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Ein Mietwagen eiens Fahrdienstleisters fährt auf einer Straße, Archivbild (Quelle: DPA/Sebastian Gollnow)
Bild: DPA/Sebastian Gollnow

Landkreise in Brandenburg beklagen illegale Geschäftspraktiken von Mietwagenfirmen und fordern das Land zum raschen Handeln auf. Am 25. Juni will das Verkehrsministerium gemeinsam mit Berlin und Vertretern der Landkreise darüber beraten.

Es geht um eine zunehmende Standortverlagerung von Mietwagenunternehmen aus der Hauptstadt nach Brandenburg. Rechtswidrig agierende Unternehmen versuchten, sich einer wirksamen Kontrolle zu entziehen, kritisiert das in Berlin zuständige Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten (Labo). Die Fahrzeuge sollen dennoch meist auf Berlins Straßen unterwegs sein.

Verkehrsministerium sagt Unterstützung zu

Der brandenburgische Landkreistag hatte in einem Brief an das Verkehrsministerium in Potsdam beklagt, dass sich die Lage verschärft habe, weil Firmen mehr und mehr Mietfahrzeuge zulassen wollten. Eine Ausbreitung der "Schattenwirtschaft im Mietwagengewerbe" wird befürchtet. Zuvor hatte der rbb berichtet.

Berlin geht seit längerem gegen Mietwagenunternehmen vor, die gesetzliche Auflagen nicht erfüllen und auch gefälschte Unterlagen vorgelegt hatten. 2024 sperrte der Senat viele Mietwagen-Fahrzeuge, die über Fahrdienstplattformen vermittelt wurden. Entweder lagen für die Autos keine gültigen Genehmigungen vor oder sie waren von einer bestehenden Erlaubnis nicht abgedeckt oder der angegebene Betriebssitz entsprach nicht der Genehmigung, hatte es im vergangenen April geheißen.

Das Verkehrsministerium sagte Unterstützung zu und teilte mit: "Es ist insbesondere eine Herausforderung für die betroffenen Genehmigungsbehörden, die durch die vermehrte Standortverlagerung von Mietwagenunternehmen aus Berlin einer besonderen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind." Aus Sicht des Landkreistages sollte unter anderem eine gemeinsame Datenbank von Berlin und Brandenburg aufgebaut werden, in der Unternehmen und Einzelpersonen erfasst werden, denen Konzessionen bereits entzogen wurden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 09.06.2025, 09:00 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Danke, Sie sprechen den meisten normal denkenden Menschen aus der Seele.
    In anderen Branchen ist das nicht anders. Es wird betrogen und Geld abgeschöpft solange es geht. Wird man ertappt, wandert man ab und sucht sich neue Tätigkeitsfelder, denn strafrechtlich verfolgt wird man ja nicht.
    Wirklich erschreckend, wie hilflos die Behörden agieren (müssen).

  2. 2.

    Genau das habe ich auch schon gedacht. KFZ - Steuer, Gewerbesteuer, Lohnsteuer. Könnte was zusammen kommen, denkt man. Nur das diese Firmen andere Interessen verfolgen, kommt den zuständigen Behörden erstmal nicht in den Sinn. Blauäugig wie sie sind , glauben sie erstmal an das Gute im Menschen.

  3. 1.

    Ich finde es interessant, dass diese Branche immer erst dann in den Fokus genommen wird, wenn die betrügerischen Strukturen schon bis ins kleinste Detail ausgefeilt sind. Egal wo. Steckt hinter der Vogel-Strauß-Haltung die Hoffnung, Gewerbesteuer abschöpfen zu können? Oder einfach nur Blindheit? Denkt man in den Umlandgemeinden ernsthaft, dass ein in Berlin wegen Betrügereien sanktionierter Unternehmer nun in Brandenburg ehrlich und sauber arbeitet? Aber wahrscheinlich verhindern Föderalismus und Datenschutz, dass so etwas überhaupt bekannt wird.
    Beides wird immer mehr zum Täterschutz. Da diese Regelungen auch bei zahlreichen anderen Themen sinnvolle Entwicklungen aufhalten, müssen hier dringend andere rechtliche Regelungen her.

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