3.Dezmber (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
Bild: rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 3. Tür: Ein abgefahrenes, aber nicht mehr richtig altes Haus

Die Eisenbahn war lange die schnelle Verbindung zur großen weiten Welt. Und solch eine schnelle Verbindung hatte nicht etwa Berlin zuerst, sondern Potsdam. Ältester Bahnhof der Region ist der Potsdamer Hauptbahnhof - so alt wie kein anderer Bahnhof in Preußen.

24 spannende Geschichten über das Älteste, was Berlin und Brandenburg zu bieten hat. Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Die Eisenbahn in Brandenburg und Berlin ist eine ausgesprochen historische Angelegenheit: Sowohl Brandenburgs erster Bahnhof, als auch Berlins erster Eisenbahnhaltepunkt sind noch immer, wenn auch nur rudimentär, erhalten: Der Bahnhof Potsdam und der Bahnhof Zehlendorf, verbunden durch die erste Eisenbahnstrecke der Region, die am 22. September 1838 in Betrieb ging.
 
Allerdings muss man Berlin auf der Eisenbahn-Zeitleiste in den Geschichtsbüchern deutlich hinter Brandenburg platzieren. Denn: Erstens war der Pionierbahnhof Zehlendorf zur Mitte des 19. Jahrhunderts eben kein Teil von Berlin, sondern ein nur wenig urbaner Vorort - Zehlendorf wurde erst bei der Gründung Groß-Berlins 1920 eingemeindet. Und zweitens endete auch die Verbindungsstrecke von Zehlendorf zum damals sogenannten Potsdamer Bahnhof von Berlin kartographisch nicht auf dem damaligen Gebiet der Stadt, sondern vor den Toren und damit noch immer in der Mark. Ohnehin ging diese Strecke Zehlendorf-Potsdamer Bahnhof auch noch einen Monat später als die Zehlendorf-Potsdam-Eisenbahn in Betrieb: am 29. Oktober 1838.

Ein wenig historischer Bahhnof in einer Stadt voll Geschichte

Der damalige Endbahnhof der Strecke nach Potsdam ist der heutige Potsdamer Hauptbahnhof (früher ein wenig einfacher "Bahnhof Potsdam"), der damit also der älteste noch betriebene Bahnhof der Region ist. Doch von den alten Anlagen und Gebäuden ist kaum noch mehr erhalten als einige Mauern. Der 2. Weltkrieg und die Teilung Berlins sorgten dafür, dass nahezu alles ersetzt wurde. Historisch also gibt es dort wenig zu bestaunen.

Für viele Jahre während der Mauer war der Bahnhof gar umbenannt in "Potsdam-Stadt" und den Südbahnhof machte man zu "Potsdam Hauptbahnhof", weil dort - kurz gesagt - die meisten ostdeutschen Fernverbindungen aufgrund der Kappung vieler alter Gleisstrecken nach West-Berlin nun entlangliefen. 1999 aber wurde dann der gute alte "Bahnhof Potsdam" von seinem Interimsnamen befreit und mit einem erneut wenig historischen Namen versehen, der ihm aber die alte Bedeutung zurückgab: "Potsdam Hauptbahnhof".

Grundlage für diesen neuen Namen war auch ein umfassender Neubau des Bahnhofs in der Mitte der 90er. Und der sorgte für einen schweren Konflikt mit der Unesco. Die Welterbekommission drohte Potsdam, es auf die Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen, wenn die Neubaupläne wie geplant umgesetzt würden. So sah die Unesco durch die immensen Dimensionen eines vorgesehen Bürokomplexes und durch die Fassadengestaltung das Ensemble des historischen Potsdams ruiniert. Potsdam also hatte ein ähnliches Problem wie die Stadt Dresden beim Streit um den Bau seiner Waldschlösschenbrücke. Potsdam aber lenkte - anders als Dresden - ein, änderte seine Bahnhofspläne, kam nicht auf die rote Liste und behielt seinen Welterbestatus.

Eisenbahnhof Potsdam im Jahre 1838 (Quelle: imago)
Der Eisenbahnhof Potsdam im Jahre 1838 Bild: imago

Übersichtskarten

Ein Stern ist auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Alexanderplatz am 03.12.2017 mit der Weltzeituhr im Hintergrund zu sehen. (Bild: imago/Ina Peek)
imago/Ina Peek

- Hier finden Sie die Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg

Glühwein, Zuckermandeln, Kunsthandwerk und Fahrgeschäfte: Es ist Weihnachtsmarktsaison. Doch wo hat ein Markt in Ihrer Nähe auf? rbb|24 zeigt die wichtigsten Weihnachtsmärkte in Berlin und Brandenburg auf interaktiven Karten.

