Adventskalender (Quelle: rbb|24/Marcus Behrendt)
Bild: rbb|24/Marcus Behrendt

Advent, Advent - 4. Tür: Schluss mit Westalgie

"Ungemütlich", "schrecklich" sagen die einen, "einfach klasse" meinen die anderen: Als am 4. Dezember 2016 das Café Kranzler, eine Institution im alten West-Berlin, als cooler Hipster-Coffeeshop neu eröffnet, scheiden sich die Geister.

Das piefige Café Kranzler, 1932 am Kurfürstendamm, Ecke Joachimstaler eröffnet, gehört jahrezehntelang zum alten West-Berlin wie Harald Juhnke und muffige BVG-Fahrer. Zwar ist auch vielen Berlinern die zur Schau getragene Betulichkeit in diesem altbackenen Sahnetorten-Eldorado nicht ganz geheuer. Doch unbestritten ist das Kranzler mit seiner auffälligen Rotunde, der rot-weißen Markise, den Tischchen auf dem Bürgersteig und den beschürzten Kellnerinnen, die draußen nur Kaffee "im Kännchen" servieren, eine West-Berliner Institution.

Kirschtorte versus Cerealien

Zu Frontstadtzeiten gilt es als Treffpunkt der vermögenden Wilmersdorfer Witwen, die bei Schwarzwälder Kirschtorte und Kaffeekännchen gegen Kommunismus, Sittenlosigkeit und die modernen Zeiten wettern. Hinter diesem West-Berliner Sittengemälde steckt natürlich wie in jedem Klischee auch viel Wahres, möglicherweise auch eine nostalgische Sehnsucht.

Das neue Kranzler jedenfall beköstigt seine Gäste mit Sandwiches statt Sahnetorte, mit Espresso aus Kenia anstatt dem guten alten Brühkaffee. Wer mit einem Coffee-to-go aus dem denkmalgeschützten Rundbau über den Kudamm flaniert, weiß zumindest eines ganz genau: Mit Westalgie ist beim Kranzler endgültig Schluss.

 

Nach Kriegszerstörung 1945 nahm man den Betrieb zunächst 1951 in einem von Paul Schwebes entworfenen Flachbau wieder auf. (Quelle: imago/Enters)
Nach Kriegszerstörung 1945 nahm man den Betrieb zunächst 1951 in einem von Paul Schwebes entworfenen Flachbau wieder auf.Bild: imago/Enters

Übersichtskarten

Montage: Karte von Berlin Brandenburg vor einem Foto des Weihnachtsmarkt auf dem Altmarkt in Cottbus (Quelle: dpa/Frank Molter, Grafik: rbb)
dpa/Frank Molter, Grafik: rbb

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Der Adventskalender

Adventskalender (Quelle: rbb|24/Marcus Behrendt)
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Advent, Advent - 2. Tür: Die Detektive kommen

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Adventskalender (Quelle: rbb|24/Marcus Behrendt)
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Advent, Advent - 1. Tür: Der Stolz von Schöneberg

Vor gut hundert Jahren ist Berlin-Schöneberg eine expandierende eigene Stadt. Um auch die wohlhabende Bevölkerung hierher zu locken, braucht es Anreize für die Mobilität. Eine eigene U-Bahn muss her.  

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Dies sind Träume und werden es auch bleiben. Solch einen Politiker gibt es nicht mehr.
    Im Kranzler saßen nicht nur die alten Generalswitwen sonder auch das "normale Volk".
    Die heutigen kann man nur in der Pfeife rauchen.

  2. 2.

    Ich weiß zwar nicht, wer diesen Artikel geschrieben hat, gehe aber aufgrund der Ausdrucksweise und Beschreibung davon aus, daß der/die Schreiber/in das alte Kranzler nicht regelmäßig oder gar nicht besucht hat. Es war weder piefig noch altbacken. Es war einfach ein etwas altmodisches Café. Daran kann ich nichts Negatives entdecken. Als Gäste habe ich ganz normale Menschen erlebt, ein Spiegelbild der Gesellschaft, wie es das überall gibt. Und was Nostalgie hinsichtlich eines Café's schlecht sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich empfinde es auch nicht als negativ, wenn Bewohner der ehemaligen Ost- und/oder Westteile der Stadt das Eine oder Andere gerne bewahren würden.

  3. 1.

    Und das ist nun schön!?
    Ich kann nur sagen,daß der Ku'damm (dank unserer hervorragenden Städteplaner) ein Moloch geworden ist, der keinen Besuch mehr wert ist. Alles was diese Strasse einmal ausgemacht hat, ist verboten, abgerissen oder umgebaut worden.
    Wo sind die Kinos,Musikcafés, das Kranzler, das Panoptikum (das echte Panoptikum )und all' die kleinen Strassenhändler hin?
    Es gab jede Menge Tanzschuppen für Jederman zu erschwinglichen Preisen und und und.
    Alles Klinisch rein und überteuert. Was soll an dieser einst so schönen Prachtstrasse noch schön sein?
    Es wurde alles vermurkst. Nur die Erinnerungen und der Name ist geblieben.
    Schade, daß 'die Kaffee zum Gehen'- Gesellschaft von heute diese einst so schöne Prachtmeile nicht mehr so erleben kann wie ich es konnte!
    Aber vielleicht kommt ja mal ein Politiker daher,der aus Berlin kommt und sich noch daran erinnert, wie schön es hier einmal war und macht unseren Kudamm wieder zu einem Ort des Verweilens.