(Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)

Advent, Advent - 18. Tür: Der Kaiser ist hingerissen

"Eine Fülle von Schönheit, herrlich vereint" - überschwänglich loben Kaiser Wilhelm II. und Gattin Auguste Viktoria das frisch eröffnete Pergamonmuseum. Größte Attraktion: der riesige Schlachtenfries.

"Was in diesen Räumen dem staunenden Beobachter dargeboten, das ist eine solche Fülle von Schönheit, wie man sie sich gar nicht herrlicher vereint vorstellen kann". Kaiser Wilhelm II. ist begeistert, als er gemeinsam mit seiner Gattin Auguste Viktoria am 18. Dezember 1901 das neue Pergamonmuseum eröffnet.

Prunkstück des großen Baus auf der Museumsinsel ist der Pergamonaltar. Wie in der Antike wird er als komplettes Gebäude präsentiert. Blickfang ist der eindrucksvolle Fries. Er zeigt die Schlacht der olympischen Götter gegen die schlangenfüßigen Giganten.

Aufregung im Deutschen Reich

Im 2. Jahrhundert vor Christus schmückte der Fries ein Altarbauwerk im hellenischen Pergamon. 1878, etwa 2000 Jahre später, entdeckt der deutsche Ingenieur Carl Humann das monumentale Heiligtum bei Ausgrabungen. Im Deutschen Reich ist man in heller Aufregung über den Jahrhundertfund. Alle Fragmente der Altarfriese werden nach Berlin transportiert. Hier setzen Restauratoren die ursprünglichen Platten wieder zusammen. Nun sollen sie auch gezeigt werden: Deswegen beginnt 1897 auf der Museumsinsel der Bau eines großen Hauses für antike Kunst, mit dem Pergamonaltar als Attraktion.   

Odysse des Altars

Die Besucher sind begeistert. Doch nach nur sieben Jahren wird das Museum 1908 unter anderem wegen Bauschäden wieder abgerissen. Der Altar wird für viele Jahre ausgelagert, denn erst 1930 wird der Neubau fertig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der weltberühmte Altar als Beutekunst nach Moskau und Leningrand abtransportiert. Erst 1959 gibt die Sowjetunion einen Großteil der Bestände an die DDR zurück, darunter auch die Altarreste.

Millionen Menschen haben seither die antiken Monumentalbauten bestaunt - bis 2014. Wegen Sanierungsarbeiten ist der Saal mit dem weltberühmten Pergamonaltar bis 2023 geschlossen.  

Mitarbeiter des Fraunhofer IGD bei der photogrammetrischen Erfassung des Frieses (Quelle: © Fraunhofer IGD)
Bild: © Fraunhofer IGD

Übersichtskarten

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