Der Adventskalender

Adventskalendergrafik zum 1. Dezember mit einer Illustration zum Berliner Stadtbad in Charlottenburg (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 1. Tür: Schicke Wanne, schicke Wanne!

Baden war im 19. Jahrhundert ein Luxus. Doch im Zuge der Siedlungsverdichtung wurde klar: Hygiene ist die Grundlage für die Volksgesundheit. Um 1900 begann dann ein Bauboom öffentlicher Bäder in Berlin. Das erste Türchen führt nach Charlottenburg.

Adventskalendergrafik zum 4. Dezember mit einer Illustration zur Eiche "Dicke Marie" in Tegel (Bild: Marcus Behrendt)
rbb/ Marcus Behrendt

Adventskalender - 4. Tür: Berlins Freund, der Baum

Er hat ziemlich viele tote Äste, sieht auch nicht mehr besonders stabil aus und würde das Casting für jede Verfilmung des Andersen-Märchens "Das Feuerzeug" gewinnen: Berlins ätester Baum, eine Stieleiche nahe dem Tegeler See.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration zur letzten Instanz (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 5. Tür: Ein Prost auf das Urteil

Das Restaurant "Zur letzten Instanz" muss viele Bedürfnisse erfüllen: essen und trinken natürlich. Aber noch wichtiger ist hier die Kundenansprache, denn wenige Meter weiter am Gericht fällen Richter Urteile, nach denen manch einer Trost am Tresen sucht.

Adventskalendergrafik zum 5. Dezember mit einer Illustration des Prater Garten (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 8. Tür: Berlins Ur-Ort der Lustbarkeiten

Erstes Rathaus, erster Fernsehturm, erstes Messegelände - das rauszustellen ist leicht. Schwieriger ist, den Platz zu identifizieren, wo Heu geerntet wurde, heute aber die Hipster kreisen. Beide allerdings verbindet: Bierseeligkeit auf Holzstühlen im Garten.  

Erste Ampel Berlin (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 9. Tür: Ein eiserner Turm für Rot-Gelb-Grün

Es gab Zeiten, da war eine Ampel noch ein Ereignis. Allerdings ist das nun bereits rund 100 Jahre her. Am Potsdamer Platz entstand 1924 Berlins erste Ampel mit den drei Farben Rot, Gelb und Grün - montiert auf einem sogenannten Verkehrsturm.

Wasserturm (Quelle: rbb/Marcus Behrendt)
rbb/Marcus Behrendt

Adventskalender - 11. Tür: Am Wasser, und dann auch noch ganz oben

In Sachen Hochhäuser rangiert Berlin eher im gemütlichen Mittelfeld. Allerdings fing die Stadt schon in den 1870ern an, hoch zu bauen. Damals entstand auch der Wasserturm auf dem Prenzlauer Berg: 44 Meter hoch und damit ältestes Hochhaus der Stadt.

Adventskalendergrafik zum 14. Dezember mit einem Ziehbrunnen aus dem 14. Jahrhundert (Bild: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender - 14. Tür: Hoch das Wasser

Nur der Experte erkennt, wenn ein Brunnen richtig alt ist. Alle anderen sehen nur: Hier gabs wohl mal Wasser. In Spandau steht Berlins ältester Ziehbrunnen. Berechtigt ist hier allerdings die Frage: aha, und nun?

Beitrag von Stefan Ruwoldt

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Vielleicht ist im geschichtlichen Kontext noch erwähnenswert, dass sich die Ausrichtung des Bahnhofs im Laufe seiner Geschichte stark verändert hat:

    Der erste Bahnhof an derselben Stelle war - nachvollziehbar - ausgerichtet nach Norden, in Richtung Stadtkern hin. Dort befand sich auch das Empfangsgebäude, das ein Opfer des 2. Weltkrieges wurde. Zu Zeiten des Mauerbaus fiel der Bahnhof in Dornröschenschlaf und nicht einmal eine Straßenbahnhaltestelle gab es - weder planmäpig unten vor dem Torso und selbstverständlich nicht oben auf der Langen Brücke. Der heutige Hauptausgang ist stadtabgewandt, entgegen seiner Geschichte und auch entgegen der DDR-Nachkriegs-Planungen bis Mitte der 1950er Jahre hinein, bevor die Regierenden sich dann ab Ende der 1950er Jahre abwandten.

    Für mich symbolisiert das Vieles insofern, als ein Bahnhof ja nicht nur eine Gemischtverkehrsabfertigungsanlage, sondern eben auch "Visitenkarte" und "Ausweis" einer Stadt sein soll.

  2. 1.

    Schwarze Schrift auf dunkel blauen Untergrund! Was haben Sie sich denn da einfallen lassen?