Besucher betrachten am 13.04.2017 bei der Eröffnung der Internationalen Gartenausstellung IGA 2017 in Berlin ausgestellte Pflanzen in einem Zelt. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
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Video: rbb|24 | 13.04.2017 | Tina Friedrich & Ulrike Runge | Bild: dpa/Jens Kalaene

Internationale Gartenausstellung in Berlin-Marzahn - Steinmeier eröffnet neue Pracht im "Riesen-Biotop Berlin"

Und los geht's in Marzahn: Zur Eröffnung der Internationalen Gartenausstellung kam Berlins Regierender Bürgermeister Müller eigens mit Bundespräsident Steinmeier. Bevor es am Mittag für alle anderen Besucher losging, gab es jedoch erst einmal einige Pannen.

Lange wurde gebaut, gepflanzt und gebuddelt, jetzt geht es endlich los: Im Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf ist am Gründonnerstag die Internationale Gartenausstellung (IGA) feierlich eröffnet worden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte zum Auftakt, die Macher könnten stolz sein auf die neue Pracht im "Riesen-Biotop Berlin". Gartenschauen seien nicht nur etwas für die Sinne, sondern setzten auch Impulse für die Stadtentwicklung. Er betonte: "Die IGA ist ein besonders schönes Symbol für die Weltoffenheit dieser Stadt und für den Dialog der Kulturen."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, mit der IGA werde ein Zeichen über Berlin hinaus gesetzt. Grüne Oasen verbesserten die Lebensqualität in dicht besiedelten Metropolen.

Die IGA bietet bis zum 15. Oktober neben Gartenkunst Konzerte, Märkte und Workshops. Etwa zwei Millionen Besucher werden erwartet. Nach der offiziellen Eröffnung mit 5.000 Gästen kann das Publikum ab 13.00 Uhr kommen. Am Abend sind ein Konzert mit der Rockband Karat sowie ein Höhenfeuerwerk geplant.

Holpriger Start mit Pannen beim Online-Ticketverkauf

Schon vor Beginn ist es zu kleineren Pannen bei den Informationen und dem Eintrittskarten-Verkauf gekommen. Die telefonische Auskunftsstelle der IGA war am Donnerstagvormittag stundenlang nicht besetzt. "Wegen Wartungsarbeiten" seien die Telefone von 10.30 Uhr bis 12.30 nicht errreichbar, hieß es auf einer Bandansage.

Aber auch wer über das Internet die 20 Euro teuren Eintrittskarten kaufen wollte, scheiterte. Die erste Seite zu den Tickets ließ sich zwar aufrufen, weiter zum eigentlichen Kauf ging es aber nicht. Selbst Informationen zu den Preisen wurden nicht angezeigt.

Wenn von der Seilbahn der Blick auf Blumen fällt

Vor 30 Jahren gab es hier die "Berliner Gartenschau"

Die Gärten der Welt, vor 30 Jahren noch zu Ost-Zeiten als "Berliner Gartenschau" angelegt, sind in die Gartenausstellung integriert, den angrenzenden Kienberg und einen Teil des Wuhletals haben die Veranstalter der landeseigenen Grün Berlin GmbH für die IGA im Laufe der vergangenen Monate in eine gigantische Parklandschaft verwandelt. Knapp 100 Millionen Euro hat das gekostet, das Land Berlin zahlt davon ein Zehntel.

Das Berliner IGA-Gelände befindet sich im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und erstreckt sich, rund um den Kienberg, in den bereits bestehenden"Gärten der Welt". Wer das rund 100 Hektar große Areal nicht zu Fuß erkunden will, kann das unbegrenzt von der Seilbahn aus tun. Die Linie mit einer Gesamtlänge von 1,5 Kilometern führt von der U-Bahnstation Kienberg (ehemals Neue Grottkauer Straße) über den Kienberg, auch Hellerdorfer Berg genannt, bis zum Blumberger Damm. Die Bahn wird mit ihren 64 Gondeln 3.000 Menschen pro Stunde transportieren – in eine Richtung.

