(Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)

Advent, Advent - 23. Tür: Ausgekohlt in Cottbus-Nord

Gut 34 Jahre, nachdem das Blasorchester der DDR-Bergarbeiter den ersten Kohlezug begrüßte, endet eine Ära im Revier.

"Gott hat die Lausitz geschaffen, aber der Teufel hat die Kohle darunter vergraben", lautet ein Sprichwort in der zweitwichtigsten deutschen Kohleregion nach dem Rheinischen Revier.

Der Tagebau Cottbus-Nord ist der kleinste der zuletzt noch aktiven Tagebaue in der Lausitz. Und bis zu seiner Schließung ist er auch der letzte Tagebau Deutschlands, in dem die Rohkohle direkt mit einem werkseigenen Zug abtransportiert wird.

Seit 34 Jahre lang ist hier Rohkohle gefördert worden. Insgesamt sind das etwa 220 Millionen Tonnen! Zum Vergleich: Die gesamte Erdbevölkerung zusammen soll 287 Millionen Tonnen auf die Waage bringen, haben Forscher hochgerechnet.

Streit um die Kohle

Die Meinungen zum Tagebau driften weit auseinander: Für viele bedeutet er Arbeitsplatz, Befürworter schätzen ihn als Strom- und Wärmelieferant.

Andere sehen vor allem die "Mondlandschaft", die beim Ausgraben der Kohle entsteht. Sie kritisierten die Umweltbelastung durch die Nutzung der Braunkohle als klimaschädlichstem aller Energieträger.

Am 23. Dezember 2015 ist dieser Konflikt in Cottbus-Nord zu Ende. Die genehmigten Braunkohle-Vorräte des Abbaufeldes sind abgebaggert und damit "erschöpft". Nach über 34 Jahren ist die Grube ausgekohlt.

Zum ersten Mal nimmt der Betreiber Vattenfall in der Lausitz planmäßig einen Tagebau außer Betrieb und gestaltet die Bergbaufolgelandschaft zu einem See. Es verbleiben die Gruben Jänschwalde und Welzow-Süd. Für beide hat der Vattenfall-Konzern Erweiterungen vorgesehen.

Aussichtsturm am künfigen Ostsee bei Cottbus (Quelle: Imago/Rainer Weisflog)
Bild: Imago/Rainer Weisflog

Übersichtskarten

Montage: Karte von Berlin Brandenburg vor einem Foto des Weihnachtsmarkt auf dem Altmarkt in Cottbus (Quelle: dpa/Frank Molter, Grafik: rbb)
dpa/Frank Molter, Grafik: rbb

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