Besucher gehen am 15.10.2017 in Berlin durch die Wassergärten auf dem Gelände der IGA (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Audio: Inforadio | 15.10.2017 | Marie Asmussen | Bild: dpa/Britta Pedersen

IGA-Abschluss nach 186 Tagen - Ciao Ciao Gartenschau

Bei sonnigem Herbstwetter sind zum Abschluss der Internationalen Gartenausstellung in Berlin-Marzahn tausende Besucher auf das Gelände geströmt. Doch das Wetter spielte nicht immer mit. Auch deshalb blieben die Zahlen hinter den Erwartungen zurück.

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Berlin-Marzahn ist am Sonntag nach 186 Tagen zu Ende gegangen. Bei sonnigem Herbstwetter besuchten allein am Abschluss-Wochenende mehr als 47.000 Gäste das etwa 100 Hektar große Gelände am östlichen Stadtrand.

Nach Veranstalterangaben kamen insgesamt 1,6 Millionen Besucher zu der Gartenschau, die erhoffte Zahl von zwei Millionen wurde nicht erreicht - immer wieder Regen und kühles Wetter trübten die Bilanz.

Der letzte Besuchertag endete mit einen großen Abschlussfest, bei dem symbolisch der Staffelstab an die Stadt Heilbronn übergeben werden, wo 2019 die Bundesgartenschau ausgerichtet wird.

Bei dem großen Abschlussfest traten unter anderem Künstler auf, die während der IGA im Park unterwegs waren, darunter Comedians und Zauberer.

Blumenhalle schließt für immer

Am Sonntag strömten viele der Besucher wohl auch zur Blumenhalle. Denn die werde nach dem Ende der Gartenausstellung in jedem Fall wieder abgebaut, sagte Geschäftsführerin Katharina Lohmann.

Viele IGA-Elemente sollen aber auch nach dem offiziellen Ende der Schau weiter bestehen. So etwa die neuen Wassergärten, das Umweltbildungszentrum, der Wolkenhain und die neuen Internationalen Gärten in den Gärten der Welt, erklärte Lohmann. Letztere sollen am 1. Dezember wieder öffnen. Bis zum Frühjahr soll der Kienberg als Volkspark neu angelegt sein.

Der Weiterbetrieb der Seilbahn ist für die nächsten drei Jahre gesichert. In welcher Form, soll in vier Wochen klar sein, kündigte Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA und Grün Berlin, im rbb an. Insgesamt seien 125 Millionen Euro in eine dauerhafte Infrastruktur des Bezirkes investiert worden, betonte da auch Innenstaatssekretär Christian Gaebler als IGA-Aufsichtsratsvorsitzender.

Kein großer Ausverkauf

Der IGA-Zaun werde abgebaut, so Lohmann. Damit werde ein Teil des Geländes nach dem Ende der Schau wieder ohne Eintritt zugänglich sein. Für die erweiterten Gärten der Welt braucht man jedoch weiterhin ein Ticket.

Etwaige Hoffnungen von IGA-Fans, zum Ende der Schau Zubehör erwerben zu können, enttäuschte Geschäftsführerin Lohmann. Einen großen Ausverkauf, wie er häufig nach Gartenschauen stattfinde, werde es in Marzahn nicht geben. Da das Gelände auch nach Ende der Ausstellung genutzt werde, gebe es nicht so viel zu verkaufen. Lediglich 15 Prozent der Schau würden abgebaut, sagte ihr Kollege Schmidt. "Das ist sehr wenig im Vergleich mit anderen Gartenschauen."

Müller: Erfolg für die Stadt

Während das finale Wochenende noch einmal im glänzenden Sonnenschein erstrahlte, hatte sich das Wetter seit dem IGA-Start im April im Schnitt weitaus weniger gut präsentiert. Es sei der niederschlagreichste Sommer in Berlin seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen, betonten die IGA-Macher. "Wir hatten an jedem zweiten Tag eine Regenprognose", sagt Lohmann.

Das hat der Schau die Gesamtbilanz verhagelt. Statt der ursprünglich erwarteten rund zwei Millionen Gäste kamen nur etwa 1,6 Millionen Besucher. Gerechnet worden sei mit Einnahmen von 30 Millionen Euro, es könnten aber nur etwa 20 Millionen Euro in die Landeskasse gezahlt werden. Dafür sei die Erweiterung der etablierten Gärten der Welt mit knapp 40 Millionen Euro im Kostenrahmen geblieben.

Ungeachtet dessen bezeichnete Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die IGA als Erfolg für die Stadt. Für diesen Erfolg stehe jeder Gast, der sich an der Pflanzenwelt und der kreativ gestalteten Gartenlandschaft erfreut und dort Neues über die Umwelt erfahren habe, sagte Müller am Freitag. Der neue Volkspark Kienberg und die Erweiterung der Gärten der Welt seien ein nachhaltiger Gewinn.

Mit Informationen von Marie Asmussen

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es war sicherlich nicht nur das Wetter, denn es gab auch viele schöne Tage. Vielmehr denke ich, dass der Eintrittspreis viele Leute abschreckte.

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