Seilbahn über dem IGA-Gelände in Berlin-Marzahn (Quelle: imago/Contini)
Video: Abendschau | 05.10.2017 | Bild: imago stock&people/Contini

Vorläufige Bilanz - IGA hat zehn Millionen Euro weniger eingenommen als geplant

Der verregnete Sommer hat dazu geführt, dass weniger Besucher zur IGA kamen als geplant. Die Gartenschau kämpft mit einem Loch von zehn Millionen Euro. Dafür hat Berlin jetzt mehr Parkfläche. Und auch die beliebte Seilbahn soll erhalten bleiben.

Die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Berlin-Marzahn wird voraussichtlich nur 20 Millionen Euro an die Landeskasse zahlen können. Gerechnet hatte man mit 30 Millionen Einnahmen, teilte die IGA-Geschäftsführung am Donnerstag mit. Wegen des verregneten Sommers werden bis zum IGA-Ende am 15. Oktober voraussichtlich nur 1,6 Millionen Besucher gekommen sein - eingeplant waren zwei Millionen Gäste.

Gaebler: "Bleibender Wert entstanden"

Wegen des Orkantiefs "Xavier" blieb das IGA-Gelände am Donnerstag erstmals komplett geschlossen. Es sei der niederschlagreichste Sommer in Berlin seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen, betonten die IGA-Macher.

Trotzdem sei die IGA ein Erfolg für die Hauptstadt, sagte Innen-Staatssekretär Christian Gaebler. Mit der rund 100 Hektar großen Anlage sei ein bleibender Wert, "ein neues Kleinod" für das wachsende Berlin, ein "tolles Naherholungsgebiet" entstanden. Insgesamt seien 125 Millionen Euro in eine dauerhafte Infrastruktur des Bezirkes investiert worden.

Seilbahn-Betrieb vorerst gesichert

Ein Teil des Geländes soll nach dem Ende der Schau ohne Eintritt wieder öffentlich zugänglich sein. Für den anderen Teil, die erweiterten Gärten der Welt, muss ein Ticket gekauft werden.

Laut Umweltverwaltung ist der Weiterbetrieb der Seilbahn für die nächsten drei Jahre gesichert. In welcher Form, war aber noch unklar. Eine Einbindung in den Öffentlichen Nahverkehr werde geprüft.  

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.10.2017, 07.00 Uhr

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 13.

    Schon interessant, wie Frau Lohmann sich einfach mal 10 Mio. Defizit schönredet. Auch Staatssek. Tiedow findet alles ja soooo toll. Der Steuerzahler eher nicht. Die Natur, die mittels Steuermillionen und Planierraupen erstmal auf links gedreht wurde übrigens auch nicht.
    Es ist aber nun einmal in Berlin Tradition, viel Geld, daß woanders fehlt, in die märkischen Gurkensümpfe zu pumpen ohne einen erkennbaren Nährwert daraus zu erhalten. Beispiele gibts ja genug.
    Frohes Selbstbeweihräuchern....

  2. 12.

    Dort ist einiges verändert worden. Ich habe die Gegend um den Kienberg sehr oft besucht, auch weil dort Obstbäume und Brombeeerbüsche stehen bzw. standen.

    Hinzu kommt die Landschaftszerstörung durch die hässliche Brücke über das Wuhletal und durch die Seilbahn.

    Zum Glück ist dies die erste Seilbahn der Welt, deren Gondeln nicht auf die Leute unten stürzen können.

    Da ist am Fuße des Kienbergs Matur mit der Planierraupe regelrecht platt gemacht worden - nur damit einige Gelder vom Staat auf Firmen umverteilt werden konnten.
    Und gleichzeitig werden die Bibliotheken platt gemacht, von diesen Politikern, die so gern über Bildung sprechen.

  3. 11.

    Dass nichts im Naturschutzgebiet verändert wurde, stimmt nicht...
    Früher hab ich von meinem Balkon aus die Rehe, Fasane, Füchse gesehen... worüber ich mich immer sehr gefreut habe.
    Wo sind sie hin? ausgesperrt und man sagt sogar abgeschossen... auf jeden Fall weg.. Dafür sieht man jetzt einen langen Zaun, der sicher sein muss. Nicht einmal die großen Vogelschwärme sind geblieben... Früher war es ein tolles naturbelassenes Naturparadies für die Tiere.. mitten in Hellersdorf..

  4. 10.

    Das hatten wir in Hamburg genau so!!!

    Hätten die Berliner mal vorher Erkundigungen einholen sollen.

    Aber man ist ja immer schlauer als die Anderen.

    Und man ist ja nie selbst Schuld, sondern das Wetter, die Besucher etc.

  5. 9.

    "Berlin hat jetzt mehr Parkfläche"?! Das ist eine völlig irreführende Aussage! Per se ist sie sogar falsch. Die genannte Grünfläche gab es nämlich auch schon vor der IGA! Zugänglich! Öffentlich! Naturnah! Kostenfrei!
    Die Veranstalter der IGA machen es sich außerdem schön einfach, wenn sie lediglich dem schlechten Wetter die Schuld geben. 10 Mio. Miese, die wieder einmal dem Steuerzahler zu lasten fallen - von den ganzen Nachwirkungen dieses Prestige-events gar nicht zu sprechen. "Für den anderen Teil, die erweiterten Gärten der Welt, muss ein Ticket gekauft werden" - diese Aussage ist ähnlich schwammig wie der Vertrag, den Bezirk und IGA GmbH getroffen hatten. Wurden die Gärten der Welt denn schon wieder erweitert? Hm?! Aber der IGA GmbH kann das egal sein. Die haben sicherlich schon das nächste schöne Stück Land in ihren Foklus genommen.


