Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Bild: Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Viel Volk und viele Probleme - Berlin wuchs zum Ende des 19. Jahrhunderts stetig. Die Einwohnerzahlen explodierten, aber die Volkshygiene war im schlechten Zustand. Viele lebten in kleinen Wohungen mit großen Familien unter schlechten hygienischen Bedingungen. So gab es meist nur die Gemeinschaftstoilette eine Treppe tiefer und mit einem Waschbecken in der Küche für viele und für alles. Für die Sommerbaderei gab es Seen und einige Freibäder, doch fürs Badevergnügen und fürs Schwimmen in den kühleren und kalten Tagen gab es nichts. Für Abhilfe sorgten dann die damals so genannten Städtischen Volksbadeanstalten Berlins ab den 1890er Jahren. Das Städtische Volksbad Charlottenburg stammt aus diesen alten Tagen, ist restauriert, gut erhalten und in seiner ganzen Pracht zu besichtigen.

40 Wannen und 23 Brausebäder für die Volkshygiene

Eröffnet wurde das Bad im Jahr 1898 und es war ausgestattet mit einigen hundert so genannten Auskleideplätzen, einige davon in separaten Zellen. Mindestens ebenso wichtig wie das große Badebecken fürs Schwimmen und Baden aber waren die exakt 40 Wannenbäder, denn hierher kamen die Berliner meist mindestens einmal die Woche, um sich in einer separaten Kabine in einer festgelegten Zeit 'mal ordentlich abschrubben zu können. Außerdem hatte das Bad dann noch 23 Brausebäder, wie sie damals hießen, also Duschen.

Schwimmhalle Charlottenburg "Alte Halle"
Die "Alte Halle" im Schwimmbad Charlottenburg. Bild: akg-images / Elke Landgraff


Das große Vorbild: das Bad in der Turmstraße

Den 2. Weltkrieg überstand das Volksbad Charlottenburg mit einigen kleineren Schäden, ging nach dem Krieg aber schnell wieder in Betrieb. Wie viele der anderen alten Bäder sollte das Bad dann in den 70ern und frühen 80ern abgerissen werden, doch es blieb, denn es hatte Fans, die ständig kamen und es so vor dem Abriss schützten.

Laut Stadtgeschichtsforscher Dirk Franke war Berlins allererstes Volksbad, also das Vorbild für das Volksbad Charlottenburg in der Moabiter Turmstraße. Und auch dieses Bad überstand den Krieg, wurde allerdings in den 1970ern abgerissen.

Ein bisschen Streit unter den Stadthistorikern gibt es nun darum, dass bereits 1850 ein kommunales Schwimmbad in Berlin gebaut und eröffnet worden war. Doch hatte dieses Bad in Mitte in der Schillingstraße mit vielen konstruktiven Problemen zu kämpfen und wurde auch schnell wieder geschlossen. Es brauchte dann rund vierzig Jahre bis zur Eröffnung des Bads in der Turmstraße 1892, in dessen Nachfolge dann innerhalb weniger Jahre Dutzende Badeanstalten in Berlin gebaut wurden.

Übersichtskarten

Ein Stern ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz am 03.12.2017 mit der Weltzeituhr im Hintergrund zu sehen. (Bild: imago/Ina Peek)
imago/Ina Peek

- Hier finden Sie die Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg

Glühwein, Zuckermandeln, Kunsthandwerk und Fahrgeschäfte: Es ist Weihnachtsmarktsaison. Doch wo hat ein Markt in Ihrer Nähe auf? rbb|24 zeigt die wichtigsten Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg auf interaktiven Karten.

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Grafik: Adventskalender 18. Dezember 2018 <<Klosterbäckerei Lehnin>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 18. Tür: Knackig frisch und richtisch alt

Verreisen macht hungrig. Und beten wahrscheinlich auch. Seit 250 Jahren prosperiert am Kloster Lehnin die Klosterbäckerei. Geistliche Geschichte trifft hier auf weltlichen Appetit. So viele Jahre? - Da wird’s einem ganz blümerant.

Grafik: Adventskalender 21. Dezember 2018 <<Flughafen in Stölln>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Adventskalender - 21. Tür: Wo dem Otto Flügel wuchsen

Die rund 840 Meter lange Graspiste in Stölln ist ein Stück Verkehrsgeschichte. Hier übte Flugpionier Lilienthal das Abheben und hier landete in den letzten Wochen der DDR eine russische IL 62, die eigentlich mehr braucht als nur einen Rasen.

Die Adventskalendergrafik zum 23. Dezember zeigt das Gartenlokal "Zur Linde" in Baumschulenweg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 23. Tür: Ein Hochbeet noch vor Dr. Schreber

Im April wird das Wasser angestellt und im November abgestellt - das sind die Regeln. Berlins Kleingärtner sind in Vereinen organisiert, tauschen untereinander Saatgut und Kombizange und schwören auf die Gemeinschaft. Ein Türchen zu Ehren der ältesten Berliner Parzelle.

Grafik: Adventskalender 24. Dezember 2018 <<Ältestes Wasserfahrzeug>>. (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
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Hohohoho - 24. Tür: Mitbringsel gibt es auf dem kleinsten Kutter

Im letzten Türchen geht um die Beschwerlichkeiten des Winters in den wasserreichen Ecken Brandenburgs. Es geht um den Rumpodich und natürlich um die heutige Hauptperson: das Bescherkind. Beide nutzen ganz eigene Verkehrsmittel. Und zwar schon lange.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Schöner Artikel, wenn man ihn denn auf dem iPad lesen könnte. Schwarze Schrift auf dunkelblau, sorry. Bitte vorher testen. Im Hochformat geht es.

  2. 2.

    Mal ein positiver Artikel - sehr gut!

  3. 1.

    Wer in so einer Augenweide sinnlich seine Runden ziehen darf, braucht das ganze effekthaschende Spektakel nicht, mit dem heute errichtete Schwimmbäder ihr gefälliges Publikum erreichen müssen. Und vom nächsten, noch effekthaschenderen, dann wiederum überboten werden.