(Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)

Advent, Advent - 22. Tür: Es funkt in Königs Wusterhausen

Am 22. Dezember 1920 übertragen Mitarbeiter des Reichstelegraphenamts ein Weihnachtskonzert mit Sprache und Musik: Der deutsche Rundfunk erblickt das Licht der Welt - in einem Waschraum auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen.  

Am 22. Dezember 1920 versammelt sich ein Grüppchen musikalischer Reichspostmitarbeiter auf dem Funkerberg in Königs Wusterhausen. Sie haben einen Waschraum im Sendegebäude des Telegraphenamtes mit Decken abgehängt und geben hier ein kleines Weihnachtskonzert.

Die Musik wird durch einen einfachen Telefondraht in den Sender-Raum übertragen und von dort über den Lichtbogensender auf dem Funkerberg in den Äther geschickt. Grammophon-Einspieler ergänzen das Live-Konzert. Ein Ansager kündigt die Musikveranstaltung an. Zum ersten Mal in Deutschland werden Sprache und Musik als moderiertes Programms gesendet, so wie wir es heute kennen. Die Rundfunksendung ist geboren!

Meilenstein der Technikgeschichte

Die Übertragung ist der Abschluss einer Versuchsreihe, um die funktechnischen Anlagen, Klangqualität und Reichweite, für Sprache und Musik zu optimieren.

Seither werden in Königs Wusterhausen regelmäßig Konzerte gespielt, die Technik wird dabei immer weiter verbessert – eine Voraussetzung für den Beginn des regulären Rundfunks in Deutschland im Oktober 1923. Es kommen immer neue Gebäude, Sender und Antennenanlagen hinzu. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg geht es auf dem Funkerberg weiter – erst 1995 wird der Sendebetrieb eingestellt.

Als "Meilenstein der Technikgeschichte" ehrt das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) im Jahr 2016 das allerste Weihnachtskonzert vom 22. Dezember 1920.

Das Funkerberg-Museum in Königs Wusterhausen
Das Funkerberg-Museum in Königs WusterhausenBild: rbb/Pilarski

Übersichtskarten

Montage: Karte von Berlin Brandenburg vor einem Foto des Weihnachtsmarkt auf dem Altmarkt in Cottbus (Quelle: dpa/Frank Molter, Grafik: rbb)
dpa/Frank Molter, Grafik: rbb

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