  6. 8.

    Cornelia Kahl
    Stimmt ja überhaupt nicht was sie sagen. Die IGA war kein riesiger Flopp, sondern durch das Wetter halt nicht mehr machbar. Des weiteren wurde am gesamten Naturschutzgebiet nichts verändert und geht dann leider wieder an die Öffentlichkeit zurück. Hier kann es wie jetzt leider auch schon geschehen schön Vandalismus betrieben werden. Sie unterstützen das damit, und die Kosten steigen dadurch weiter. Tolle Rechnung von Ihnen!!

  7. 7.

    Der Kienberg, das Wuhletal, der Friedenspark und die Gärten der Welt waren bereits vor der IGA vorhanden. Schon in den Jahren vor der IGA wurden dort Millionen reingepumpt. Es ist kein neuer Park entstanden. Ein renaturiertes Naherholungsgebiet wurde eingezäunt, umgestaltet und vermarktet. Daraus ist jedoch keinerlei Mehrwert für die Naherholung und den Naturhaushalt entstanden - ganz im Gegenteil.
    Diese Gartenschau war ein riesiger Flopp! Wenn eine INTERNATIONALE Messe in einer 3,5+ Millionenmetropole gerade einmal 1,5 Millionen Besucher anlocken kann, muss man schon sehr viel Fantasie haben, sich dieses Debakel schön zu reden. Das Geld wäre besser angelegt gewesen, wenn man stattdessen die EU-Wasserrahmenrichtlinie für die Wuhlegewässer umgesetzt hätte. Berlin hat hier noch nicht einmal die 1. Stufe realisiert. Der Hauptstadt könnten Strafzahlungen in Millionenhöhe drohen.

  8. 6.

    Diese Seite schlüsst nun nicht die Regentage auf, aber das es ein durchwachsener Sommer war zeigen im Vergleich zu den letzten 4 Jahren die teils deutlich geringere Sommertage und heiße Tage sowie die Sonnenscheindauer.

    http://www.wetterkontor.de/de/wetter/deutschland/rueckblick.asp?id=23

    Wobei man natürlich auch sagen kann, dass heiße Tagen nun auch ein Grund sein kann für geringe Besucherzahlen (weil die Leute lieber baden gehen).

  9. 5.

    Ich fand es ganz und garnicht, dass es eine Renterveranstaltung war - da sind viele schöne Spielplätze und Spielereien für Familien gebaut worden. Wir haben viel und auch schöne Zeit diesen Sommer dort verbracht.
    P.S. ich bin noch lange krine 55, habe aber zwei quirlige Kinderchen - "Blumen gucken" war daher für mich nur am Rande möglich.
    Und wer behauptet, es habe nicht viel geregnet - der war den Sommer nicht viel draussen oder nicht in dieser Region. Ich habe diesen Sommer so viel Regen erlebt, ich kenne keinen vergleichbar verregneten Sommer wie diesen.

  10. 4.

    Immerhin "nur" 10 Mio. Bei der letzten IGA in Hamburg waren es 35 Mio.

  11. 3.

    Erstens schreckt die Entfernung als Hauptgrund ab, für mich 60km.
    Außerdem denke ich dass die Generation, die das dort auf der IGA bewundert und schön findet so langsam ausstirbt, ergo veraltete Darbietung ist. Wer will das, außer Leute 55+?
    Irgendwann können sie die Fläche platt machen und Wohnungen bauen.
    Der Gamer- und Zockergeneration sollte auch mal was präsentiert werden, damit die mal raus kommen.
    Mich persönlich spricht die Art von Vegetation Atlantiküste/Nordsee mehr an als bunte Blumen und orientalische Sachen, aber das ist sowieso subjektiv.

  12. 2.

    Ich kenne mich mit den im Vorfeld berechneten IGA- und Gartenschau-Berechnungen aus. Es ist immer ein Wunder, wenn es da kein Defizit gibt. In den häufigsten Fällen gibt es ein Defizit.
    Jetzt ist wieder der verregnete Sommer schuld. Es hat nicht ständig geregnet, sondern es war teilweise heiß und trocken. Wo sind da die Leute geblieben? So interessant ist Berlin auch wieder nicht, daß man dafür auch noch unnötig Geld ausgbit.
    Es gibt schönere und interessantere Städte in Deutschland.

  13. 1.

    Die Gärten der Welt kosteten auch vor der IGA schon Eintritt, wenn auch eher einen symbolischen. Dafür sind die Anlage gepflegt und vor allem nur kontrolliert zugänglich. Man muss dort wie auch z.B. im Britzer Garten nicht um die Gesundheit seiner Kinder fürchten, da es keine rücksichtslosen Radfahrer gibt.

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