Ein Tor steht in einem Blumenfeld. (Quelle: imago/Schröder)
Video: rbb UM6 | 30.08.2017 | Uri Zahavi | Bild: imago/Schröder

Sportangebote auf der IGA - Von wegen nur Blumen gucken

Noch bis zum 15. Oktober findet die Internationale Gartenausstellung in Berlin-Marzahn statt. Neben wunderschöner Natur hat die Gartenschau einige sportliche Überraschungen zu bieten. Frei nach dem Motto: Nicht nur schauen, selber machen. Von Uri Zahavi

Es gibt Veranstaltungen und Orte, die haben einen bestimmten Ruf. Besucher gehen hin, haben spezifische Vorstellungen und Erwartungen und diese werden bestätigt oder enttäuscht. Es scheint so, als würde es immer seltener vorkommen, dass Menschen eine Veranstaltung überrascht verlassen. Positiv oder negativ sei zunächst dahingestellt.

Die Internationale Gartenausstellung ist so ein Beispiel. Hört man sich ein wenig auf dem Gelände um und befragt die Besucher, warum sie denn den Weg nach Berlin-Marzahn angetreten haben, sind immer wieder die gleichen Antworten zu vernehmen: "Wegen der Natur", sagt eine ältere Dame. "Wir sind mit den Kindern hier, um ein bisschen dem Alltag zu entfliehen", sagt wiederum eine Familienmutter. Von den Sportangeboten auf der IGA ist weit und breit nichts zu hören.     

Dabei - und das ist nun der bereits angesprochene Überraschungseffekt - ist das Angebot nicht nur vorhanden, es ist auch ziemlich vielseitig. Konzentration, Kraft, Ausdauer oder Ballbeherrschung beim Beachvolleyball: Wer vorhat, sich mal richtig auszupowern, der ist auf der IGA absolut richtig. Von dem einzigartigen Ambiente für einen Nachmittagslauf ganz abgesehen, verstecken sich auf dem Gelände unzählige Möglichkeiten.

Der Chinesische Garten in Berlin-Marzahn. (Quelle: rbb)
| Bild: Quelle: rbb

Qi-Gong für Seele, Geist und Körper

Hand aufs Herz: Der Chinesische Garten versetzt Besucher schon in einen meditations-ähnlichen Zustand. Ein magischer kleiner Teich, Brücken und kleine tempelähnliche Häuser im chinesischen Baustil. Jeden Samstag verwandelt sich der Chinesiche Garten dann auch in sportlicher Hinsicht zum Zentrum der Ruhe und Meditation. Oliver Röstel ist seit 20 Jahren Qi-Gong-Lehrer und gibt auf der IGA Kurse. Qi-Gong, die chinesische Form der Kultivierung von Körper und Geist kommt auf der IGA gut an.

Jeder kann mitmachen. Jung, alt, erfahren oder totaler Anfänger. Es ist eine bemerkenswerte Energie, die von der kleinen Gruppe, bestehend aus zwei Freundinnen und einer Familie mit ihren Kindern, ausgeht. Gleichgewichtsübungen, Muskellockerung und das Finden der eigenen Mitte. Um die Teilnehmer herum versammeln sich schnell immer mehr Interessierte - und probieren aus sicherer Entfernung mitzumachen. "Das ist schon am Anfang ein bisschen seltsam, weil man weiß, dass es hier mal Publikum geben kann und man Verrenkungen macht, die man alltäglich so nie machen würde", erzählt eine der Teilnehmerinnen. "Aber wenn man einmal drin ist und sich konzentriert, dann funktioniert das alles ganz wunderbar."

Die Atmosphäre im Chineschien Garten, inmitten der Natur, ist außergewöhnlich. Trotz vieler Besucher ist es ruhig - meditativ eben. "Ich denke die Atmosphäre hier ist einzigartig, dieser Chinesische Garten ist etwas ganz Besonderes", sagt Qi-Gong-Lehrer Oliver Röstel. Er ist jeden Samstag hier. "Vor allem für mich, der mit der asiatischen Kultur sehr befasst ist, ist das etwas ganz Tolles. Die Leute, die hierher kommen, sind einfach sehr entspannt." Die Kurse, die Oliver Röstel gibt, sind im Preis einer Tages- oder Dauerkarte inbegriffen. Diese kosten für Erwachsene 20 Euro, beziehungsweise 90 Euro.

