Gartenzwege vor dem Berliner Reichstag (Quelle: imago/Steinach)
Bild: imago/Steinach

"Ein Mehr aus Farben" - Berlin kriegt seine erste IGA

Gartenausstellungen haben eine lange Tradition, und die Internationale Gartenausstellung (IGA) gibt es bereits seit 1866. Meist dauern die Gartenschauen mehrere Monate. Dabei wenden sie sich nicht nur an Blumenfreunde, sondern sollen auch einen Beitrag zur Stadtgestaltung leisten.

Rhododendren aus dem Himalaya, Usambaraveilchen aus Afrika und Hortensien aus Japan: Während die Anlage aufwendiger Parkanlagen lange Zeit Privileg von König und Adel waren, interessierten sich im 18. und 19. Jahrhundert auch wohlhabende Bürger für Pflanzen. Unterstützung boten ihnen Pflanzenschauen, auf denen Handelsgärtnereien ausstellten, oder auch private Hofgärten und Gewächshäuser, die sich dem Publikum öffneten.

Erste IGA in Deutschland dauerte nur elf Tage

Die erste richtige Gartenausstellung fand 1837 im belgischen Gent statt, damals noch als "Internationale Blumenausstellung". Danach kam lange nichts - und dann London 1866. Ab diesem Zeitpunkt hieß die Veranstaltung auch "Internationale Gartenbauausstellung" (IGA).

Die deutsche IGA-Premiere wurde bereits 1869 in Hamburg gefeiert. Anders als heute üblich, dauerte die Schau allerdings nicht einen ganzen Sommer, sondern nur elf Tage. Bald danach folgten überall im Land Veranstaltungen dieser Art. Inzwischen findet die IGA alle zehn Jahre in Deutschland statt. Erfurt war schon dran, Hamburg mehrfach, München, Stuttgart und sogar Rostock.

Gartenschau sollte eigentlich auf den Flughafen Tempelhof

Berlin erhielt den Zuschlag für die IGA bereits im Jahr 2009 - allerdings für das Areal auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof. Weil der aber ausgebucht war, disponierte man im Jahr 2012 um. So wird die Blumen- und Gartenschau also vom 13. April bis 15. Oktober rund um den Kienberg in Marzahn stattfinden - direkt neben den schon bestehenden "Gärten der Welt". Danach werden die Anwohner einen komplett sanierten Erholungspark vor der Tür haben.

IGa soll Rückzugsflächen im urbanen Raum schaffen

Klingt aufwändig, und ist es auch - denn auf den IGA-Ausstellungen werden Garten- und Landschaftsarchitektur, Landschaftsbau, Pflanzenzucht und Gartengeräte sowie Möbel gezeigt. Schon bei den allerersten Gartenschauen ging es nicht allein darum, eine Leistungsspektrum zu veranstalten oder nur schöne Pflanzen zu präsentieren, sondern auch darum, einen Beitrag zur Stadtgestaltung zu leisten.

In Berlin gibt es bislang kaum eine Ausstellungstradition. Immerhin: 1985 fand in den Britzer Gärten im West-Berliner Stadtteil Neukölln die Bundesgartenschau (BUGA) statt. Und 1987 gab es eine Berliner Gartenschau nördlich des Kienbergs.

Die BUGA-Idee hatte sich 1951 etabliert. Seither gehört die im zweijährigen Turnus stattfindende BUGA wie die IGA zum festen Bestandteil des Kulturlebens. Die Ausstellungen sollen grüne Oasen, Rückzugs- und Spielflächen im urbanen Raum schaffen und die Lebensqualität von Städten und Kommunen verbessern. Denn das Interesse an Pflanzen und den Gestaltungsmöglichkeiten ist auch im dritten Jahrtausend ungebrochen.

 

IGA, BUGA, LAGA - was ist was?

  • Internationale Gartenausstellung (IGA)

  • Bundesgartenschau (BUGA)

  • Landesgartenschauen (LGS oder LAGA)

  • Internationale Gartenschau (IGS)

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

Das könnte Sie auch interessieren