Übersichtsplan des IGA -Geländes (Quelle: IGA Berlin)
| Bild: IGA Berlin

Land Berlin hofft auf 30 Millionen Euro Einnahmen

Wenn es nach dem Senat geht, sollen mehr als zwei Millionen Menschen die IGA bis zum 15. Oktober besuchen, das wären mehr als 10.000 pro Tag. Damit will das Land Berlin rund 30 Millionen Euro einnehmen. Doch ob das klappt, muss sich erst noch zeigen: Die vergangenen zwei großen Gartenschauen in Deutschland waren Flops. Nach Hamburg kamen 2013 viel weniger Besucher, als erwartet. Auch die BUGA in der Havelregion im vergangenen Jahr lief bescheiden. Am Ende blieb jeweils ein zweistelliger Millionenverlust.
Das IGA-Gelände soll aber auch Kontra-Punkt gegen die wachsende Verdichtung Berlins sein. Die Hauptstadt setzt auf Modellcharakter. Nach Blumen und Plamen soll vor allen die Seilbahn als Infrastruktur-Probelauf für Großsiedlungen bleiben. "Berlin wird durch die IGA lebenswerter", so Umweltsenatorin Regine Günther.

Programm auf der IGA

Während der IGA gibt es zahlreiche Konzerte und andere Sonderveranstaltungen. Den Organisatoren zufolge wird schon gleich zur Eröffnung der IGA zwei Tage lang auch das traditionelle Kirschblütenfest in den "Gärten der Welt" gefeiert.

Im neu gebauten Amphitheater mit 5.000 Plätzen werden verschiedenste Konzerte und Shows stattfinden. So soll Eckart von Hirschhausen die Gala "Die Kunst des Lachens" moderieren, zudem werden 100 Jugendliche aus Marzahn-Hellersdorf zusammen mit dem Regisseur Christoph Hagel die "Carmina Burana" auf die Bühne bringen – mit Hip-Hop, Breakdance, Graffiti und Bodypainting.

Außerdem sind Tanz- und Yoga-Veranstaltungen geplant. Im Rahmen des Internationalen DeutschenTurnfestes werden Spitzenturner auftreten, hinzukommen zahlreiche Lesungen, Veranstaltungen und Kongresse. Auch eine Tagung des Verbandes Deutscher Seilbahnen soll auf dem Gelände stattfinden - schließlich hat die IGA ja auch eine eigene Seilbahn.

Schon jetzt gibt es Parkplatz-Probleme

Ob die IGA tatsächlich ein Besuchermagnet wird, muss sich jetzt herausstellen, doch bereits im vergangenen Oktober war der Andrang groß: Rund 15.000 Menschen besichtigten damals die Baustelle und feierten ein Herbstfest.

Jetzt kann es also losgehen - doch nicht nur das Wetter ist nicht eitel Sonnenschein. Denn im dicht besiedelten Marzahn-Hellerdorf fehlen schon jetzt jede Menge Parkplätze. Die vorhandene Parkzone erlaubt lediglich zweistündiges Parken, und der offizielle IGA-Parkplatz liegt jenseits der Stadtgrenze in Brandenburg. Weil es keine anderen Flächen gab, befindet er sich anderthalb Kilometer von der IGA entfernt. Parken plus Bus-Shuttle wird hier 7 Euro kosten. Wer es weniger aufwendig und ohne Auto mag, fährt mit der U5 bis zur Station Kienberg. Vom U-Bahnhof Alexanderplatz braucht man etwa 30 Minuten.

Das Tagesticket kostet 20 Euro. Eine normale Dauerkarte, die 186 Tage gültig ist, gibt es für 90 Euro. Der Verkauf läuft.

Im Zeitraffer über die IGA

IGA Berlin 2017: Seilbahn; © Dominik Butzmann
IGA Berlin

   

Ein Projekt mit Zukunft

Ab Oktober sollen die Attraktionen der IGA, wie zum Beispiel das reetgedeckte Cottage mit Rosengarten, die Promenade mit Wasserspielen und das Restaurant auf dem Kienberg, den Bezirk Marzahn-Hellersdorf weiter aufwärten. Wer dann die "Gärten der Welt" besuchen will, muss Eintritt zahlen, wie schon vor der IGA. Dagegen werden der neu gestaltete "Kienbergpark", der Kienberg selbst und das Wuhletal nach dem IGA-Rückbau kostenlos zugänglich sein.

Oben auf dem Hügel steht in 140 Metern Höhe eine auf Pfählen schwebende Aussichtsplattform. Durch Pappel-Schneisen geht der Blick bis zum Fernsehturm, den Müggelbergen und dem Teufelsberg. Auch die Seilbahn soll mindestens bis 2021 über dem Gelände surren - mit Option auf weitere 20 Jahre.

Service-Informationen zur IGA 2017

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