Der Beachvolleyballplatz auf IGA. (Quelle: rbb)
Bild: Quelle: rbb

Kontrastprogramm zum Meditieren

Nur einen Steinwurf vom chinesischen Garten entfernt wartet eine körperliche Herausforderung: Ausdauer und Kraft sind beim Trimm-Dich-Pfad gefordert. Der macht seinem Namen alle Ehre: Den Kienberg hoch führt der 1,5 Kilometer lange Pfad mit einer durchschnittlich sechsprozentigen Steigung. An warmen Tagen schon für sich der erste Grund, ins Schwitzen zu geraten. Garniert wird der Weg mit Sportgeräten am Wegesrand. Sieben dieser simplen Instrumente gibt es, von Brust- bis Bauchübungen reicht die Vielfalt. Und wer den richtigen Moment abpasst, der kann seine Fitnessübungen mit einem besonderen Blick machen: Über dem Trimm-Dich-Pfad bewegt sich majestätisch die Seilbahn.

Am anderen Ende des IGA-Geländes kann der Sommer noch voll ausgekostet werden. Der Beachvolleyballplatz ist ein beliebtes Anlaufziel. Ob normale Besucher oder IGA-Volunteers, die sich einfach nur die Pausenzeit sportlich vertreiben wollen, an Spielpartnern mangelt es nicht. Ein Ball kann für 20 Euro direkt vor Ort ausgeliehen werden.

Ausgefallenes Programm

Haben Sie schon mal von Baum-Yoga gehört? Um ganz ehrlich zu sein, wir auch nicht. Doch wo könnte man diese spezielle Form des Yoga besser anbieten, als auf der IGA. Das Prinzip: Es wird davon ausgegangen, dass jeder Baum eine ganz bestimmt Energie besitzt, zu der spezifische Yoga-Übungen passen. Neben dieser für manche ausgefallen anmutenden Form des Sports haben die IGA-Verantalter noch einiges in Petto. "Am 9. September haben wir Mini-Meditationen zum Mitmachen. Da kann jeder hinkommen, ein wenig vom Alltag abschalten und Techniken erlernen", erzählt Larissa Mayer, Mitarbeiterin der IGA-Pressestelle. Apropos dem Alltag entfliehen: Jeden Mittwoch wird unter freiem Himmel getanzt. "Das Angebot kommt sehr gut an. Wir haben 104 Hektar, auf denen sich richtig ausgetobt oder entspannt werden kann", erzählt Mayer weiter.  

Eines ist unter dem Strich festzuhalten: Ein IGA-Besuch lohnt sich schon deshalb, weil er etwas bewirkt, was nicht selbstverständlich ist: er überrascht.

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Richtig! Das Eine nicht mit dem Anderen vermischen (in Zeit und Raum schön trennen) sonst wird mein geistiges Vermögen nur strapaziert und als verunsicherter Bürger... Sie wissen schon?

  2. 1.

    Wenn ich davon ausgehe, dass die IGA eine Internationale GARTEN-Ausstellung ist, erwarte ich dort Gärten, keine Sportangebote. Ich war bis jetzt nicht auf dem Gelände und werde es mir wahrscheinlich auch weiterhin verkneifen, obwohl mich die Gärten durchaus interessieren. Das, was als Attraktion beworben wird - Seilbahn, Bobbahn etc - ist für mich überflüssiger Schnickschnack, um die Eintrittspreise in die Höhe zu treiben. Wem nach solchen Attraktionen zumute ist, sollte einen Freizeitpark besuchen, und für Sportbegeisterte gibt es Fitnesscenter. Beides hat meiner Ansicht nach mit Garten überhaupt nichts zu tun.

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