Adventskalendergrafik zum 2. Dezember mit einer Illustration zum Volkspark Friedrichshain (Bild: Marcus Behrendt)
Bild: Marcus Behrendt

Adventskalender - 2. Tür: Ordentlich Wald und viel Wiese zu Ehren des Königs

Wenn Menschen dicht an dicht aufeinander wohnen, brauchen sie grüne Flächen für die freie Zeit. Der erste nichtadlige innerstädtische Park fürs Stadtvolk, also ein Volkspark, entstand 1846 nach den Plänen von Peter Joseph Lenné im Friedrichshain.

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Wer den Volkspark Friedrichshain einfach als Grünanlage bezeichnet - als eine von vielen -, der tut dem Park unrecht. Die Anlage ist nicht nur ein Erholungsareal, sondern auch noch ein wichtiges Stück Stadtgeschichte.

Lenné war der Ideengeber

Zunächst die Daten: Der Park umfasst fast 50 Hektar, hat kleine Waldstückchen, viel Rasen, ein paar Cafés, einen Haufen Stelen und Gedenkstätten, einige Sportstätten, Spielplätze, ein bröckelndes Sportzentrum, ein paar ordentliche Rodelstrecken und dutzende Kilometer Spazierwege. Kurz: ein Innenstadt-Paradies umgeben von Krach und Verkehr.

1840 jährte sich das Thronjubiläum Friedrich II., des Alten Fritz, zum 100. Mal. Aus diesem Anlass beschlossen die Stadtverordneten in Würdigung des Monarchen einen innerstädtischen Park nach ihm benannt zu schaffen. Beteiligt waren die ganz Großen des Gartenbaus: Peter Joseph Lenné gilt als Ideengeber, Gartenbauer Gustav Meyer lieferte die Pläne und Stadtbaurat Ludwig Hoffmann entwarf eine Art Portal am Königstor, den Märchenbrunnen.

Ein Park mit Geschichte

Im Park werden die Märzgefallenen von 1848 geehrt, hier erinnert ein Denkmal an die Spanienkämpfer und mit einer Betonsäule und einer Bronzefahne wird der gefallenenen polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten des 2. Weltkriegs gedacht. Von einem Schwimmstadion ist nur eine komische Kuhle in einer grünen Wiese übrig und am Nordostende bröckelt das SEZ, das Sport- und Erholungszentrum vor sich hin, von dessen nun trocken gelegten Außenschwimmbecken man einst quasi in den Park zumindest einige Meter hinaus schwimmen konnte. Das marode SEZ ist eine Fortsetzung der Friedrichshainlogik: Erst einmal etwas großes planen, hinbauen, abreißen und dann überwuchern lassen - so passiert mit dem Flak-Bunker, der gebaut, gesprengt, aufgeschüttet und bepflanzt wurde und so auch passiert mit dem SEZ. Ein Volkspark mit Geschichte.  

Volkspark Friedrichshain (Quelle: imago)
Der Märchenbrunnen in einer undatierten Aufnahme. Bild: imago


Übersichtskarten

Ein Stern ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz am 03.12.2017 mit der Weltzeituhr im Hintergrund zu sehen. (Bild: imago/Ina Peek)
imago/Ina Peek

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Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Beitrag von Stefan Ruwoldt

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 2.

    Ob man im Volkspark viel mit Stehlen zu tun hat, weiß ich nicht.
    Aber Stelen soll da halt geben.

    Bitte mal den Schreibfehler berichtigen, danke!

  2. 1.

    Adventskalender mal anders und sehr informativ für Interessierte , der geschichtliche Rückblick gefällt mir sehr gut